03.12.2018 - 12:42 Uhr
AmbergOberpfalz

Eine Million (Euro)-Sterne leuchten am SkF-Himmel

Es ist eine Eins mit sechs Nullen dahinter - eine Million Euro. Die bekommt der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) am Dienstag von der Aktion Sternstunden. Das Geld wird bei den engagierten Frauen in Amberg auch dringend benötigt.

Strahlende Gesichter bei SkF-Vorsitzender Marianne Gutwein (rechts) und Geschäftsführerin Andrea Graf. Sie bekommen eine Million Euro von der Aktion Sternstunden des Bayerischen Rundfunks.
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Vorsitzende Marianne Gutwein und Geschäftsführerin Andrea Graf strahlen immer noch, wenn sie von der Million erzählen. "Da wurde schon ein Sekt aufgemacht", erhält Marianne Gutwein vom Augenblick, als die Mitgliederversammlung der Aktion Sternstunden im August entschied, das Geld für den SkF Amberg zu genehmigen. Insgesamt braucht der Verein aber rund 2,5 Millionen Euro, um sich ein neues Vereinszentrum für die zahlreichen Aufgaben zu bauen.

Plan war ein anderer

Aber ganz zum Anfang. Andrea Graf und Marianne Gutwein schildern im SkF-Zentrum am Studentenplatz, wie sie sich bei der Aktion Sternstunden des Bayerischen Rundfunks zunächst einmal mit dem Vorhaben beworben haben, die Schutzwohnungen des Vereins in der Altstadt für misshandelte Frauen und Kinder zu renovieren. "Sternstunden-Geschäftsführer Thomas Jansing war dann auch in Amberg da und hat sich das angeschaut", sagt Marianne Gutwein. Mit dem Ergebnis, dass er zunächst kein Spendengeld in das Projekt stecken wollte.

Auf der anderen Seite muss der SkF aber 2020 aus seinem jetzigen Domizil am Studentenplatz ausziehen. Das Haus gehörte einer Erbengemeinschaft und wurde inzwischen an einen Bauträger verkauft. So reifte der Gedanke, erstmals in der Vereinsgeschichte ein eigenes SkF-Zentrum zu bauen, in dem die vielfältigen Angebote wie Pflegekinderdienst, Vormundschaften, Adoptionsdienst, Hausaufgabenhilfe oder Unterhalt von Schutzwohnungen an einem Platz zusammengefasst werden. "Es ist ja teilweise eine sehr intensive Betreuung, die wir leisten müssen", schildert es Andrea Graf.

"Wir haben keine großen Ansprüche", sagt die Geschäftsführerin. Doch selbst die einfachste Variante wird eine Menge Geld verschlingen. So wurden also Pläne gezeichnet und Konzepte entworfen, mit denen die SkF-Mitarbeiterinnen erneut bei den Sternstunden vorstellig wurden. "Man muss da ja ganz genaue Unterlagen vorlegen", so Marianne Gutwein. Im vergangenen April hieß es dann, das Konzept inklusive Kostenschätzung vor einem Ausschuss in München vorzustellen, doch bei so großen Summen muss letztendlich die Mitgliederversammlung entscheiden. Und tatsächlich: Im August erhielten Marianne Gutwein und Andrea Graf die Mitteilung: Ihr habt die Million.

Die Hälfte ist geschafft

Der Jubel war zunächst einmal sehr groß. "Wir sind ja für die Aktion Sternstunden noch ein weißer Fleck auf der Landkarte", nennt Marianne Gutwein einen Grund neben dem Engagement des SkF, der für die Entscheidung auch ausschlaggebend gewesen sein könnte. Inzwischen hat der Sozialdienst katholischer Frauen auch ein Grundstück in Altstadtnähe gefunden, bereits im kommenden Jahr soll dann Baubeginn sein. Und weil eben noch sehr viel Geld fehlt, müssen sie 2019 sehr fleißig Spenden sammeln für ihr Projekt.

Einen Teil haben sie aber neben der Million von der Aktion Sternstunden zusammen. "Wir haben natürlich schon ein bisschen was gesammelt", sagt Andrea Graf. "Außerdem unterstützt uns die Klaus-und-Gertrud-Conrad-Stiftung mit weiteren 250 000 Euro." Womit der Verein die Hälfte des kalkulierten Budgets schon sicher hätte. Und eine gewisse Summe wird sich der Verein sicherlich von der Bank leihen. "Aber ohne diese beiden Spenden hätten wir das auch nicht gemacht", verdeutlichen Gutwein und Graf unisono. Gesendet wird der Sternstunden-Beitrag über den SkF am Dienstag, 4. Dezember, voraussichtlich um 8.25, 15.58, 18.28 und 19.58 Uhr im BR Fernsehen, sowie in ARD-alpha um 11.58 Uhr.

Der SkF in Zahlen:

Der Sozialdienst katholischer Frauen Amberg – SkF – ist eigener Aussage nach ein Verband der Jugendhilfe, der Gefährdetenhilfe und der Hilfe für Frauen und Familien in Not. Er ist unter anderem engagiert in den Bereichen Pflegefamilien, mit dem Notruf für Frauen, bei der Betreuung von Kindern und Pflegefamilien sowie Vormundschaften und Pflegschaften. Außerdem unterhält er sogenannte Schutzwohnungen, in der misshandelte Frauen und ihre Kinder untergebracht werden können. Aktuell arbeiten 30 hauptamtliche Mitarbeiterinnen für den SkF. Dazu kommen rund 220 Ehrenamtliche, von denen gut 140 auch tatsächlich aktiv für den Verein tätig sind. Pro Jahr betreut der Verein allein gut 1000 Kinder in seinem so vielfältigen Aufgabenspektrum.

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