Karl Müller und Frenz Meier haben im vergangenen Jahr von Januar bis April geschuftet und ein Modell der Basilika St. Martin erschaffen. Es dient als Ergänzung zum Dachmodell, das 2016 von Zimmerermeister Josef Hauer aus Parkstein erstellt wurde und auf der Empore der Basilika seinen Platz gefunden hat. Das von Zimmerermeister Karl Müller und Franz Meier gebaute Modell zeigt einen interessanten Querschnitt eines Kirchenjochs mit den Wänden, dem Gewölbe und der Dachkonstruktion der Basilika. Das Modell wurde von Karl Müller anlässlich der 600-Jahr-Feier der Grundsteinlegung der Basilika erdacht und geplant. „Nur Wände, Gewölbe und Dachkonstruktion sind unverändert circa 600 Jahre alt. Die gesamte Innenausstattung einschließlich Fenster ist in der heutigen Darstellung erst rund 150 Jahre alt“, informierte Karl Müller bei der Vorstellung ihres Werks.
Seine Beweggründe für die Konstruktion dieses Modells waren, den Kirchenbesuchern aufzuzeigen, wie die Basilika damals aufgebaut worden sei. Das Modell solle veranschaulichen, dass zuerst die 20 Meter hohen Wände mit den nach innen abgestützten Wandpfeilern aufgebaut wurden, dann erst die über die ganze Baubreite von 28 Metern freigespannte Dachkonstruktion aufgerichtet worden sei. Erst nach der Eindeckung des Daches sei es möglich gewesen, das Gewölbe zu errichten.
Netz von Rippen
Zimmerermeister Müller erklärte, dass das Gewölbe aus einem Netz von Rippen aus einzelnen Natursteinen bestehe, das nur von den Rundpfeilern und den Außenwänden getragen werde. „Dach und Gewölbe sind also völlig unabhängige Bauteile. Das zeigt dieses Modell sehr anschaulich“, bemerkte Karl Müller gegenüber Oberpfalz-Medien.
In den drei von den Pfeilern getrennten Schiffen sei am Modell nach seinen Aussagen demonstriert, wie der Aufbau des Gewölbes erfolgt sei. Im linken Seitenschiff werde aufgezeigt, dass man für den Gewölbebau nach der Errichtung der Pfeiler erstmal auf der Höhe des Gewölbeansatzes ein tragfähiges Gerüst mit vollflächigem Belag angefertigt habe, um darauf den Grundriss für die Gewölberippen aufreißen zu können. An den Knotenpunkten seien dann Gerüststützen aufgestellt worden, an denen die Lehrbögen befestigt werden konnten, auf denen die einzelnen Rippensteine aufgelegt und getragen wurden, bis sie vom Schlussstein verspreizt wurden. Im rechten Seitenschiff sei laut Zimmerermeister das Gewölbe-Skelett aus den einzelnen Rippensteinen und den Schlusssteinen erkennbar und im Mittelschiff sehe man das fertige Gewölbe mit ausgemauerten Rippenfeldern von unten verputzt und oberseitig mit Kalkmörtel übergossen. Die Aufgabe von Franz Meier beim Erstellen des Modells war, dieses Rippennetz zu bauen. Er bereicherte das Modell weiter mit bunten Fenstern nach dem Vorbild der Originalfenster der Basilika.
"Würdiger Platz"
Das Modell sei bisher nicht offiziell der Kirchenverwaltung übergeben worden, die es zunächst nur während der Festwoche im Eingangsbereich der Basilika "duldete", hieß es. Inzwischen scheint es so, dass es zum Inventar hier gehöre. „Ich würde mir wünschen, dass es nach der Innenrenovierung beispielsweise in einer Nische, wo derzeit noch die Beichtstühle stehen, einen würdigeren Platz erhält“, betont Zimmerermeister Karl Müller. Man könnte nach seinen Aussagen zusätzlich in einem digitalen Bilderrahmen auch die einzelnen Aufbauphasen von Wänden, Dachkonstruktion und Gewölbebau präsentieren. Bei seinen regelmäßigen Dachstuhlführungen in der Basilika sei dieses Modell eine wichtige Station, an der das gesamte Bauwerk der Basilika erklärt werden könne, betonte Karl Müller.













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