04.04.2019 - 14:35 Uhr
AmbergOberpfalz

Auf den Mops gekommen

Die Ambergerin Ulrike Maier hat ihr Herz an die besonderen Hunde verloren - und räumt mit Vorurteilen auf.

Die drei „Altdeutschen Mops-Damen“ Paula, Emily und Donna. Sie beleben das Haus der Familie Maier.
von Adele SchützProfil

Es mopst gewaltig bei Ulrike Maier seit nun über zehn Jahren, nachdem vorher zig Jahre große Hunderassen, wie zuletzt ein Riesenschnauzer, das Familienleben tierisch bereichert haben. Ein Neffe und die Schwester von Ulrike Maier brachten sie auf den ihr vorher unbekannten Mops. Aus anfänglicher Zurückhaltung wurde Liebe zu dieser Hunderasse. 2009 entstand daraus sogar die Mops-Zucht von Eichendorff in Amberg.

"Ich war nie ein kommerzieller Züchter, sondern stets Liebhaber Altdeutscher Möpse. Die Tiere wuchsen hier in meinem Haus und in der Familie bis zum Verkauf auf", stellt Ulrike Maier klar. Sie ist noch stolze Besitzerin von drei Altdeutschen Möpsen. Die Zucht hat sie inzwischen aufgegeben. Vor zehn Jahren, als sie mit der Zucht begann, hatte sie es sich zum Ziel gemacht, frei atmende und gesunde Hunde - den sogenannten "Altdeutschen Mops" - zu züchten. "Hierbei handelt es sich nicht um eine andere Rasse, sondern um einen speziellen Typ des Körperbaus, den der Mops vor einigen Jahrzehnten noch zeigte", erklärt Ulrike Maier. Mit ihrer Mopsdame Paula, ihrem ersten Zuchthund, den sie im Schwarzwald bei einer exzellenten Züchterfamilie fand, entdeckte sie die Liebe zum "Altdeutschen Mops".

Es muss Liebe sein

"Der Mops - es muss Liebe sein!", so lautet der Leitspruch von Ulrike Maier. Sie weiß, dass es viele Vorurteile über Möpse gibt, dass sie ihre Besitzer aber trotzdem heiß und innig lieben. "Was ist also dran am Mops? "Möpse sind ein Phänomen. Viele finden sie hässlich. Wer sich aber auf sie einlässt, erliegt schnell ihrem Charme", schwärmt Ulrike Maier. Sie weiß aus dem Blick in die Geschichte, dass man Möpse entweder liebt oder ablehnt. Unter den Top 100 der beliebtesten Hunderassen rangieren Möpse irgendwo im unteren Drittel. Wenn Möpse auch in Künstlern, Politikern und Prominenten wie Loriot, Jackie Kennedy, Winston Churchill und vielen anderen zwar Fürsprecher gefunden haben, begegnen ihnen die meisten Menschen mit Vorurteilen: der Mops röchle, schnarche und bekomme beim Laufen schwer Luft.

"Seit Jahren bemühen sich verantwortungsvolle Züchter durch konsequente Rückzüchtung wieder einen frei atmenden und agilen 'Sportmops', den sogenannten 'Altdeutschen Mops' zurückzuzüchten wie vor 1900", betont Ulrike Maier. "Es ist also an der Zeit, diese Vorurteile endgültig auszuräumen." Auch wenn die Meinungen gerade beim Mops weit auseinander gehen würden, irgendwann würden die Möpse "einen doch kriegen". "Erst sind sie komisch und später wird es Liebe. Möpse sind irgendwie seltsame Wesen. Wer wissen will, was an einem Mops dran ist, muss mit einem Besitzer reden", empfiehlt sie. Äußerlich seien sich nach ihrer Meinung die Tiere oft sehr ähnlich, doch vom Charakter grundverschieden. Ihre Paula sei beispielsweise die "Grande Dame" vor der sogar ihr Kater "Pascha" Respekt habe. Das Amerika-Import-Möpschen "Emily" dagegen sei das Salz in der Suppe, sie spiele den Kasper, sorge für Fröhlichkeit und fordere akribisch ihre Streicheleinheiten ein.

Vorfahren aus China

"Möpse lieben Aufmerksamkeit und lassen sich gerne bemuttern, was in ihren Genen liegt", verrät Ulrike Maier. Die Vorfahren der Möpse erblickten vor rund zweitausend Jahren am chinesischen Kaiserhof das Licht der Welt. Ihre einzige Aufgabe war es, "Gesellschafter zu sein". Wie Spielzeuge seien sie im Ärmel herumgetragen, verzärtelt und verwöhnt worden. Wenn die Königinnen ihre Kinder weggeben mussten, seien ihnen die Möpse geblieben. Wenn alte Baronessen zu vereinsamen drohten, hätte man ihnen Möpse geschenkt. "Der Mops gehört sei jeher zum Adel, denn so viel Schönheit will unterstrichen werden mit kostbar gearbeiteten Halsbändern, Ruhekissen aus edlen Stoffen, raffiniert geschnittene Kleidchen zum Schutz des fast unbehaarten Bauchs."

Napoleon gebissen

Mops-Mode gebe es seit über Hundert Jahren, ebenso lang gebe es Männer, die sich den Platz im Herzen einer Frau mit dem schnarchenden Tier teilen müssen. Napoleon Bonaparte teilte seine Frau Josephine de Beauharnais mit Mops "Fortune", der ihn angeblich in der Hochzeitsnacht in das Bein gebissen haben soll. Unwahrscheinlich sei dies nicht, denn Möpse bräuchten laut Maier keine Körbe, die Betten ihrer Besitzer würden ihnen vollkommen reichen.

"Wer mit Möpsen lebt, verliert sein Schubladendenken. Alle sehen gleich aus, wer drinsteckt aber, weiß man nicht." Denn so gemütlich Möpse seien, manchmal treffe man einen, der ganz anders sei, verrät Ulrike Maier. Sie stellt fest: "Der Mops ist kein profaner Hund, er ist Ausdruck eines außergewöhnlichen Lebensgefühls. Er ist Kult. Und das seit zwei Jahrtausenden."

Ulrike Maier charakterisiert den Mops so: "Der Mops ist der ,besondere' Hund. Für gewöhnlich wird der Mops als "Multum in parvo" beschrieben, was ungefähr bedeutet: "eine Menge Hund in einem kleinen Paket". Der Mops ist kein normaler Hund, das sieht man auf den ersten Blick. Als Welpe sieht er aus wie ein kleines Marzipanschwein, das jemand aus lauter Bosheit kopfüber in Kakao gesteckt hat. Als erwachsener Hund hat er zweifellos etwas von einem andalusischen Kampfstier, der mit einer Weißwurst gepaart wurde.

Stolz und selbstbewusst

Er ist ein selbstbewusster Hund, was man sofort erkennt, wenn man ihn daherkommen sieht. Den runden kleinen Kopf hoch erhoben. Der stramme, kurze Rücken mit dem eleganten dunklen Aalstrich wird von einer möglichst doppelt gerollten, posthornähnlichen Rute gekrönt, die er stolz über den Rücken trägt. Sein Gang ist selbstsicher und schneidig, und er hat keinerlei Gefühl für seine geringe Größe. Der Mops hält sich größenmäßig für einen "Löwen". Dessen Charakter teilt er auch.

Der Mops ist ein Klassiker. Er passt zu psychisch stabilen Menschen, die keinen dekorierten Pudel oder Afghanen brauchen. Mit völliger Selbstverständlichkeit beansprucht er immer den besten Platz auf dem Sofa. Der Mensch macht ihm den auch nur ungern streitig. Am Mops scheiden sich die Geister: Er wird entweder innig geliebt, oder verabscheut. Man hat dem wundervollen kleinen Hund in der Vergangenheit sehr viel Unrecht getan, so dass er vor lauter Kummer beinahe ausgestorben wäre.

Idealer Gefährte

Der Mops ist ein idealer kleiner Gefährte. Er lebt davon, in der Nähe seines Menschen zu sein. Seine Stärke ist es, sich in jeder Situation Freunde zu machen, weshalb er auch völlig ungeeignet ist als Wachhund. Der Mops will überall mit dabei sein, auf Kindergeburtstagen, Cocktailparties, beim Einkaufen und im Büro. Wird er sozial ausgeschlossen oder missachtet, leidet er furchtbar. Um das zu vermeiden, passt der Mops sich jeder Situation an und fühlt sich in einer winzigen Wohnung genauso wohl, wie auf einem über mehreren Hektaren thronenden Landschloss. Er macht bei entsprechender Kondition spielend Spaziergänge über mehrere Stunden mit, nimmt es aber auch nicht übel, wenn er es nur um den Block, oder kurz vor die Tür schafft.

Zur Ernährung der Welpen empfiehlt Ulrike Maier: "Artgerechte Ernährung von Mops-Welpen heißt rohe Ernährung." Sie gibt ihren Möpsen Frisch- oder Tiefkühlfleisch und frischen Fisch. Dazu frisches, püriertes Gemüse und Kräuter. Je nach Jahreszeit, kommen frische Wildkräuter dazu. Öle, wie Leinöl, Hanföl oder Lachsöl, dienen einem gesunden Fell. "Das Highlight sind mindestens dreimal die Woche frische Kalbsknochen." Geflügelfleisch wird frisch beim Bauern auf dem Wochenmarkt gekauft. Die Welpen werden ab der vierten Woche mit Tatar gefüttert. Später folgt mageres Hack mit frischem Gemüse, Braunhirse, Reis oder Süßkartoffeln.

Kein Getreide

Wenn die Mops-Mama fast abgestillt hat (ab der siebten Woche) gibt es fünf frische Mahlzeiten pro Tag. Trockenfutter bekommen die Hunde nicht, denn die Nieren der Zwerge sind erst mit fünf Monaten richtig ausgebildet. Den Flüssigkeitsbedarf, der bei Trockenfütterung benötigt werde, können die Welpen unmöglich aufnehmen. Weizen oder anderes Getreide seinen für Caniden (Hunde) ungeeignet, denn es könnte Allergien hervorrufen. "Außerdem ist das keine artgerechte Fütterung."Weitere Informationen auf www.dhn.de und www.amzb.de

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