03.12.2019 - 19:11 Uhr
AmbergOberpfalz

Moriskentänzer als Geschenk von Horst Seehofer

Für die Tombola der Klösterlichen Weihnacht hat Organisatorin Heidi Sander ihre alten Kontakte zu Horst Seehofer spielen lassen. Lohn dafür war ein Überraschungspaket aus dem Bundesinnenministerium.

Diese Morisken-Figur, einen "Zattelrock", hat Horst Seehofer für die Tombola gespendet.
von Markus Müller Kontakt Profil

Dass der Ingolstädter Seehofer die Oberpfalz mag und gerne mal hier ist, hat der CSU-Politiker 2017 auch der AZ verraten, als das bayerische Kabinett noch unter seiner Führung in Amberg tagte. Heidi Sander hat auch diesen Eindruck gewonnen, als sie Seehofer während ihrer beruflichen Tätigkeit als Journalistin kennenlernte. In dem Amberg-Film, den sie Ende der 90er Jahre zusammen mit ihrem Mann Wolfgang erstellt hat, kommt deshalb eine Passage vor, in der Seehofer von der Stadt schwärmt.

Heidi Sander erinnerte sich jetzt daran und schrieb an Ostern einen Brief an Seehofer privat, ob er nicht die Tombola zur Klösterlichen Weihnacht bereichern könnte. "Ich hab mir gedacht, probieren kann ich es ja mal." Dann habe sie erst einmal nichts mehr davon gehört. "Nachfragen wollte ich aber auch nicht."

Als sie schon fast nicht mehr an eine Reaktion glaubte, kam dann vor fünf Wochen der Postbote mit einem Päckchen aus Berlin zu den Sanders. Absender: das Innenministerium. Ein Irrläufer oder ein Scherz? Jedenfalls öffneten die Sanders das Paket vorsichtig auf der Terrasse und fanden darin einen "sehr netten Brief von Horst Seehofer", ein Bild mit Autogramm und die Figur eines Moriskentänzers. Für Heidi Sander ist sie ein Beleg, dass der Oberbayer "die kulturellen Zusammenhänge in unserer Region kennt".

Die berühmten Moriskentänzer für das Alte Rathaus in München schuf nämlich um das Jahr 1480 der gebürtige Schmidmühlener Erasmus Grasser. Sie sind heute im dortigen Stadtmuseum ausgestellt und gelten neben dem Münchner Kindl als das am besten vermarktete „Maskottchen“ der Stadt München. Der Name der Figuren bezieht sich auf ursprünglich wohl maurische Springtänze, die im Mittelalter an den großen Höfen aufgeführt wurden.

Die Moriskentänzer mit ihren Schmidmühlener Wurzeln stehen bei der Klösterlichen Weihnacht am 7. und 14. Dezember im Zeughaus des Landratsamtes auch thematisch im Mittelpunkt. Der Schmidmühlener Bürgermeister Peter Braun stellt sie am Samstag, 7. Dezember, ab 13 Uhr im König-Ruprecht-Saal vor, spricht zudem über die Bedeutung Grassers und die Präsentation der Figuren in Schmidmühlen. Ein Film zum Thema wird an beiden Samstagen in häufiger Wiederholung gezeigt.

Da Heidi Sander für die Tombola schon eine Moriskenfigur organisiert hatte (ebenfalls eine vom Typ "Zattelrock", genau wie das Geschenk Seehofers), können dabei jetzt zwei solcher Figuren gewonnen werden. Ihr Wert liegt bei etwa 200 Euro.

Die Morisken im alten Schloss Schmidmühlen.

Das Programm der Klösterlichen Weihnacht

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