15.06.2021 - 16:21 Uhr
AmbergOberpfalz

Nachfrage sinkt: BRK reduziert Teststationen in Amberg-Sulzbach

Seit Ende März betreibt das BRK Teststationen in der Region Amberg-Sulzbach. Die Bürger nutzen sehr gerne die Möglichkeit, sich kostenlos auf Corona testen zu lassen. Jetzt fährt das Rote Kreuz sein Angebot zurück – aus triftigem Grund.

Ein Blick in eine Corona-Teststation des BRK Amberg-Sulzbach: Da die Nachfrage nach den kostenlosen Schnelltests stark zurückgegangen ist, hat das Rote Kreuz entsprechend sein Angebot zurückgefahren.
von Kristina Sandig Kontakt Profil

"Das Testaufkommen ist stark zurückgegangen", nennt Bernd Lödel, Katastrophenschutz-Beauftragter des BRK-Kreisverbands Amberg-Sulzbachals Grund dafür, dass das Rote Kreuz in Amberg-Sulzbach mancherorts Corona-Teststationen wieder schließt oder anderswo die Öffnungszeiten reduziert. Wobei: Im Mai waren es deutlich mehr Tests als noch im April. Lödel hat konkrete Zahlen dazu parat: Über 8500 Tests waren es im Vormonat. "Das ist schon sehr, sehr viel", kommentiert er. In den ersten zwei Juni-Wochen allerdings sei der Bedarf an kostenlosen Schnelltests deutlich zurückgegangen.

Vieles ist ohne Test möglich

Der Grund dafür ist banal: Menschen dürfen aktuell ohne Tests in die Wirtshäuser. Auch für Friseurbesuch oder Shopping-Bummel durch Geschäfte benötigen sie kein negatives Testergebnis. "Wenn man keine Tests mehr braucht, dann lässt man auch keine machen", so Bernd Lödel. Allerdings: Nach wie vor kommen trotzdem Leute zu den Teststationen. Beispielsweise Bürger, die jemanden im Krankenhaus besuchen wollen. Oder ihre Angehörigen im Seniorenheim. Andere wiederum wollen sich mit anderen treffen und auf Nummer sicher gehen, dass sie nicht mit dem Virus infiziert sind.

Reduziert bei den Teststationen wurde zum Beispiel im Vilstal. So entfällt die Teststation in Rieden komplett. Die Nachfrage sei stark gesunken. Bernd Lödel wirft einen Blick in die Statistik: An einem Testtag seien gerade mal neun Leute gekommen – in drei Stunden. Zuletzt sei der Bedarf gegen Null gegangen. Gestrichen wurden auch Hirschau, wo es allerdings eine Teststation am Monte Kaolino für dortigen Campingplatz gibt, und Schwend. Erhebliche Veränderungen hat es auch in Sulzbach-Rosenberg gegeben. Dort wurden die Teststationen zunächst so weit zurückgefahren, dass nur noch eine bei der Elastoform GmbH im Ortsteil Kauerhof übrig blieb. Doch auch diese ist zwischenzeitlich weggefallen. Um eine halbe Stunde reduziert hat das Rote Kreuz außerdem die Öffnungszeit seiner Teststation in Hahnbach.

Problemlos wieder hochfahren

Bernd Lödel macht aber auch deutlich, dass man problemlos das Angebot wieder hochfahren könne, wenn wieder mehr Bedarf da sein sollte. "Am Personal scheitert's nicht", stellt der Katastrophenschutz-Beauftragte klar. Die Nachfrage in kleineren Gemeinden sei generell größer als in den Städten wie Amberg und Sulzbach-Rosenberg, wo auch die Apotheken stark in das Testgeschehen eingebunden sind. In der Woche vor Pfingsten sei das Testaufkommen generell ein bisschen höher gewesen. Über die Feiertage sei es abgeflacht, in der Woche nach Pfingsten habe es erneut einen Peak gegeben. Ob dies damit zusammenhing, dass viele Leute in den Urlaub gefahren sind und bei der Einreise negative Tests vorlegen mussten, kann Bernd Lödel nicht mit Sicherheit sagen. "Aber es ist naheliegend", mutmaßt er.

Unmissverständlich stellt Bernd Lödel klar, dass es dem Kreisverband des Roten Kreuzes beim Betrieb der Teststationen nicht darum geht, Profit zu machen. "Wir helfen da, wo wir helfen können und sollen und wo es Sinn macht", erklärt er die Philosophie der Hilfsorganisation. Die Gesamtzahl der Schnelltests in den BRK-Stationen seit Ende März gibt Bernd Lödel mit circa 17000 an. "Das ist schon eine ganze Menge", bilanziert er die vergangenen zweieinhalb Monate. "Wir haben im Landkreis sehr gut getestet", findet er, wenngleich sich die Situation jetzt deutlich entspannt habe. Ebenso erfreulich: Auch die Positiven-Rate, die ohnehin immer sehr niedrig gewesen sei (nach 8000 Test in fünf Wochen lag sie bei 0,5 Prozent) ist nochmals zurückgegangen. "Vergangene Woche hatten wir überhaupt keinen positiven Fall", sagt der Katastrophenschutzbeauftragte und betont erneut, dass das BRK, sollte die Nachfrage nach Corona-Schnelltests wieder steigen, "auf der Stelle die Kapazitäten wieder hochfahren kann".

17000 Schnelltests in zweieinhalb Monaten: Bernd Lödel, Katastrophenschutzbeauftragter des BRK-Kreisverbands Amberg-Sulzbach, zieht Bilanz über das Testaufkommen in den Teststationen des Roten Kreuzes.
Service:

Die Teststationen des BRK im Überblick

  • Amberg (BRK-Haus am Amselweg): Dienstag, Donnerstag und Sonntag, jeweils 17 bis 20 Uhr.
  • Ammerthal (Rathaus): Montag, 17 bis 20 Uhr.
  • Auerbach (Edeka): Freitag, 16 bis 19 Uhr.
  • Auerbach (BRK-Haus): Montag und Mittwoch, jeweils 17 bis 19 Uhr; Sonntag, 16 bis 18 Uhr.
  • Hahnbach (BRK-Halle an der Umgehungsstraße): Montag und Donnerstag, jeweils 17 bis 18.30 Uhr.
  • Kastl (Steinstadel): Freitag, 17 bis 20 Uhr.
  • Kümmersbruck (Gemeindehaus an der Schillerstraße): Sonntag, 16 bis 18 Uhr.
  • Neukirchen (BRK-Haus): Mittwoch und Freitag, jeweils 18 bis 20 Uhr.
  • Poppenricht (Turnhalle): Mittwoch, 17 bis 20 Uhr.
  • Schnaittenbach (Vitusheim): Mittwoch, 17 bis 20 Uhr; Samstag, 9 bis 12 Uhr.
  • Ursensollen (Kolpinghaus): Mittwoch, 17.30 bis 20 Uhr; Sonntag, 13 bis 16 Uhr.
  • Vilseck (Schule Schlicht): Freitag, 18.30 bis 20 Uhr; Sonntag, 15 bis 17 Uhr.

Corona-Schnelltests: Das war die BRK-Bilanz nach fünf Wochen

Amberg

 

 

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