Amberg
Update 27.07.2018 - 11:28 Uhr

Neue Bewohner für Schmelcherstraße

Aus alt mach neu: Die Häuser in der Schmelcherstraße, in der früher die Justizbediensteten wohnten, sind hergerichtet. Im September sollen hier überwiegend Flüchtlinge einziehen.

In der Schmelcherstraße neigen sich die Bauarbeiten dem Ende entgegen. Im September sollen die ersten Bewohner einziehen. Petra Hartl
In der Schmelcherstraße neigen sich die Bauarbeiten dem Ende entgegen. Im September sollen die ersten Bewohner einziehen.

(upl) Der Gebäude-Komplex in der Schmelcherstraße 1 bis 5 (neben der alten Brauerei Wingershof) diente ursprünglich als Wohnanlage für Beschäftigte der ganz in der Nähe befindlichen Justizvollzugsanstalt. Zum 1. Januar 2015 hat ihn der Freistaat Bayern als neuer Eigentümer übernommen.

Anfang 2016 gab es bei der Regierung der Oberpfalz zunächst Überlegungen, die Häuser als Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge zu nutzen. Das änderte sich aber im Oktober 2016, als das Projekt wegen des hohen Bedarfs an Wohnungen für anerkannte Flüchtlinge in den neu geschaffenen Wohnungspakt Bayern (staatliches Sofortprogramm) aufgenommen wurde. "Damit hat sich die Zielgruppe der Bewohner geändert", erklärt der Sprecher der Regierung, Markus Roth. Die Gebäude sind nun nicht mehr als Gemeinschaftsunterkunft geplant, sondern sollen Wohnraum für anerkannte Flüchtlinge und sozial Schwache bieten. Die Bauarbeiten laufen nun schon seit etwas mehr als zwei Jahren. "Die Fertigstellung war zunächst im Oktober 2017 geplant. Da sich die Sanierungsarbeiten an der Statik allerdings aufwendiger gestalteten als zunächst angenommen, dauern die Arbeiten länger", sagt Roth. Die Kosten belaufen sich auf 2,9 Millionen Euro. Getragen werden diese durch den Freistaat Bayern über das staatliche Sofortprogramm. Die Übergabe ist für Anfang August vorgesehen. Insgesamt sollen in der Schmelcherstraße 1 bis 5 laut Regierungssprecher bis zu 96 Personen wohnen. Weil noch Restarbeiten zu erledigen sind, können die ersten Bewohner erst im September einziehen. Die Belegung der Wohnungen erfolgt zu 70 Prozent durch die Regierung der Oberpfalz und zu 30 Prozent durch die Stadt Amberg. Oberbürgermeister Michael Cerny betrachtet das Projekt mit gemischten Gefühlen. "Persönlich sehe ich das zwiespältig: Einerseits ist es gut, dass der Freistaat investiert und die alten Wohnungen herrichtet. Andererseits ist es problematisch, wenn eine Quote von 70 Prozent für die Flüchtlinge vorgegeben ist."

Diese Aufteilung sei für die Integration nicht unbedingt förderlich und werde von Wohnungssuchenden unter Umständen als "Bevorzugung der Flüchtlinge" interpretiert. Er wisse von etlichen Ambergern, die günstigen Wohnraum suchten und nicht verstünden, warum Wohnungen speziell für Flüchtlinge gebaut werden. Doch Wohnungen müssen her: Spätestens wenn der Mietvertrag für die Flüchtlingsunterkünfte im ehemaligen Bundeswehrkrankenhaus ausläuft, braucht die Stadt Wohnraum für Geflüchtete mit Bleiberecht. Und auch Sozialwohnungen sind rar.

 
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