05.03.2019 - 18:13 Uhr
AmbergOberpfalz

Neue Konzernzentrale von Grammer wächst in die Höhe

Von der Georg-Grammer- Straße in die Grammer-Allee. Hinter dieser Adressänderung verbirgt sich nicht nur der Umzug der Konzernzentrale von Amberg nach Ursensollen, sondern zugleich eine neue Definition von Arbeitswelt.

Grammer-Mitarbeiter werden per Webcam und Intranet auf dem Laufenden gehalten, wie das 40-Millionen-Projekt, in dem einmal 700 Beschäftigte arbeiten werden, fortentwickelt. Noch heuer soll der Kopfbau für die allgemeine Verwaltung und des Bauabschnitts I (im Hintergrund) bezogen werden. Im Vordergrund werden derzeit die Fundamente eines mehrflügligen Baus für die Entwicklungsabteilungen betoniert.
von Michael Zeissner Kontakt Profil

Noch ist es nicht die Silhouette des künftigen Sitzes der Grammer AG, die sich vom Horizont am nordöstlichen Rand von Ursensollen abhebt. Es sind vier Baukräne. Sie markieren weithin sichtbar das 5,3 Hektar große und damit weitläufige Gelände, von dem aus der Konzern bald wirtschaftlich und entwicklungstechnisch geführt wird. Den ersten Umzugstermin hat der Projektleiter des Unternehmens, Stefan Badura, schon dick in seinem Terminkalender angestrichen. Es ist die 49. Kalenderwoche dieses Jahres.

Also noch heuer werden die ersten 180 bis 200 Mitarbeiter des Fahrzeugsitze-Herstellers und Autozulieferers von Amberg in den Nachbarort wechseln. Es sind die klassischen Verwaltungsbereiche eines Unternehmens und der Vorstand samt nötigem Umfeld, betonte Konzernsprecher Ralf Hoppe bei einem Pressegespräch auf der Baustelle. Noch fehlt das vierte und letzte Geschoss des Kopfbaus, von dem aus die Grammer AG dann geführt wird. Doch Hoppe und Badura betonen einmütig, im Zeitplan zu liegen. "Das Wetter ist uns einigermaßen entgegengekommen", fügte der Konzernsprecher an. Der gesamte Zeitplan für die Umsiedlung offenbart sich als äußerst ambitioniert. 2015 fiel die Grundsatzentscheidung, unmittelbar darauf folgte die Ausschreibung in der Region. Neben Amberg bewarben sich laut Hoppe fünf Kommunen um die Ansiedlung der Konzernzentrale, Ende 2016 bekam Ursensollen den Zuschlag.

Bald darauf wurde Badura mit der Projektleitung beauftragt, sein Team ist inzwischen bei einer Vorlaufzeit von zwei, zweieinhalb Jahren auf 14 Mitarbeiter angewachsen. Im März 2018 erfolgte intern der Spatenstich, das Richtfest für den Bauabschnitt I, der den Kopfbau umfasst, steht an, wenn das vierte Geschoss im Rohbau fertig ist. Rund 80 Bauarbeiter sind derzeit dort beschäftigt, denn parallel entsteht derzeit die Gründung des Bauabschnittes II, in dem einmal die Entwicklungs- und Innovationsabteilungen des Konzerns untergebracht sein werden. Im Endausbau sollen in Ursensollen 700 Grammer-Beschäftigte arbeiten, die sich momentan noch auf die Standorte Amberg, Immenstetten und Haselmühl verteilen.

Alle administrativen Abteilungen jenseits der Serienproduktion werden dann in Ursensollen zusammengefasst sein. Im bisherigen Amberger Unternehmenssitz verbleiben laut Hoppe 80 Arbeitsplätze. Rund 40 Millionen Euro investiert die Grammer AG in ihren neuen Firmensitz, und der Konzernsprecher gerät förmlich ins Schwärmen, wenn er davon spricht "eine moderne Arbeitswelt zu gestalten". Das bedeutet den Abschied vom klassischen Bürokomplex, wenn auch in Ursensollen bis auf wenige Ausnahmen klassische Büroarbeiten der Verwaltung und Entwicklung verrichtet werden.

Geistige Arbeit benötige Freiräume für Kreativität und Entspannung, betonte auch Badura. Diese Räume werden sowohl in den Gebäuden als großzügige Lounges sowie als nach Süden ausgerichteter, ausgedehnter Grünbereich mit fließenden Übergängen zur Bebauung entstehen.

Offizieller Spatenstich zum Bau der neuen Konzernzentrale: Grammers Millionen-Bekenntnis

Kommentar:

Bekenntnis zur Region

Die Grammer AG gilt als Amberger Unternehmen, wenn es auch im Grunde die Stadt mit den Produktionsstandorten Haselmühl und Immenstetten früh verließ. Nun zieht auch die Konzernzentrale weg. Das ist aus lokalpolitischer Sicht schmerzlich. Nicht zuletzt wegen der abfließenden Gewerbesteuer-Einnahmen. Wer sich anschaut, was derzeit in Ursensollen entsteht, dem wird das große Amberger Manko des Hier und Jetzt umso bewusster. 5,3 Hektar erschlossene Gewerbeflächen in einem Stück, Autobahn und Bundesstraßen unmittelbar vor der Türe. Das konnte und kann die Stadt nicht bieten. Gut, dass die 40-Millionen-Investition in der Nachbarschaft bleibt.

Michael Zeißner

Freuen sich selbst auf das, was in Ursensollen als künftige Konzernzentrale entsteht: Grammer-Projektleiter Stefan Badura (links) und Unternehmenssprecher Ralf Hoppe.
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