16.10.2020 - 15:24 Uhr
AmbergOberpfalz

Neue Kräfte für den Amberger Radverkehr

Die Umsetzung des Radverkehrskonzepts für die Stadt Amberg rollt voran. In kleinen Etappen zwar nur, aber es rollt. Zwei junge Kräfte kümmern sich im Baureferat künftig um die Umsetzung.

Ganz so viele Radfahrer wie hier bei der Critical Mass sind normalerweise in Amberg nicht gleichzeitig unterwegs. Doch werden sie ein immer größerer und wichtiger Teil des Individualverkehrs, der entsprechend zu schützen ist.
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Radler, Fußgänger, Autofahrer, Lieferverkehr, Rollerfahrer und der Öffentliche Nahverkehr – viel Verkehr für wenig Straße. Und – abgesehen von den Finanzen – das eigentliche Problem, das die Stadt Amberg daran hindert, das seit einigen Jahren schon vorliegende Radverkehrskonzept zügig umzusetzen. "Wir können den vorhandenen Raum nur einmal verteilen", sagte Baureferent Markus Kühne dazu am Mittwoch im Bauausschuss. Wird den Radfahrern mehr Platz im Straßenraum gegeben, muss also auf der anderen Seite irgendwer – meist der Autofahrer – etwas davon abgeben. "Und wegnehmen tut weh", brachte es Kühne auf den Punkt.

Das Radverkehrskonzept sorgt immer für Diskussionen

Amberg

Nichtsdestotrotz hat das zuständige Baureferat laut Kühne bisher rund ein Sechstel der 176 Maßnahmen aus dem Radverkehrskonzept abgearbeitet. Wie er zugibt, vor allem die leichten davon, die schnell und kostengünstig umgesetzt werden konnten – aber immerhin. "Wir wollen auch nach außen zeigen, dass wir das Thema offensiv angehen", versprach Kühne, die für 2021 dafür im Haushalt vorgesehenen 500.000 Euro auch wirklich zu verbauen. Damit das gut läuft, kümmern sich im Baureferat jetzt mit der neuen Verkehrsplanerin Bettina Teleky und Roman Kick zwei junge Kräfte um die weitere Umsetzung.

Ein derzeit schon laufendes Projekt ist die Radwegeverbindung über Oberammersricht ins Industriegebiet Nord. Schon heute nutzen viele Arbeitnehmer diese Strecke, beschweren sich aber seit langem darüber, dass der heute dort vorhandene Feldweg vor allem im Steigungsbereich ausgewaschen und vom landwirtschaftlichen Verkehr ausgefahren ist. Nun wird dieser rund 250 Meter lange Problembereich mit einem Pflasterbelag versahen, um ihn dauerhaft für den Radverkehr nutzbar zu machen. Kostenpunkt: 150000 Euro. Besser noch als diese Betonsteine wäre nach Ansicht von Oberbürgermeister Michael Cerny Asphalt. Weil darauf der Radler so richtig schön rollen kann. Auf der anderen Seite ist dann da wieder das Problem der Bodenversiegelung.

Vor fast drei Jahren wurde das Radverkehrskonzept verabschiedet

Wesentlich größer, umfangreicher und wahrscheinlich auch bedeutend schwieriger wird die Maßnahme ausfallen, die den Verkehrsplanern für das Klinikviertel vorschwebt. Weil eine Aufweitung der Bahnunterführung am Mariahilfbergweg wahrscheinlich nicht möglich sein wird, soll diese in eine Einbahnstraße umgewandelt und mit einem Sicherheitsstreifen für Radfahrer versehen werden. Im Zuge der Maßnahme soll das gesamte Klinikviertel einen Einbahnverkehr bekommen, mit den jeweiligen Einrichtungen für die Radfahrer. "Wir wollen das mal als eine Testphase machen", sagte Baureferent Markus Kühne im Bauausschuss.

Aber warum, so wollte Uli Hübner (SPD) wissen, sind an den meisten Straßen im Stadtgebiet immer noch keine Schutzstreifen für Radfahrer eingezeichnet? Obwohl das relativ billig wäre? Und leicht umzusetzen? "Oft sind es die Kleinigkeiten, die es ausmachen", sagte Markus Kühne dazu. Für Rad-Schutzstreifen müssten oft Parkplätze wegfallen, es müssten die Eingänge von Geschäften berücksichtigt werden. "Für die Nachhaltigkeit müssen wir diesen Konflikt aushalten", kommentierte das Hans-Jürgen Bumes (Die Grünen).

Entscheidend wird es sein, so fasste Michaela Frauendorfer ihre Sicht der Dinge zusammen, dass die zu schaffenden Fahrradwege auch irgendwo hinführen, also eine durchgehende Verbindung von A nach B schaffen. "Und ganz besonders ist es doch, wenn ein Radfahrer etwas darf, was ein Autofahrer nicht darf", so Frauendorfer. Beispielsweise entgegen eine Einbahnstraße fahren. Genau diese Dinge müssten Vorrang haben vor Sachen, die gemacht würden, weil sie schnell gehen, sagte Rudolf Scharl (Liste Amberg) "Was schnell gemacht werden kann, muss nicht unbedingt wichtig sein." "Wir machen die einfachen Dinge gleichzeitig und schauen, dass das Ganze getan wird", so die Aussage des Baureferenten dazu.

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