Amberg
18.08.2021 - 11:09 Uhr

Neue Technik für schmerzfreies Gehen

Siegfried Ströbl probiert beim Sommerfest der "Roadrunner" die neuen technischen Einlagen aus. Anika Riedel (links) und Swetlana Krämer helfen dabei. Bild: jp
Siegfried Ströbl probiert beim Sommerfest der "Roadrunner" die neuen technischen Einlagen aus. Anika Riedel (links) und Swetlana Krämer helfen dabei.

Vor kurzem trafen sich die „Roadrunner“, eine Selbsthilfegruppe der Arm- und Beinamputierten aus dem Amberger Raum und dem angrenzenden Mittelfranken, zu einem sommerlichen Fest in der ehemaligen Eisenbahnerhütte in Lauterach bei Kastl. Organisator Willi Vahle freute sich, dass wieder über 30 Gäste zusammengekommen waren, um mit „Schicksalsgenossen“ Erfahrungen auszutauschen. Dazu begrüßte er auch die beiden medizinischen Betreuerinnen der Gruppe: Orthopädietechnikerin Swetlana Krämer und Physiotherapeutin Inge Vogl. Außerdem Anika Riedel, die Chefin eines neu eröffneten Sanitätshauses in Amberg, die das Fest zusammen mit Manfred Kick sponserte.

Begeistert waren die "Roadrunner" von einer Vorführung, bei welcher mit neuester Technik die Druckverteilung des gesunden Fußes und der Prothese im Schuh gemessen wurde. Als „Versuchskaninchen“ stellte sich der Unterschenkel-amputierte Sigfried Ströbl aus Kastl zur Verfügung. Bei der sogenannten Insolemedic wird eine Einlagesohle mit Anschlussband in die Schuhe gelegt, der die Druckstellen und den Abrollvorgang beim Gehen an einen Bluetooth-Adapter übermittelt, der in einer Halterung hinter dem Schuh steckt. Die Daten werden übertragen und können auf einem Laptop anschaulich dargestellt werden.

Auf dem Übertragungsbild seien schließlich die Belastungszonen, die Druckverteilung und die Kraftlinien zu sehen. Dies helfe den Fachkräften, den Betroffenen das Gehen durch gezielte Maßnahmen, wie optimaler Justierung der Prothese und Anfertigung der passenden Einlagen für den gesunden Fuß, schmerzfreier zu gestalten. Es erleichtere die Therapie und verbessere die Belastung der Bein-, Hüft- und Rückenmuskulatur. Gerade für Diabetiker, die durch die Neuropathie wenig bis gar keine Schmerzen mehr verspüren, sei das optimale Gehen bei Alltagsbesorgungen von großer Bedeutung, um Haltungsschäden und Druckstellen zu vermeiden.

 
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