12.10.2020 - 10:13 Uhr
AmbergOberpfalz

Neuer Schwung für das Amberger Theater-Abo

Gehörte es früher zum guten Ton bei Ambergs Bürgertum, regelmäßig das Stadttheater zu besuchen, dort möglicherweise sogar ein Abonnement zu genießen, sind auch hier die Zeiten schnelllebiger geworden. Das alte Abo-System muss neu werden.

Ob anspruchsvoll oder nur unterhaltsam. Das Amberger Stadttheater bietet seinem Publikum ein kulturell bunt gemischtes Programm. Damit das auch in Zukunft viele Menschen sehen, wird es eine neue Abo-Struktur geben.
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Das Amberger Stadttheater steht sowohl baulich als auch inhaltlich vor größeren Veränderungen. So soll und muss das Haus barrierefrei umgebaut werden, gleichzeitig endet mit der übernächsten Spielzeit der Vertrag mit der Konzertagentur Landgraf, die über Jahrzehnte die Programmgestaltung des Hauses inne hatte. Um den Umbau finanziell einigermaßen erträglich zu gestalten, arbeitet Kulturreferent Fabian Kern derzeit an einem Konzept, wie im Stadttheater künftig pro Jahr mindestens 100 Veranstaltungen laufen können. Dann gibt es nämlich den erhöhten Fördersatz von 75 Prozent vom Freistaat. Der staatlich vorgegebene Zeitplan dafür war zunächst sehr knapp, nun hat der Freistaat wegen Corona diesen bis Ende 2023 verlängert. Bis dahin, so versicherte es Fabian Kern am Donnerstag im Kulturausschuss, sollte es problemlos gelingen, ein richtig gutes Konzept auf die Beine zu stellen.

Der zweite Punkt ist die Tatsache, dass sich die Stadt Amberg von der Agentur Landgraf trennt und das Theater- sowie Konzertprogramm künftig in Eigenregie aufstellen wird. Im Zuge dessen soll auch gleich die Abo-Struktur angepasst werden, die nach Einschätzung von Kulturfachkraft Barbara Hauck nicht mehr den heutigen Anforderungen entspricht. Bisher, so Hauck, konnten die Amberger unter anderem aus drei großen Abos à zehn Vorstellungen wählen. Umgerechnet auf eine Theatersaison von rund neun Monate bedeute dies: "Die waren dann mehr als einmal pro Monat im Theater." Zu viel für aktuelle Gewohnheiten.

Rückgrat der künftigen Abo-Struktur werden Reihen mit drei bis sechs Vorstellungen sein. Sei es ein Musiktheater-Abo mit vier Aufführungen oder die Komödien-Reihe mit sechs Vorstellungen. Neu ist indessen auch, dass diese Abos untereinander frei kombiniert werden können. Zusätzlich behält man das System mit dem Wahl-Abo bei. Zehn oder sechs Vorstellungen werden hier frei ausgewählt, eingelöst werden können die Wahlscheine für Veranstaltungen aus der Theater- und Konzertsparte - auch das eine Neuerung. Die Ziele sind laut Barbara Hauck klar: Gewinnung neuer Zielgruppen für das Abonnement, Wiedergewinnung des alten Stammes nach der Corona-Pandemie sowie Qualitätssteigerung durch Reduktion. "Abonnentenpflege bedarf Zeit und Geld, sie zahlt sich aber nachweislich aus", sagte Barbara Hauck im Ausschuss.

Mehr zum Sanierungskonzept für das Stadttheater

Amberg
Neue Abostruktur:

Weniger Vorstellungen und frei kombinierbar

Die neue Abostruktur für das Amberger Stadttheater bietet eine ganze Reihe von Möglichkeiten und Kombinationen:

  • Konzert-Abo à 6 Veranstaltungen
  • Musiktheater-Abo à 4 Veranstaltungen
  • Schauspiel-Abo à 6 Veranstaltungen
  • Komödien-Abo à 6 Veranstaltungen
  • Junges Abo / klassen(n)publikum à 6 Veranstaltungen
  • Wahl-Abo à 10 Wahlscheinen
  • Wahl-Abo à 6 Wahlscheinen
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.