Amberg
04.10.2024 - 13:40 Uhr
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Neues Parkraumkonzept für Amberger Altstadt wirft viele Fragen auf

Braucht die Altstadt bessere Lösungen für Parker? Ein Arbeitskreis hat ein neues Parkraumkonzept entwickelt. Doch im Verkehrsausschuss kommt die Idee schlechter an als erwartet. Die Diskussionen zeigen: Es gibt keine einfachen Antworten.

Das Parken in Amberg ist immer ein Garant für viele Diskussionen. Jetzt wurde im Verkehrsausschuss ein neues Parkraumkonzept vorgestellt, aber nicht beschlossen. Archivbild: Petra Hartl
Das Parken in Amberg ist immer ein Garant für viele Diskussionen. Jetzt wurde im Verkehrsausschuss ein neues Parkraumkonzept vorgestellt, aber nicht beschlossen.

"Moderne Mobilität für Ambergs Innenstadt": So ist der Titel eines Arbeitskreises, in dem die Basis für ein neues Parkraumkonzept in der Altstadt entwickelt wurde. Das Ergebnis wurde den Mitgliedern des Verkehrsausschusses am Mittwoch, 2. Oktober, vorgestellt. So viel vorweg: Richtig überzeugt war am Ende keiner der Stadträte von dem Konzept, abgestimmt wurde am Ende aber trotzdem – allerdings nur über ein Detail.

Ulrich Schaller, Leiter der Stabsstelle Mobilität und Verkehr, gab Einblick in die Fragen, die die Arbeitsgruppe versuchte, zu klären. Wie kann man die Parkhäuser besser auslasten? Wie kann man den Parksuchverkehr in der Altstadt reduzieren? Wäre es eine Verbesserung, wenn man an manchen Stellen nicht mehr hineinfahren kann? "Allerdings haben wir das Thema Verkehrsführung nicht angelangt", so Schaller. Stattdessen wurde ein Konzept erarbeitet, das parkplatzsuchende Altstadt-Bewohner und Besucher an manchen Stellen räumlich voneinander trennt. Schaller präsentierte dazu eine Grafik mit unterschiedlichen Farben, auf denen die Zonen für die jeweiligen Bedürfnisse eingezeichnet waren. Heraus kamen dabei Unterteilungen der Parkplätze in verschiedene Bedarfsarten wie Besucher, Kurzzeitparker, Bewohner mit Parkausweis und gemischte Nutzung.

"Mehr Parkgerechtigkeit"

Ziel dieser Aufteilung ist, dass Besucher der Altstadt durch die neue Einteilung "einfacher und gezielter" geeignete Parkplätze finden, Bewohner für sie reservierte Parkplätze haben und Kurzzeitparkplätze schnelle Besorgungen in der Altstadt ermöglichen, so Schaller. "Insgesamt kann somit der Parksuchverkehr minimiert und zeitgleich die Aufenthalts- und Lebensqualität der Altstadt erhöht werden", heißt es dazu in der Beschlussvorlage, die eine Testphase von zwölf Monaten vorsah. Und Schaller bezeichnete das Konzept als Schritt zu "mehr Parkgerechtigkeit".

Das Konzept fand nur eingeschränkte Unterstützung im Gremium. Die aktuelle Situation, die als "Münchner Modell" beschrieben und eine gemeinsame Nutzung von Anwohnern und Besuchern vorsieht, funktioniert "im Großen und Ganzen gut", sagte Bürgermeister Martin Preuß. Daniel Müller (CSU) war der Meinung, das Amberger und Gäste zu sehr verwirrt würden, wenn man das Konzept "auf einen Schlag" umgesetzt würde, deswegen war er der Meinung, das "stückchenweise" zu machen. Und anfangen sollte man am besten mit Kurzzeitparkplätzen. Josef Witt (ÖDP) befürwortete die Idee, den Suchverkehr zu minimieren, dennoch vermisste er im Konzept in der Arbeitsgruppe besprochene Details wie beispielsweise eine Lichtanlage vor dem Paulanerplatz, "um zu wissen, ob man dort eine Chance hat, einen Parkplatz zu erwischen". Martin Frey (Die Liste Amberg/DLA) sah zwei Personengruppen, die besonderes Anrecht auf einen Parkplatz in der Innenstadt haben sollten: Bewohner und Menschen mit Einschränkungen. "Aber was verzichtbar ist, ist der überbordende Besucherverkehr." Seiner Meinung nach seien Kurzzeitparkplätze deshalb ein Widerspruch. "Es führt nicht dazu, Verkehr zu reduzieren, sondern lädt dazu ein, in die Altstadt zu fahren." Susanne Herding (CSU) gab ihm Recht: "Damit werden wir den Suchverkehr nicht reduzieren." Dennoch sei es ein Zwischenschritt auf dem Weg, die Menschen langfristig davon zu überzeugen, in die Parkhäuser zu fahren. Stichwort: 30 Minuten kostenloses Parken.

Schilderwald befürchtet

Dieter Amann (SPD) sah überhaupt keinen Anlass für die zahlreichen Varianten und befürchtete einen "Schilderwald" und ein System, in dem sich keiner mehr auskennt, auch seien die Kosten nicht ersichtlich. Rechts- und Verkehrsreferent Bernhard Mitko: "Natürlich führt das neue Konzept zu mehr Schildern. Mehr als jetzt." Hinsichtlich der Kurzzeitparkplätze war er allerdings nicht der Meinung, dass es damit zu einer Erhöhung des Parkplatzsuchverkehrs komme, "aber eine Verkehrsberuhigung ist es auch nicht".

Den Schlusspunkt hinter der Diskussion setzte Susanne Herding, die in der Sitzung einen Antrag stellte, zumindest die Einführung der 30-Minuten-Kurzzeitparkplätze innerhalb der derzeit geltenden gebührenpflichtigen Zeiten für ein Jahr zu beschließen, "weil es ein Startschuss für das Projekt wäre". Darüber ließ Bürgermeister Martin Preuß dann auch abstimmen. Mit vier Ja-Stimmen von CSU und ÖDP (Preuß, Herding, Müller und Witt) und den drei Nein-Stimmen von SPD, DLA, Grüne (Amann, Frey, Schleicher) wurde dem Antrag schließlich zugestimmt. Am Montag, 7. Oktober, wird das Thema in der Sitzung des Stadtrats erneut diskutiert.

Info:

Kurzzeitparkplätze

  • 18 Parkplätze in der Altstadt sollen ausschließlich für Kurzzeitparker geschaffen werden, die schnell Erledigungen tätigen möchten.
  • Parkzeit: maximal 30 Minuten
  • Wo? Roßmarkt, Malteserplatz, Schrannenplatz und in der Herrnstraße nahe des Marktplatzes.
  • Auch diese Parkplätze sind kostenpflichtig. Die kostenfreie Nutzung der Parkplätze außerhalb der Geschäftszeiten wird nicht verändert.

Quelle: Aus dem Parkraumkonzept für die Altstadt

Kommentare

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Bernhard Zürn

Dieses Kurzzeitparken ist unkontrollierbar.
Die Lösung: Konsequent die Altstadt für Autos sperren, mit Ausnahme der Bewohner und Menschen mit Einschränkungen, allerdings mit der Problematik das in 10 Jahren weder Einzelhandel noch Gastronomie hier lebensfähig sein werden. Alle Bewohner und Gewerbetreibenden müssen dann allerdings auch an Instandsetzung und Unterhalt der Straßen verantwortlich gemacht werden werden. Previlegien haben Ihren Preis, genau wie das Parken in den Parkhäusern.

05.10.2024
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