24.09.2020 - 10:14 Uhr
AmbergOberpfalz

Niedergeschlagen, getreten und angeblich beraubt

Schwerer Raub oder "nur" Körperverletzung im Asybewerberheim Dachelhofen (Kreis Schwandorf)? Ein Prozess vor dem Landgericht Amberg soll das klären.

Vor der Großen Jugendstrafkammer am Landgericht wird gegen drei junge Männer verhandelt.
von Autor HWOProfil

Es geht um zwei mutmaßliche Verbrechen. Auf der Anklagebank sitzen drei Asylbewerber vor der Großen Jugendstrafkammer des Landgerichts Amberg. Die Männer im Alter von 28, 24 und 21 Jahren sollen in Dachelhofen bei Schwandorf und in Regensburg zwei Landsleute übel misshandelt und beraubt haben.

Nach zweiwöchiger Pause hat das Gericht den Prozess fortgesetzt und dabei einen sogenannten rechtlichen Hinweis an die Beschuldigten erteilt. Der Mitteilung ließ sich entnehmen, dass sich die als schwerer Raub im Aylbewerberheim Dachelhofen angeklagte Tat letztlich auf die dabei auch mutmaßlich begangene gefährliche Körperverletzung beschränken könne.

Geschlagen und beraubt

In Dachelhofen war kurz nach Weihnachten 2019 ein aus Regensburg angereister Asylbewerber angefallen, geschlagen und angeblich um seine Jacke beraubt worden. In ihr befanden sich Bargeld und ein Handy.

Der Mann hatte das als Zeuge so berichtet, doch die Angeklagten bestritten zum Verhandlungsauftakt ihre Beteiligung. Nur einer von ihnen will im fraglichen Zimmer gewesen sein, als die Tat stattfand. Von seiner Seite kam die Mitteilung, dass der 29-Jährige als eigentlicher Störenfried einer in dem Raum gehaltenen Party gelten könne.

Drei Wochen später wurde heuer am 17. Januar in Regensburg ein ebenfalls aus Vorderasien stammender Asylbewerber niedergeschlagen, getreten und um angeblich über 1000 Euro beraubt. Am zweiten Verhandlungstag hatte der Mann die drei Angeklagten als Täter identifziert. Damals bestritten sie jegliche Beteiligung. In der dritten Prozessrunde rückten die drei nun davon ab und ließen über Dolmetscher berichten, einer von ihnen hätte Marihuana bei dem auf einer nachtdunklen Straße stehenden Landsmann kaufen wollen. "Daraus hat sich eine Schlägerei entwickelt", hörten die Richter.

"Kennen ihn schon lange"

Der angebliche Drogendealer tritt in dem Prozess als Nebenkläger auf. Er wies bei einer neuerlichen Vernehmung energisch von sich, etwas mit Drogenhandel zu tun zu haben und beharrte ferner darauf, die drei Männer vorher nie gesehen zu haben. Das Trio konterte allerdings: "Wir kennen uns schon lange." Der Prozess wird fortgesetzt.

Jugendkammer hört verschiedene Versionen

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