Das Guiness fließt noch ein paar Monate länger in der Ziegelgasse. O'Brian-Pächter Armin Spieß verkündete, dass sein Vertrag bis 30. Juni verlängert worden ist. Eigentlich hätte er in diesem Monat das Pub schließen sollen. Ein paar Wochen steht Spieß also in jedem Fall noch hinter dem Tresen. "Weiteres steht bis dahin fest. Hofft auf Gutes und kommt bis dahin zahlreich", postete der Wirt auf dem Facebook-Auftritt des O'Brian.
Mehr als ein Dutzend Wohnungen
Im Gespräch macht er klar: "Manche Gäste fragen, wo sie hingehen sollen, wenn es das Pub nicht mehr gibt." Der Pächter selbst bekräftigte, dass er das O'Brian mit Herzblut betreibt - seit 1996. In dieser Zeit gab es zahlreiche Live-Auftritte von Bands in dem Gebäude. Sogar Ray Garvey trat im Sommer 2003 mit seiner ersten Band Reamonn auf. Wie es nach dem 30. Juni weitergeht, weiß Spieß noch nicht. Investor Ulrich Schmid erklärte, bei seinem angedachten Vorhaben zu bleiben. "Wenn man etwas anfängt, muss man es durchziehen." Auch wenn das aktuell nicht in dem Tempo geschehe, "wie wir uns das wünschen". Heißt: Das O'Brian und das ebenfalls von Schmid erworbene Nachbargebäude (ehemals Waschmaschinen Meier) sollen entkernt, die Fassaden aber soweit wie möglich erhalten bleiben. Mit einem zusätzlichen Neubau auf dem Grundstück hinter den beiden erworbenen Immobilien würden so mehr als ein Dutzend Wohnungen entstehen. Sie sollen einen gehobenen Standard bieten und möglichst barrierefrei erreichbar sein.
Baugenehmigung steht noch aus
Die Voruntersuchungen sind laut Schmid bereits gelaufen, drei Varianten liegen für den Neubau auf dem Tisch: Eine mit Aufständerung, eine mit und eine ohne Tiefgarage. Nun gelte es Nachbarrechte und Abstandsflächen einzuschätzen. Auch die Baugenehmigung muss noch eingeholt werden. "Eine komplexe Maßnahme", wie der Investor sagt und darauf verweist, dass die Arbeiten ja nicht auf einer grünen Wiese, sondern in einer beengten Altstadt vonstatten geht. Einen festgezurrten Zeitplan gibt es nicht. Bevor man in die weitere Planungsphase einsteige, wolle man die Kommunalwahl abwarten.
Der Investor und Amberger Steuerberater Ulrich Schmid hat nicht nur die Gebäude in der Ziegelgase erworben, sondern noch einige weitere. Dazu zählen H&M, die ehemalige Kreissparkasse am Marktplatz oder das Eckert-Gebäude mit Hans im Glück.
Irisches Bier, das über die speckige Theke gereicht wird. Das O’Brian genießt bei vielen Ambergern Kultstatus. Nicht zuletzt, weil Wirt Armin Spieß immer wieder Bands engagierte, die legendäre Live-Auftritte zwischen holzgetäfelten Wänden, Flipper und Billardtisch hinlegten. Der Pachtvertrag ist zwar in letzter Minute um drei Monate verlängert worden. Trotzdem: Früher oder später sollen in dem Gebäude Wohnungen entstehen – das O‘Brian somit aus der Amberger Kneipenlandschaft verschwinden. Jammerschade, selbst wenn ein irisches Sprichwort besagt: „Es lohnt sich nicht, über verschüttetes Guinness zu weinen.“ Bedeutet wohl nichts anderes wie das von Fußballtrainer Dragoslav Stepanovic geprägte geflügelte Wort „Lebbe geht weider“. Dennoch: Es macht schon sehr wehmütig, dass mit dem O’Brian wieder eine wahre Kultkneipe verloren geht.





















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