07.04.2021 - 21:04 Uhr
AmbergOberpfalz

Nach Ostern wieder mehr Coronainfektionen in Amberg-Sulzbach

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Über die Osterfeiertage gab es in Amberg und Amberg-Sulzbach relativ wenig neue Coronainfektionen und eine stetig sinkende 7-Tage-Inzidenz. Das könnte mit den Zahlen, die das Gesundheitsamt am Donnerstag meldet, vorbei sein.

Die Maskenpflicht, wie sie teilweise in Amberg gilt, ist ein Mittel gegen die Ausbreitung des Coronavirus.
von Markus Müller Kontakt Profil

Die in der Politik gelegentlich geäußerte These, dass die sinkenden Inzidenzzahlen über Ostern damit zu tun hätten, dass die Gesundheitsämter an den Feiertagen keine Zahlen weitergäben, kann Dr. Roland Brey nicht bestätigen. „Wir melden jeden Tag“, sagt der Leiter des Gesundheitsamtes für Amberg und Amberg-Sulzbach. Und bis auf Montag habe man auch jeden Tag neue Corona-Infektionen gehabt. Allerdings sei natürlich über die Feiertage viel weniger getestet worden, nicht zuletzt weil die Arztpraxen geschlossen hatten.

Für Donnerstag 49 neue Fälle im Landkreis

Dass diese „Osterdelle“ sich in einen dauerhaften Rückgang der Infektionszahlen verwandelt, wäre natürlich auch Breys Wunsch. Doch die Zahlen, die er am Mittwoch an das Robert-Koch-Institut weitermeldete und die dort am Donnerstag in der Statistik auftauchen werden, lassen auch eine andere Deutung zu: 19 neue Fälle in Amberg und 49 in Amberg-Sulzbach könnten dafür stehen, dass sich mit dem Anziehen der Tests nach den Feiertagen auch die Inzidenzwerte wieder nach oben bewegen. „Wir wissen nicht, ob es sich tatsächlich abgeschwächt hat“, sagt Brey offen. Doch hoffe man, dass die Region Amberg-Sulzbach von den Infektionszahlen her dieselbe positive Entwicklung nehme, die sich in den vergangenen Wochen etwa in den Landkreisen Tirschenreuth und Neustadt/WN zeigte.

Die Todesfälle, von denen am Mittwoch in der Region wieder drei gemeldet wurden, treten laut Brey häufig mit einer Verzögerung von rund 14 Tagen zu den sehr hohen Infektionszahlen auf. „Es sterben jetzt durchaus auch Jüngere“, sagt der Medizinaldirektor. Die Über-80-Jährigen der ersten Priorisierungsgruppe hätten jetzt durch die Impfung einen sehr guten Schutz. Das sehe man etwa daran, dass es keine großen Ausbrüche in Altenheimen mehr gebe. Für die nicht Geimpften der Altersgruppe Ü 70 und darunter seien schwere Infektionsverläufe aber nach wie vor möglich.

In 30 von 32 Fällen britische Mutation

Das spiegeln auch die Belegungszahlen bei den Intensivbetten wider: Im Amberger Klinikum sind 22 der 28 Intensivbetten belegt, 13 davon mit Covid-19-Patienten; insgesamt werden dort 32 Patienten mit einer bestätigten Covid-Infektion behandelt. Bei 30 von ihnen ist die britische Mutation festgestellt worden. Im Sulzbach-Rosenberger Krankenhaus sind 9 von 10 Intensivbetten belegt, 3 mit Covid-19-Patienten.

Ob die britische Mutation des Coronavirus tatsächlich eine erhöhte Sterblichkeit und schwerere Verläufe hervorbringt, ist laut Brey noch nicht zweifelsfrei bewiesen. Eindeutig sei aber, dass eine Öffnungsstrategie unter diesen Vorzeichen erst dann Sinn mache, wenn man die Fallzahlen gedrückt habe. „Sonst ist das sehr riskant, man kann es nicht verantworten.“ Und: „Man kann sich da auch nicht raustesten.“ Tests leisteten zwar einen Beitrag, die weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern, aber nur die Impfung könne Corona langfristig in die Schranken weisen.

Stadt verteilt Selbsttests

Regelmäßige und kontinuierliche Tests sind laut einer Pressemitteilung der Stadt Amberg auch ein Mittel, um den erlaubten Präsenzunterricht in den Schulen und den Betrieb von Kindertagesstätten sicherer zu gestalten. „Testungen haben sich als wichtiges Grundelement bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie erwiesen“, wird Oberbürgermeister Michael Cerny in der Mitteilung zitiert. Der Freistaat Bayern stellt dazu kostenlose Selbsttests zur Verfügung, die von der Stadt Amberg an die Schulen und Kindertagesstätten verteilt werden. Mit Stand vom Mittwoch waren 8155 Tests für Kindertagesstätten (Personal) ausgegeben und 75.365 Tests für Schulen (Schüler und Lehrkräfte).

Die Coronazahlen vom Mittwoch

Amberg
Die Coronazahlen nach Gemeinden im Landkreis Amberg-Sulzbach zum Stand 1. April. Nachdem Anfang März in Rieden besonders viele Infektionen verzeichnet worden waren, liegt jetzt die Nachbargemeinde Ensdorf an der Spitze der auf die Einwohnerzahlen umgerechneten Statistik.

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