Die Bekämpfung von Krebs steht vor einem weiteren großen Durchbruch: Dank modernster Mess- und Steuerungstechnik können Strahlentherapien schneller, effizienter und schonender werden. Bei der Entwicklung vorne mit dabei sind Forscher der OTH Amberg-Weiden, heißt es in einer Pressemitteilung der Hochschule.
Strahlentherapien gehören seit jeher zur Behandlung von Krebserkrankungen. Durch leistungsstärkere Rechner und neuartiger Bestrahlungsgeräte können diese Therapien heute sehr individuell ausgerichtet werden. So lasse sich der Tumor gezielt bekämpfen, was für den Patienten weniger Nebenwirkungen bedeutet. Ständig werde geforscht, um Bestrahlungs-Techniken noch effizienter zu machen. Das Institut für Medizintechnik der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) Amberg-Weiden und die Firma LAP Süd arbeiten gemeinsam an der Weiterentwicklung von Multi-Leaf-Kollimatoren (MLCs). Diese Geräte sorgen dafür, dass die zu bestrahlenden Tumore und gegebenenfalls Metastasen von den Strahlen möglichst punktgenau erreicht werden. So werde das umliegende Gewebe geschont.
Konkret geht es darum, die Antriebs- und Messtechnologie der Lamellen, die die Strahlung optimal an die Tumorform anpassen, zu beschleunigen und zu verbessern. So können Bestrahlungen aus vielen Winkeln erfolgen, "was die Nebenwirkungen reduziert und gleichzeitig die gewünschte Dosis im Tumor appliziert".
Das bayerische Wirtschaftsministerium fördert laut Hochschule das Forschungsvorhaben in den kommenden Jahren mit insgesamt 111 900 Euro für die OTH Amberg-Weiden - bei einem Gesamtvolumen von über 800 000 Euro. "Die aktuell im frühen Forschungsstadium befindlichen Ansätze haben das Potenzial, den Markt zu revolutionieren", so OTH-Medizintechnikprofessor Ralf Ringler.
Höhere Geschwindigkeit und größte Genauigkeit würden die Strahlentherapie entscheidend weiterentwickeln. "Auf lange Sicht könnten Patienten damit bequemer, sicherer und mit erhöhten Heilungschancen behandelt werden", ergänzt Stefan Ueltzhöffer, Geschäftsführer der auf die Herstellung von Multilamellenkollimatoren spezialisierten LAP Sued. Das Entwicklungslabor am Medizintechnikcampus in Weiden testet die Prototypen und entwickelt dafür neue Messverfahren zur Sensorik und Steuerung der MLCs.













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