03.05.2019 - 15:48 Uhr
AmbergOberpfalz

OTH und Siemens: Jetzt kommt das Lernen 4.0

Neue Techniken und Anwendungen gelten inzwischen als Alltäglichkeit. Ohne neue Formen der Aus- und Fortbildung kann das nur halb funktionieren, sagen die OTH und Siemens und rücken noch enger zusammen.

Noch analog auf Papier besiegelt, obwohl es um die digitale Arbeitswelt geht (von links): Siemens-Standortleiter Gunter Beitinger, Personalleiterin Ramona Grosser, OTH-Präsidentin Andrea Klug und Günter Jakesch, Sprecher von Siemens Amberg, unterzeichnen eine Vereinbarung zum Aufbau eines bilateralen Innovativen Lernorts (ILO).
von Michael Zeissner Kontakt Profil

Es hat etwas von einem Geschenk, das man sich mit stillem Stolz zu einem besonderen Anlass selbst macht. Der besondere Anlass sind das 25-jährige Bestehen der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden (OTH) und die seither geknüpften Verbindungen zur Siemens AG und deren Standort Amberg. Das Geschenk hat exklusiven Charakter. Es besteht es aus einer völlig neuen Facette dieser Kontakte.

OTH-Präsidentin Professor Andrea Klug und Vertreter der Führungsspitze des hiesigen Siemens-Standorts unterzeichneten am Freitag im Großen Senatssaal der Hochschule in Amberg eine Kooperationsvereinbarung als sogenannter Innovativer Lernort (ILO). 17 dieser besonderen Form der Zusammenarbeit der Hochschule mit ausgewählten Partnern vorwiegend aus der Wirtschaft der Region gibt es bereits. Der jetzt hinzugekommene 18. habe jedoch einzigartigen Charakter, betonte Klug. Er wird die zwei Laborstandorte Siemens Amberg und OTH-Campus bekommen und so eine Brücke zwischen dem derzeit im Entstehen begriffenen, weltweit einzigen Digital Visitor Center (Besucherzentrum, www.onetz.de/2703797) des Konzerns und der Hochschule schlagen.

Neue Anforderungen

Nicht nur symbolisch. Vielmehr soll mit dem ILO die durch die mit enormem Tempo fortschreitende Digitalisierung der Industrie und daraus resultierenden Anforderungen an neue Formen der beruflichen Aus- und Fortbildung zusammengeführt werden. Sowohl in alltagspraktischer Hinsicht wie als Gegenstand der Hochschullehre und -forschung.

Ramona Grosser, Personalleiterin Siemens Amberg, sieht in diesem Projekt die Chance, die Erfahrung von 70 Jahre Siemens Amberg und 25 Jahre OTH zusammenzuführen, um adäquat auf die Notwendigkeiten der künftigen Arbeitswelt zu reagieren. Und die werde zweifelsohne durch die Notwendigkeiten der Industrie 4.0 vorgegebenen. Dabei gehe es nicht nur um die Erstausbildung des beruflichen Nachwuchses, sondern ebenso "die unverzichtbare Weiterbildung unseres eigenen Personalbestands".

Tempo ist hoch

"Ein rasanter Technologiezugewinn erfordert von uns allen eine hohe Anpassungsgeschwindigkeit", stellte Michael Anheuser, Leiter der Vorentwicklung bei Siemens Amberg, fest. Er ist Mitglied des OTH-Hochschulrates und das maßgebliche Bindeglied zwischen dem hiesigen Werk und der Hochschule bei der Entwicklung des ILO-Konzepts. "Das ist die Infrastruktur dafür", beschrieb er die Notwendigkeit, sich der Digitalisierung der Arbeitswelt stellen zu müssen. Ähnliche Konzepte der für beide Seiten fruchtbaren Verknüpfung von Ausbildung und betrieblicher Praxis gebe es schon lange. Praktika, Werksstudenten, Duale Studiengänge beispielsweise. Dieses Angebot werde nun um eine wichtige und unverzichtbare Säule erweitert. Anheuser ist sich sicher, dass mit diesem ILO "ein guter Weg vorgezeichnet ist", der auch der strategischen Ausrichtung der OTH als anwendungsorientierte Stätte hochqualifizierter Ausbildung entspreche.

"Wir waren mit einer der Trendsetter", sieht Oberbürgermeister Michael Cerny angesichts der bevorstehenden Jubiläumsfeier der Hochschule die Ansiedlungsbemühungen der verantwortlichen Lokalpolitik langfristig bestätigt. Angesichts der Schnelligkeit der bisherigen und noch zu erwartenden Entwicklung konstatiere er nun nicht nur die Notwendigkeit "eines lebenslangen Lernens". Er selbst erlebe diese Prozesse inzwischen auch als "ein lebenslanges Staunen". Und das stehe Amberg in der Kombination OTH-Siemens sehr gut zu Gesicht.

Info:

25 Jahre OTH

Einen eher lockeren Auftakt gönnt sich die Ostbayerische Technische Hochschule Amberg-Weiden (OTH) zum Festakt der Feier ihrer Gründung vor 25 Jahren. Am Dienstag, 7. Mai, empfängt ab 15 Uhr im Foyer des Siemens-Innovatoriums (Audimax) der Kabarettist und Musikpoet Hubert Treml die Gäste.

Ab 16.15 Uhr folgen im Audimax mit OTH-Präsidentin Andrea Klug als Gastgeberin der Festvortrag von Wissenschafts- und Kunstminister Bernd Sibler sowie ein Grußwort von Oberbürgermeister Michael Cerny. Ein Podiumsgespräch mit den Ehrensenatoren der Hochschule rundet den Festakt ab. (zm)

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