22.01.2020 - 10:12 Uhr
AmbergOberpfalz

Pächterwechsel beim Bräu-Wirt in Amberg

Das Traditionswirtshaus der Brauerei Winkler in der Unteren Nabburger Straße hat geschlossen. Von Winterschlaf aber kann nicht die Rede sein, denn: Hinter verschlossenen Türen herrscht emsiges Treiben - für den Neubeginn beim Bräuwirt.

Auch wenn noch etliche Handgriffe zu erledigen sind, die Stimmung ist gut bei der Crew für den Winkler-Bräuwirt. Im Bild zu sehen sind (von links) Christian Klostermann, Dominik Schuller, Julian Maier und Auszubildende Maria Seegerer.
von Erich Lobenhofer Kontakt Profil

"Es soll unser Aushängeschild sein und bleiben", unterstreicht Bräu Maximilian Winkler mit Blick auf die gleichnamige Brauereiwirtschaft in der Unteren Nabburger Straße 34. Auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien bestätigt er, dass das Lokal zum Ende vergangenen Jahres geschlossen wurde. Es waren wohl private Gründe, die Pächter Wolfgang Beringer zum Aufgeben veranlasst hatten. Er hatte die Wirtschaft einst im März 2006 übernommen.

"Dass nun geschlossen ist, haben die wenigsten wirklich wahrgenommen, weil in der Vergangenheit im Januar meist Betriebsurlaub war", erläutert Maximilian Winkler. Zugleich sei in den Herbst- und Winterwochen hinter den Kulissen einiges in Bewegung geraten. Schließlich habe die Brauerei nach einer Nachfolgelösung gesucht - und diese schließlich auch gefunden: in Gestalt eines Trios. Als neue Pächter treten nun die gastronomisch erfahrenen Christian Klostermann (47) und Dominik Schuller (28) auf, die beide seit drei Jahren auf der gegenüberliegenden Straßenseite das Blaue Haus betreiben. Ihnen zur Seite steht Julian Maier (29), der als Koch eifrig an der Gestaltung der Speisekarte tüftelt.

Von Kombüse an die Vils

Der künftige Küchenchef hat als Koch seine Erfahrungen in Restaurants in Amberg und Umgebung gesammelt. Und außerdem, so heißt es auf Facebook: "Nach ein paar Wochen in der Kombüse auf einem Kreuzfahrtschiff hat er nun wieder an der Vils angelegt." Maier setzt dabei ebenso auf regionale Erzeugnisse wie seine beiden Mitstreiter. Zur offenen Küche gehöre aber auch, dass die Herkunft der Produkte nicht verborgen bleibe. Beabsichtigt ist, die Namen der Lieferanten offen zu nennen.

Klostermann und Schuller hatten sich gegenüber der Brauerei Winkler ebenso um die Nachfolge Beringers beworben wie unabhängig davon Maier. Doch als die Kandidaten jeweils für sich schon wieder kurz vor dem Absprung waren, regte Bräu Winkler an, dass das Trio doch gemeinsam die Ärmel hochkrempeln und anpacken könnte. "Er hat uns zusammengebracht", klärt Klostermann auf, ohne im Augenblick bereits den konkreten Tag der Wiedereröffnung nennen zu können. Abgesehen von einigen kosmetischen Auffrischungen im Inneren - das Mobiliar wird unverändert übernommen - gibt es aktuell noch kleinere technische Hängepartien mit dem Küchenblock und der Lüftung. Wenn diese überwunden sind, soll gestartet werden: "Als bayerisches Wirtshaus mit den entsprechenden Speisen", aber auch mit Schafkopf, wie Klostermann ankündigt. Als Brauereiwirtschaft werde dabei gewiss alles rund ums Bier einen Schwerpunkt bilden.

Josefifeier im Terminplan

Angepeilt für die Eröffnung ist Ende Februar, nach Möglichkeit zum Beginn der Bockbierzeit. Fest im Terminplan stehe bereits die beim Winkler-Bräuwirt schon traditionelle Josefifeier am 19. März. In den ersten Wochen nach der Wiedereröffnung beabsichtigt das Trio, jeweils von Donnerstag bis Sonntag aufzusperren. "Spätestens aber zum Beginn der Biergartensaison heißt es Vollgas", blickt Klostermann nach vorne. Täglich ab 11 Uhr - abgesehen von einem noch festzulegenden Ruhetag - stehe die Mannschaft dann für die Gäste zur Verfügung. Hinsichtlich des Personals ist den Neu-Pächtern nicht bange. Sie haben zwar die komplette Crew noch nicht an Bord, sind aber zuversichtlich, vorhandene Lücken rechtzeitig schließen zu können.

Charakteristisch für den Winkler-Bräuwirt 2020 soll das "Du" werden. "Wenn nicht im bayerischen Wirtshaus, wo sonst?", gibt Klostermann die Linie vor. Er ist überzeugt davon, dass diese nette Umgangsform bei der Kundschaft ankommen wird. Ein anderer Schwerpunkt werde der neben dem Stadtarchiv gelegene Biergarten sein: "Einer der schönsten in der ganzen Region", ist Klostermann überzeugt. Angedacht seien dort einige Attraktionen, aber auch die Ausdehnung der Saison insbesondere im Frühjahr und im Herbst. Der Betrieb im benachbarten Blauen Haus geht unabhängig davon weiter. "Ganz im Gegenteil, vielleicht tun sich da sogar noch Synergien auf", so Klostermann schmunzelnd.

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