21.03.2019 - 17:39 Uhr
AmbergOberpfalz

Pfiffig um Kirche und Wirtshaus

Zum 17. Mal bieten heuer vier Organisationen die beliebte Reihe "Kirche und Wirtshaus mit Pfiff" an: von Tourist-Info der Stadt Amberg und Landkreis, Kulturwerkstatt Sulzbach-Rosenberg, AOVE, KEB und EBW.

Die Freihunger Kirche Heilige Dreifaltigkeit, in der das Gruppenbild entstand, ist eines der Ziele der diesjährigen Veranstaltungsreihe „Kirche und Wirtshaus mit Pfiff“. In der vorderen Reihe die vier Projektkümmerer (von links) Königssteins evangelischer Pfarrer Konrad Schornbauer, AOVE-Mitarbeiterin Katja Stiegler, die Freihung betreut, Kreisheimatpfleger Dieter Dörner und Emma Adamczyk von der Tourist-Info Amberg; hinten von links Freihungs Bürgermeister Norbert Bücherl, Fred Tischler von der Tourist-Info Sulzbach-Rosenberg, KEB-Bildungsreferent Christian Irlbacher, Grafiker Oliver Hiltl, EBW-Geschäftsführerin Bettina Hahn, der Sulzbach-Rosenberger Stadtheimatpfleger Markus Lommer und Pfarrer Bernhard Huber.
von uscProfil

Vier Angebote für Kulturinteressierte gibt es heuer: an den Sonntagen, 8. April, die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt und das ehemalige Gasthaus Hirsch'n in Hohenkemnath, am 2. Juni St. Otto in Schmalnohe und Gasthof Zum Blechernen Reiter in Sigras, am 22. September Basilika St. Martin und Schloderer-Bräu in Amberg und am 6. Oktober Heilige Dreifaltigkeit und Gasthof Alte Post in Freihung.

Christian Irlbacher, Bildungsreferent der federführenden KEB, blickte auf bisher 16 Veranstaltungsreihen hin, die zahlreiche Besucher angesprochen hätten. Auf Freihung sei die Wahl heuer getroffen, weil die Gemeinde das Jubiläum 450 Jahre Marktrecht feiern könne.

Bei der Vorstellung der neuen Serie am Donnerstag in Freihung betonte Bürgermeister Norbert Bücherl, dass in Freihung Kirche und Gemeinde eine große Rolle spielten. Was Kommune, Kirche und an die 50 Vereine zu bieten haben, das vermittelte den Besuchern ein kurzer Imagefilm.

Die jeweiligen Projektkümmerer präsentierten kurz die Zielorte dieses Jahres. Kreisheimatpfleger Dieter Dörfer hat für heuer Hohenkemnath ausgesucht. Die dortige kirchliche Geschichte reicht bis ins 14. Jahrhundert zurück. 1968 wurde die ehemalige Kirche abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Nur der Turm blieb. Die Kirche birgt noch einige kunstgeschichtliche Sehenswürdigkeiten. Das ehemalige Gasthaus Hirsch'n wurde erstmals im 19. Jahrhundert erwähnt. Seit 1997 wird es als Pizzeria geführt.

Königsteins Pfarrer Konrad Schornbauer stellte als Projektkümmerer die Kirche St. Otto in Schmalnohe vor. Das ursprünglich vorhanden gewesene Kirchlein dürfte aus dem 8. oder 9. Jahrhundert stammen. Schornbauer sprach von einer wechselvollen Geschichte und verwies darauf, dass bei der Besichtigung am 2. Juni auch die Ergebnisse der Ausgrabungen vorgestellt werden. Diese hätten wichtige Erkenntnisse zur Entstehung und Besiedlung von Schmalnohe gebracht. Ursprünglich stand an der Stelle der heutigen Gastwirtschaft Zum Blechernen Ritter bereits im 16. Jahrhundert ein Wirtshaus gleichen Namens. 1972 erfolgte der Abriss, darauf der Neubau.

Am 22. September steht die Amberger Basilika St. Martin auf dem Programm. Projektkümmerin ist Emma Adamczyk von der örtlichen Tourist-Info. Die Kirche gilt als größtes Gotteshaus in der Oberpfalz, gleich nach dem Regensburger Dom. Bei der Führung werden nicht nur diverse Kunstwerke aus romanischer Zeit vorgestellt; es gibt auch Orgelmusik live zu hören. Bis ins 17. Jahrhundert zurück reicht die Geschichte des Gebäudes, in dem sich nun die Schloderer-Hausbrauerei befindet.

Den Reigen schließt Freihung, dessen 450. Marktrechtsjubiläum mit der Veranstaltung "Kirche und Wirtshaus mit Pfiff" eine zusätzliche Aufwertung erfährt, wie Bürgermeister Bücherl dankbar feststellte. Die ursprüngliche Simultankirche Heilige Dreifaltigkeit aus dem 18. Jahrhundert steht dabei im Mittelpunkt. Wie Pfarrer Bernhard Brunner in Ergänzung zu Projektkümmerin Katja Stiegler von der AOVE berichtete, geht die mit großem Aufwand betriebene Kirchenrenovierung so langsam dem Ende zu. So fehlen derzeit noch die Beichtstühle.

1806 errichtete der Freihunger Bleiunternehmer Gabriel Castner das sogenannte "Schlössl", das später immer wieder seine Besitzer wechselte. 1830 zog in der jetzigen Alten Post die erste Freihunger Postexpedition mit Pferdewechselstation ein. So kam es zum Wirthausnamen Alte Post. Nach einem Brand 1977 entstand 1979 ein Neubau mit Kegelbahn, Schützenheim und Diskothek. Kleines Schmankerl am Rande: Im Saal der Alten Post, das Ziel zum Abschluss der Reihe, hat Norbert Bücherl in jungen Jahr Platten aufgelegt, wie er schmunzelnd verriet.

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