27.02.2020 - 14:14 Uhr
AmbergOberpfalz

Politischer Aschermittwoch der ÖDP: Von Visionen und falschem Briefpapier

Erstmals veranstaltet die Amberger ÖDP einen Politischen Aschermittwoch. Neben dezenten Seitenhieben prägte die Idee von Franz Badura, den Amberger Bahnhof tieferzulegen, den Abend. Mittlerweile gibt es für die Vision auch ein Vorbild.

Franz Badura (rechts am Tischende) konkretisierte beim politischen Aschermittwoch der ÖDP seine Ideen für den Amberger Bahnhof.
von Florian Bindl Kontakt Profil

Der erste Politische Aschermittwoch der Amberger ÖDP war kurzfristig anberaumt worden. Immerhin - knapp 15 Parteimitglieder waren im Wintergarten des Bruckmüller Brauhauses zugegen, um den Worten von Oberbürgermeisterkandidat Franz Badura zu lauschen. Nach der Begrüßung durch Christoph Zollbrecht, den Spitzenkandidaten bei der Kreistagswahl, legte Badura den Fokus zunächst auf eines der Herzensthemen der ÖDP: den Umweltschutz. Es sei ein Trauerspiel, was da in Anbetracht des Klimawandels auf die nachfolgenden Generationen zukomme. "Unsere Welt darf keine Schutthalde werden", mahnt er. Durch die Häufung extremer Wetterereignisse müsse etwa der Hochwasserschutz in der Amberger Innenstadt verbessert werden. "Wir können uns gar nicht vorstellen, was da noch auf uns zukommt. Unsere Altstadt ist darauf derzeit nicht vorbereitet."

"Historisches Zeitfenster"

Seine ÖDP zeichne sich durch ihren "Weitblick für das Machbare" aus, so Badura. Für sein kürzlich publik gewordenes Konzept einer Tieferlegung samt Einhausung des Amberger Bahnhofs (wir berichteten) habe er sich in den letzten Tagen viel Kritik anhören müssen. Dabei öffne sich derzeit ein "historisches Zeitfenster. In der Politik, sogar bei der CSU, gibt es einen Paradigmenwechsel hin zur Bahn." Der sei auch dringend nötig, da die Bahn-Infrastruktur in den vergangenen Jahren "sträflich vernachlässigt worden ist". Seine Idee für den Amberger Bahnhof sei kein Hirngespinst, sondern eine machbare Vision. Viele hätten missverstanden, dass es gar nicht um eine klassische Untertunnelung der Innenstadt gehe, sondern lediglich eine Tieferlegung geplant sei. Das Höhenprofil im Bereich des Bahnhofs zwischen der Obersdorfer Brücke und der Leopoldstraße mache das möglich. Über die Gleise werde dann einfach ein Deckel gebaut. Die entstehende Fläche von etwa 16 Hektar könne wiederum von der Stadt genutzt werden, etwa für einen Park-and-ride-Parkplatz.

Vor zwei Wochen stellte Badura erstmals seine Bahnhofs-Vision vor.

Amberg

Als Vorbild dient Badura der Bahnhof in Neu-Ulm, der Anfang der 2000er-Jahre tiefergelegt wurde, was als großer Gewinn für die Stadt gilt. Kostenpunkt damals: knapp 200 Millionen Euro. Die Stadt musste davon weniger als 15 Prozent zahlen. Das sei zwar immer noch viel Geld, die Idee habe aber unglaubliches Entwicklungspotenzial. Der zurzeit geplante Durchstich des Bahnhofs sei lediglich eine Minimallösung. Von den Zuhörern erntete Badura zustimmenden Applaus. Ob seine Vision Realität werden kann? Einen Seitenhieb, es war schließlich ein Politischer Aschermittwoch, konnte sich Badura dann doch nicht verkneifen: "Vermutlich steht die Idee schlichtweg auf dem falschen Briefpapier."

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