14.02.2020 - 14:58 Uhr
AmbergOberpfalz

Badura fordert Bahntunnel für Amberg

Franz Badura hat eine "visionäre Idee" für die Stadt Amberg angekündigt und Wort gehalten. Die Vorstellungen des Oberbürgermeister-Kandidaten der ÖDP sind tatsächlich spektakulär.

Franz Badura erläutert seine Vorstellungen vom Bahnverkehr der Zukunft in Amberg.
von Uli Piehler Kontakt Profil

Franz Badura weiß, dass seine Idee im ersten Moment wie ein Hirngespinst erscheint. "Man muss das erst mal sacken lassen", sagt er und zeigt sich überzeugt: Wer sich die Sache mal genauer anschaue, der erkenne, dass der Vorschlag Potenzial habe. Es geht um die Zukunft des Bahnverkehrs in Amberg. Der Oberbürgermeisterkandidat der ÖDP schlägt vor, darauf hinzuarbeiten, den Bahnhof und auch die Gleise im Stadtgebiet unter die Erde zu verlegen.

Die angekündigte Elektrifzierung der Bahnstrecke von Nürnberg über Amberg nach Schwandorf sowie das von der Bundesregierung ebenfalls in Aussicht gestellte 75-Milliarden-Paket zur Ertüchtigung des Schienenverkehrs sind laut Badura die Grundvoraussetzungen. "Alle bisherigen Vorschläge und Planungen zum Zugverkehr in Amberg erweisen sich als zu kleinstrukturiert und zu wenig weit gedacht", erklärt Badura, der seit nunmehr fast zwölf Jahren im Stadtrat sitzt. Das habe sich auch bei der jüngsten Stadtratssitzung wieder gezeigt.

Mit der Bahn gibt es eine erste konkrete Planungsvereinbarung

Amberg

Die weiteren Baustellen in Sachen Bahnverkehr seien durch die Planungsvereinbarung für den Bahnhofsbereich weiterhin ungelöst: Bahnhofsgebäude, die Engstellen Mariahilfbergweg, Steingutstraße und Regensburger Straße zählt Badura auf. "Auf die Beseitigung dieser städtebaulichen Mängel warten wir wahrscheinlich noch Jahrzehnte, wenn weiterhin in diesem Tempo verhandelt wird."

"Cerny gegen das Klein-Klein": Die Bahn war auch schon Thema vor der Kommunalwahl 2014

Der ÖDP-Politiker könnte sich vorstellen, dass die Bahnlinie aus Richtung Nürnberg bereits ab der Obersdorfer Brücke in den Boden eintaucht, zum unterirdischen Bahnhof führt und erst wieder bei der Leopoldkaserne an die Oberfläche zurückkehrt. "Ich weiß, das wäre ein Mammutprojekt", sagt Badura. Wenn man aber bedenkt, was die Ertüchtigung der einzelnen kleinen Brücken und Unterführungen kostet und dazurechnet, was sowohl Bahn als auch Stadt Amberg gewinnen könnten, erscheine das Vorhaben durchaus lohnenswert.

"Das Gelände gibt das her", sagt Badura. Der Bahnhof liege etwa sechs Meter höher als die Schiene an Obersdorfer Brücke und Leopoldkaserne. Für Amberg sieht Badura völlig neue Möglichkeiten bei der Stadtplanung. Der gesamte Bereich des Bahnhofs samt derzeit bestehender Gleisanlagen könnte überplant und dabei das Klinikum sowie die Marienstraße viel besser an die Innenstadt angebunden werden.

Der Querschnitt zeigt die Höhenunterschiede entlang der Bahnlinie zwischen Obersdorfer Brücke (links), Bahnhof (Mitte) und Leopoldkaserne (rechts).

Auch für die Bahn sieht Badura deutliche Vorteile. Für sie falle damit ein großer Brocken des Themas Lärmschutz weg und sie könnte Grund und Boden an die Stadt oder andere Investoren verkaufen. "Das geht nicht auf drei, vier Jahre. Das geht auch nicht in einer Legislatur. Aber die Idee muss rein in die Köpfe", sagt Badura, der auch wegen seiner schweren Augen-Krankheit Vielfahrer der Bahn ist. Badura will erreichen, dass der Stadtrat dem künftigen Oberbürgermeister ein Mandat gibt, in diese Richtung zu verhandeln. "Die Stadt muss da proaktiv vorangehen", findet er. "Nur so kann aus einem nie endenen Stückwerk, das auch schon viel kostet, eine zukunftsweisende und tragfähige Lösung gefunden werden."

Beispiel aus der Konzeptmappe Franz Baduras für einen unterirdischen Banhof mit zwei Gleisen und einem Bahnsteig in der Mitte.

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