Amberg
05.09.2025 - 19:36 Uhr
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Pop-up-Store in Amberg: Mit Lego die Energie der Zukunft bauen

Algen, Wasserstoff, Müllverwertung. Besucher des Pop-up-Stores der OTH Amberg-Weiden in Amberg können sich mit verschiedenen Lösungsansätzen für erneuerbare Energien beschäftigen. Viele äußern dabei allerdings auch ihre Skepsis.

Woher beziehen wir in Zukunft unsere Energie? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Ostbayerische technische Hochschule (OTH) Amberg-Weiden im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2025 „Zukunfts:energien“ und möchte dafür auch in den Austausch mit Bürgerinnen und Bürgern treten. Dazu hat die Hochschule einen Pop-up-Store im Amberger Stadtlabor eröffnet, wo Maria Pusoma von der Wissenschaftskommunikation der OTH Amberg Workshops anbietet, Teilnehmer informiert und vor allem zuhört.

Lego-Stein als E-Auto

„Lego-Serious-Play“ heißt der Workshop, bei dem sich Bürger auf kreative Art mit der Energiewende auseinandersetzen können. Entwickelt wurde die Methode in den 1990er Jahren von Lego selbst, weil Videospiele bei Jugendlichen immer mehr Popularität gewannen. Um konkurrenzfähig zu bleiben, brachte Lego die „Windows-Exploration-Bag“ auf den Markt. Was auf den ersten Blick wie eine bunt gemischte Ansammlung an Bausteinen ohne großen Zusammenhang wirkt, soll helfen, Probleme zu lösen, Ideen zu entwickeln und die eigene Kreativität zu nutzen. „Es ist besonders für Leute, die anders denken“, erklärt Maria Pusoma. Im Pop-up-Store wird die Methode eingesetzt, um neue Perspektiven auf komplexe Themen wie E-Mobilität oder Müllverwertung zu schaffen.

Das gelingt, indem Maria Pusoma an die Teilnehmer des Workshops kurze Aufgaben stellt, wie zum Beispiel: „Baue in drei Minuten ein Alien aus dem Jahr 2040 mit der Superkraft, die E-Mobilität in Amberg voranzubringen.“ Hinter dieser Aufgabenstellung steckt die Frage an die Bürger, was es ihrer Meinung nach braucht, um E-Autos in Amberg attraktiver zu machen. Für das Bauen von komplexen Zusammenhängen mit ein paar Steinen ist viel Fantasie gefragt. So wird aus einem einfachen grünen Lego-Baustein schnell ein E-Auto und aus einem Auge ein Sensor, der die nächstgelegene Ladesäule findet.

Viele Zweifel in Amberg

Viele Besucher des Pop-up-Stores haben allerdings weniger Interesse an dem angebotenen Workshop, sondern eher an Informationen zu erneuerbaren Energien. „Die Leute kommen herein und sagen, sie möchten nicht spielen, sondern harte Fakten hören“, sagt Pusoma. Und auch darum geht es in dem Pop-up-Store. Die OTH möchte informieren, wie man sich heute für die Energie der Zukunft einsetzen kann. Jeden Tag wurde ein anderes Schwerpunktthema gesetzt, darunter auch Algen als Minikraftwerke oder nachhaltige Müllverwertung.

Doch die Skepsis in Amberg gegenüber E-Autos, Photovoltaikanlagen und besonders der Politik ist hoch. „Es bringt ja sowieso nichts“, soll ein Besucher des Pop-Up-Stores über die Energiewende gesagt haben. Maria Pusoma hört sich Sorgen rund um Lobbyismus und Globalisierung an. Bei der E-Mobilität sind viele noch skeptisch gegenüber der Reichweite und den Lademöglichkeiten der Autos. Auch mit der ungewissen Entwicklung der Technik fühlen sich einige Bürger in Amberg überfordert. Fragen wie „Wieso sollte ich mir jetzt ein E-Auto kaufen, wenn in wenigen Jahren vielleicht doch schon ein Auto mit Wasserstoff verfügbar ist?“, hat Pusoma schon in mehreren Gesprächen gehört.

Stammtisch mit Professoren

Von dem Misstrauen der Amberger lässt sich die Kommunikationswissenschaftlerin aber nicht abschrecken. Sie plant schon weitere Aktionen und Anschlussformate, wie einen möglichen Stammtisch mit Professoren der OTH Amberg, die konkrete Fragen über E-Mobilität oder Algenforschung beantworten können. „Die Menschen wünschen sich Informationen und Zugang zu Wissen“, nimmt Pusoma aus den Gesprächen mit Bürgern mit. Auch die Sorgen und Wünsche der Amberger werden gesammelt und an die Partner der OTH, wie die Stadtwerke Amberg, weitergegeben.

„Ich bin der Überzeugung, dass Forschung und Wissenschaft uns alle etwas angeht“, sagt Maria Pusoma. Deswegen hofft die gebürtige Ambergerin, mit dem Workshop neue Visionen in den Besuchern für die Zukunft zu wecken. Noch bis Samstag ist der Pop-up-Store im Stadtlabor in der Bahnhofstraße für alle Interessierten geöffnet.

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