26.05.2018 - 16:29 Uhr
AmbergOberpfalz

Das Prinzenpaar mags bunt

Grün ist die Hoffnung - und seit Freitagabend auch das Wasser im Amberger Hochzeitsbrunnen. Irgendjemand hat Farbe hineingemischt. Ein wohl ungefährlicher Spaß, der aber Konsequenzen haben könnte.

Da gurgelte es fröhlich vor sich hin, das grüne Wasser im Amberger Hochzeitsbrunnen.
von Uli Piehler Kontakt Profil

Das Wasser im Amberger Hochzeitsbrunnen war am Wochenende grün.

Oberbürgermeister Michael Cerny erreichten die Bilder vom giftgrünen Marktplatz-Brunnen im Urlaub. Auch er rätselte über die Urheber des Schabernacks, so wie viele Amberger, die am Wochenende durch die Innenstadt schlenderten. Auf Facebook waren die Bilder von der ungewöhnlichen Wasserfärbung der Hit. "Finde es toll", schrieb eine Kommentatorin. "Schaut super aus und lockert alles etwas auf. Es passt auch zum Wetter macht gute Laune!"

Andere fragten sich, ob Amberg etwa St.-Patricks-Day feiert. Die Millionenstadt Chicago in den Vereinigten Staaten lässt immer zum Gedenktag des irischen Nationalheiligen (17. März) den ganzen Chicago-River grün einfärben. Wiederum andere träumten von einem Amberger Pfeffi-Brunnen. Pfeffi ist ein Pfefferminzlikör aus Thüringen, der gerade bei jungen Leuten recht angesagt ist. Auf Wasser mit Waldmeister-Geschmack tippten auch einige.

Derartig gefärbte Brunnen sind keine Seltenheit. Seit mehr als zehn Jahren erlauben sich Scherzbolde auf der ganzen Welt ähnliche Späße. In München wurden im Juli 2011 sieben städtische Brunnen mit fluoreszierenden Farbstoffen versetzt. Die Stadtwerke ließen damals das Wasser umgehend ab und erwogen eine Anzeige gegen Unbekannt. Erst im vergangenen Sommer war Berlin betroffen. Die Behörden dort gingen ähnlich vor.

Zur Grünfärbung wird in der Regel Uranin verwendet. 100 Gramm sind im Internet bereits ab 15 Euro zu haben. Uranin dient normalerweise zur Ortung von Löchern in Tanks, Fässern oder Leitungen. Durch die intensive grüne Farbe können Fachleute auch kleinste Mengen von austretendem Wasser aufspüren. Ein Uranin-Hersteller ist die Firma Marawe in Regensburg. Ihren Angaben zufolge reichen 100 Gramm aus, um 10.000 Liter Wasser einzufärben. Der Farbstoff sei nicht giftig und biologisch abbaubar.

Offen ist, wie nun die Stadt Amberg reagiert. Sollte die Verwaltung tätig werden und zum Beispiel das Wasser ersetzen lassen, könnte auf den Verursacher eine Forderung zukommen. Vorausgesetzt, man findet ihn.

Grün ist die Hoffnung, wie das Wasser im Amberger Hochzeitsbrunnen.

Der Hoffnar am Hochzeitsbrunnen macht einen Freudensprung. Wegen des grünen Wassers?

Farbspiele am Amberger Marktplatz.

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