18.10.2020 - 10:42 Uhr
AmbergOberpfalz

Pro Person und Monat 1,14 Euro mehr: Abwasser wird in Amberg teurer

Die Amberger müssen sich darauf einstellen, dass im neuen Jahr höhere Abwassergebühren auf sie zukommen. Kämmerer Jens Wein hat schon mal ausgerechnet: Pro Person und Monat werden durchschnittlich 1,14 Euro mehr fällig.

In Amberg wird das Abwasser teurer. Ab 1. Januar nächsten Jahres kostet ein Kubikmeter (1000 Liter) 2,04 Euro. Aktuell sind es noch 1,66 Euro.
von Thomas Kosarew Kontakt Profil

Es gebe schönere Themen und angenehmere Beschlüsse, aber der Haupt- und Verwaltungsausschuss komme nicht daran vorbei, sich mit einer Gebührenerhöhung zu befassen, die alle Amberger betrifft. Das sagte OB Michael Cerny in der Sitzung des Hauptverwaltungs- und Finanzausschusses, der in der vergangenen Woche tagte. Auf der Tagesordnung stand die "Änderung der Abwassergebühren". Kämmerer Jens Wein ließ das Gremium wissen, dass ab dem 1. Januar nächsten Jahres eine Erhöhung unumgänglich sei, um in diesem Bereich kostendeckend arbeiten zu können. Demnach steige der Preis für im städtischen Kanalsystem entsorgtes Schmutzwasser pro Kubikmeter von 1,66 auf 2,04 Euro. Zum Vergleich: Die Stadt Weiden habe mitgeteilt, statt wie bisher 2,12 künftig 2,57 Euro zu verlangen. Zudem müsse in Amberg auch die Gebühr für Niederschlagswasser angepasst werden - von nun 0,40 auf dann 0,43 Euro pro Quadratmeter.

347 Kilometer langes Kanalnetz

"Mit den drei Cent kann ich ja gerade noch leben, aber nicht mit der anderen Erhöhung. Das sind 23 Prozent", monierte Emilie Leithäuser von der FDP und wollte wissen, ob es eine Möglichkeit gibt, die Erhöhung nicht ganz so deutlich ausfallen zu lassen. Das verneinten OB Cerny, Kämmerer Wein und Norbert Füger, der Leiter des Tiefbauamts. Die Abwasserentsorgung, die über ein 347 Kilometer langes Kanalnetz und die Kläranlage in Theuern erfolgt, sei ein in sich geschlossenes System. Sämtliche Kostensteigerungen müssten wie alle eventuellen Einsparungen an die Allgemeinheit weitergegeben werden. An der Erhöhung führe also kein Weg vorbei.

Jens Wein rechnete dem Gremium vor, dass sich die finanzielle Belastung für die Bürger in einem relativ überschaubaren Rahmen halte. Bei einem durchschnittlichen Verbrauch ergeben sich demnach pro Person und Monat zusätzliche Kosten von 1,14 Euro.

Norbert Füger war es in der Sitzung ein Anliegen, zu erklären, warum die Gebühren erhöht werden müssen. Im Durchschnitt seien Abwasserkanäle nach 50 bis 80 Jahren abgeschrieben. Um den Alterungsprozess zu stoppen und das Netz intakt zu halten, müssten jährlich rund fünf bis sechs Millionen Euro investiert werden. Das habe in Amberg in den vergangenen 30 Jahren aber nicht stattgefunden, weshalb nun mehr getan werden müsse.

Nicht mehr in den Boden

Ähnlich verhalte es sich bei der 1991 in Betrieb genommenen Kläranlage. In den ersten 20 Betriebsjahren habe es gereicht, pro Jahr um die 400.000 Euro in die Instandhaltung zu investieren, inzwischen seien es zwischen 2,0 und 2,2 Millionen Euro. Und noch etwas mache das Schmutzwasser teurer, dessen geklärtes Endprodukt früher landwirtschaftlich entsorgt, sprich auf Feldern ausgebracht wurde. Eine Tonne habe Kosten von 43 Euro verursacht. Mittlerweile werde der Klärschlamm aber verbrannt. Für 120 Euro je Tonne. Bei einer jährlichen Menge von 7500 Tonnen mache der höhere Preis für den Zweckverband Mehrkosten von 577.500 Euro aus. Auf die Stadt entfielen davon anteilig 485.000 Euro. Norbert Füger: "Das ist der Preis dafür, dass keine Reststoffe wie Schwermetalle mehr über den Klärschlamm in die Nahrungskette gelangen können."

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