11.12.2019 - 13:53 Uhr
AmbergOberpfalz

Prozess wegen versuchten Mordes: Das Auto als Waffe benutzt?

Zweifacher versuchter Mord - dieser Vorwurf wiegt schwer. Ein 56-jähriger Mann aus Amberg muss sich nächste Woche deswegen in Regensburg vor Gericht verantworten.

Mit einer leuchtenden Anhaltekelle sollte der Mann zum Stehenbleiben bewegt werden. Das Gegenteil war der Fall: Der 56-jährige gab der Anklageschrift zufolge erst recht Gas.
von Autor AHSProfil

Am kommenden Mittwoch, 18. Dezember, sitzt ein 56 Jahre alter Monteur aus Amberg vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Regensburg auf der Anklagebank. Das Gericht unter Vorsitz von Richter Michael Hammer verhandelt gegen ihn wegen versuchten Mordes in zwei Fällen, vorsätzlichen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr mit tätlichem Angriff auf Vollstreckungsbeamte in Tateinheit mit Fahren ohne Fahrerlaubnis. Wegen dieser Vorwürfe sitzt der Amberger seit Juli 2019 in Untersuchungshaft. Es sind vier Verhandlungstage bis in den Januar 2020 geplant.

Dem Anklagesatz zu Folge fuhr der Angeklagte am 1. Mai zu mitternächtlicher Stunde auf der Westtangente in Straubing, als er von einem Polizisten mit einer beleuchteten Anhaltekelle zu einer Kontrolle herausgewunken wurde. Zunächst habe der Mann seine Geschwindigkeit beim Anfahren zum Kontrollpunkt gedrosselt, heißt es.

Weniger als ein halber Meter

Dann jedoch habe er Gas gegeben und sei beschleunigend auf zwei Polizeibeamte zugefahren, die auf der Fahrbahn standen. Die beiden Polizeibeamten hätten geistesgegenwärtig reagiert und sich mit einem Sprung zur Seite gerettet, so dass das Fahrzeug des Angeklagten mit einem Abstand von nicht mehr als einen halben Meter an ihnen vorbei schoss. Nach den Feststellungen der Staatsanwaltschaft habe der Angeklagte mit dieser Attacke verhindern wollen, dass festgestellt wird, dass er nicht die erforderliche Fahrerlaubnis besitzt und zudem mit rund 0,8 Promille alkoholisiert ist. Dabei habe er billigend in Kauf genommen, dass die Beamten von seinem Fahrzeug erfasst und tödlich verletzt würden.

Neben zahlreichen Zeugen werden auch zwei Sachverständige gehört. Die Schwurgerichtskammer will sich zudem in den Abendstunden selbst ein Bild von der Örtlichkeit des Tatortes machen. Der Prozess erinnert an einen ähnlichen Fall, der sich Mitte November an der Autobahnauffahrt bei Ursensollen ereignet hat (www.onetz.de/2897766). Dort ist bei einer vorübergehenden Straßensperrung wegen eines Schwertransports ebenfalls ein Autofahrer auf einen Polizisten zugefahren, obwohl der Mann zum Anhalten aufgefordert worden war.

Ein ähnlicher Fall ereignete sich bei Ursensollen

Ursensollen

Sprung zur Seite

Im Polizeibericht hieß es damals, der Beamte habe sich nur durch einen Sprung zur Seite in Sicherheit bringen können. Das Fahrzeug sei daraufhin mit hohem Tempo Richtung Ursensollen davongerast. Im Visier der Polizei steht ein 39-Jähriger aus Amberg. Er wurde wegen einer ganzen Reihe von Tatvorwürfen angezeigt.

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