15.10.2021 - 18:22 Uhr
AmbergOberpfalz

Querdenker kritisieren 3G am Amberger Weihnachtsmarkt

Die Amberger Park- und Werbegemeinschaft (PWG) plant den Weihnachtsmarkt heuer mit der 3G-plus-Regel und einer Umzäunung. Dem PWG-Vorsitzenden Andreas Raab hat das wüste Beschimpfungen aus dem Querdenker-Lager eingebracht.

So eng wie früher wird die Budenstadt auf dem Amberger Weihnachtsmarkt heuer nicht stehen können. Auch andere Änderungen und Änderungsvorschläge erhitzen die Gemüter.
von Markus Müller Kontakt Profil

Er dauert vom 25. November bis zum 23. Dezember, und er findet auf dem Amberger Marktplatz statt. Das sind die Grundkonstanten des Weihnachtsmarktes 2021. Nach jetzigem Stand gehören dazu auch die Umzäunung der Budenstadt und die Geltung der 3G-Regel. Das heißt: Auf das Gelände kommt nur, wer geimpft oder genesen ist bzw. wer einen aktuellen PCR-Test vorweisen kann.

Raab tat das am Mittwoch auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien kund und fing sich nach der Veröffentlichung heftige Kritik von vorhersehbarer Seite ein. Ihm sei telefonisch viel Querdenker-Gedankengut mit heftiger Verdammung der 3G-Regel vorgesetzt worden, häufig mit persönlichen Angriffen in nicht akzeptabler Form, sagte Raab am Freitag. „Eine Anruferin wollte mich richtig zur Sau machen. Da habe ich dann irgendwann einfach aufgelegt.“

"Erleichterungen werden natürlich umgesetzt"

Der PWG-Chef machte gegenüber der AZ klar, dass „natürlich die Einzäunung und 3G-Regelung nur gilt, wenn die Regierung die strengen Regeln beibehält und uns vorschreibt“. Davon sei im Moment auszugehen, weshalb man auch so plane, um auf der sicheren Seite zu sein. Aber selbstverständlich passten die Organisatoren sich an die Bestimmungen an. Das heißt: „Sollten Erleichterungen kommen, werden diese natürlich umgesetzt. Nichts wäre uns lieber, als wie wenn wir ohne Einschränkungen, ohne Maskenpflicht, ohne Impfnachweise und so weiter unseren Weihnachtsmarkt in gewohnter Weise durchführen könnten. Nicht nur meine Fieranten, sondern auch die ganze Bevölkerung würde sich sehr darüber freuen.“

Man sei es langsam leid, Unterschiede in den einzelnen Veranstaltungen hinnehmen zu müssen, „die jeder Logik und Vernunft entbehren“. Vor allem aber wolle man zur Normalität zurückkehren, „egal was die Leute sagen, die sich nicht impfen lassen wollen“.

Auch Birgit Fruth äußerte sich gegenüber Oberpfalz-Medien noch einmal zum Weihnachtsmarkt. Die Vorsitzende der SPD-Fraktion im Stadtrat hatte beantragt, die Budenstadt in den abgeschlossenen Innenhof des Landratsamtes zu verlegen. Raab konnte dieser Idee aber nichts abgewinnen. Sein Argument, dass der Weihnachtsmarkt vor 36 Jahren gegründet worden sei, um potenzielle Kunden des Einzelhandels in die Altstadt zu holen, will wiederum Fruth nicht gelten lassen. Der Einzelhandel sei doch heute ein ganz anderer als vor über 30 Jahren, sagt sie. „Um den zu pushen, muss ich doch Leute von außerhalb nach Amberg locken. Das schaffe ich nicht mit einem 08/15-Weihnachtsmarkt. Den hat doch heute jedes Dorf.“

In Regensburg zahlen sie sogar Eintritt

Wie man Kaufkraft in die Stadt hole, demonstriere etwa der „Romantische Weihnachtsmarkt auf Schloss Thurn und Taxis“ in Regensburg. „Da sind die Leute sogar bereit, Eintritt zu zahlen.“

Zudem laufe das Kundenanziehungs-Argument ins Leere, wenn viele Geschäfte in der Altstadt schon um 18 Uhr zusperrten, während der Weihnachtsmarkt erst danach so richtig idyllisch werde und Zugkraft entfalte.

Birgit Fruth ist überzeugt: „Nur wenn ich etwas Neues wage, bringe ich auch neue Kunden nach Amberg.“ Nicht zuletzt durch Angebote für junge Leute. „Da kann man doch nur gewinnen.“

So schauen die Planungen der PWG für den Weihnachtsmarkt 2021 aus

Amberg

„Um den Einzelhandel zu pushen, muss ich doch Leute von außerhalb nach Amberg locken. Das schaffe ich nicht mit einem 08/15-Weihnachtsmarkt. Den hat doch heute jedes Dorf.“

Birgit Fruth, Vorsitzende der SPD-Stadtratsfraktion

Birgit Fruth, Vorsitzende der SPD-Stadtratsfraktion

 

 

Kommentare

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Martin Pfeifer

Wenn es nur Kritik von den Berufs-Corona-Nörgler aus den Reihen der Querdenker ist, dann hat die PWG hier eine gute Entscheidung getroffen.

ich weiß bis heute nicht, was - solange es eine Impfempfehlung der Stiko gibt - gegen eine Impfung spricht. Die Langzeit-Folgen einer Corona-Infektion sind bedeutend größer als die nachgewiesenen Langzeitfolgen einer Impfung. Und wohlgemerkt: das Paul-Ehrlich erfasst erst einmal jede ihm bekannte Impfreaktion, ohne das es prüft, ob es überhaupt einen Zusammenhang gibt. Wer also drei Tage nach der Corona-Impfung im betrunkenen Zustand stürzt und deshalb ins Krankenhause kommt, dies dann in die SafeVac-App (Befragung des RKI zu Nebenwirkungen der Corona-Impfung), der hat erst einmal eine Impfreaktion in der Statistik erzeugt. Eine Impfreaktion, die höchstwahrscheinlich nichts mit der Impfung zu tun hat.

16.10.2021