01.10.2021 - 12:05 Uhr
AmbergOberpfalz

Radiologische Praxis zieht ins Medizinische Versorgungszentrum von St. Marien

Neu ins Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) am Klinikum St. Marien in Amberg ist Dr. Dieter Herrneder mit seiner Röntgenpraxis eingezogen. Zwei Tage bevor der Betrieb startete, sah sich der Verwaltungsrat des Klinikums dort um.

Dr. Dieter Herrneder (rechts) ist mit seiner Röntgenpraxis von Sulzbach-Rosenberg nach Amberg umgezogen. Im Medizinischen Versorgungszentrum von St. Marien legten er und sein Team am Freitag los.
von Kristina Sandig Kontakt Profil

Dr. Dieter Herrneder hatte bislang seine Praxis für radiologische Diagnostik am St. Anna-Krankenhaus in Sulzbach-Rosenberg. Nun ist er nach Amberg gewechselt und betreibt seine Röntgenpraxis künftig im Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) in Amberg. Bevor der Verwaltungsrat von St. Marien sich in den neuen Praxisräumen umsah, betonte Oberbürgermeister Michael Cerny als Vorsitzender des Gremiums, dass man Herrneder samt seiner Praxis nicht aus Sulzbach-Rosenberg abgeworben habe. Vielmehr habe Herrneder selbst eine Veränderung geplant "und Kontakt zu uns aufgenommen". Dass der Umzug geklappt habe und die Praxis zum 1. Oktober im MVZ ihren Routinebetrieb aufgenommen habe, freute ihn natürlich. "Für uns ist das ein Glücksfall", sagte Cerny. Amberger Bürgern bleibe so der Fahrweg nach Sulzbach-Rosenberg erspart.

Bei der Sitzung des Verwaltungsrat im Klinikum stand auch eine Besichtigung der radiologischen Praxis an, in der am Mittwochnachmittag noch die allerletzten Arbeiten erledigt wurden, damit zwei Tage später gestartet werden konnte. Die Praxis befindet sich im Ambulanzgebäude, der Zugang ist beim oberen Klinikums-Parkplatz. Wo jetzt die Praxis ist, war früher das Bewegungsbad von St. Marien, informierte der Vorstand des Klinikums, Manfred Wendl. Herrneder zeigte sich sehr froh über den Umzug nach Amberg. Er sei vor 20 Jahren vom Klinikum weggegangen, habe die Praxis Kraus übernommen und sei in Sulzbach-Rosenberg gelandet. Dort habe es ihm gut gefallen, betonte er. "Jetzt bin ich aber froh, wieder daheim zu sein", gestand er und schickte hinterher, dass er eben Amberger sei. Richtig schön seien die Räume geworden, freute er sich und lobte das "sehr angenehme Klima".

Die Verwaltungsräte konnten nicht nur die Praxisräume inspizieren, sondern auch einen Blick ins MRT werfen. "Jetzt legen wir los", sagte Herrneder zwei Tage vor dem offiziellen Startschuss. Wobei er nicht verschwieg, dass die Termine nicht nur im Oktober komplett ausgebucht seien, sondern sogar schon bis Mitte November. "Und das, obwohl wir noch nicht einmal angefangen haben."

Klinikums-Vorstand Wendl informierte den Verwaltungsrat noch, dass er als ordentliches Mitglied in den Hauptausschuss der Bayerischen Krankenhausgesellschaft (BKG) berufen wurde. Vorher war er bereits seit mehreren Jahren stellvertretendes Mitglied in diesem Gremium. Verwaltungsratsvorsitzender Michael Cerny wertete dies als äußerst positiv. So könne man "Wissen aus der Praxis in die relevanten Gremien reinbringen". Zugleich sei man an der Entwicklung frühzeitig dran, was Input fürs Haus, also das Klinikum, bedeute. Die Berufung Wendls bezeichnete Cerny als Wertschätzung für das Wissen, dass der Amberger Klinikumsvorstand habe.

Eine Kommission zur strukturellen Verbesserung der Finanzierung kommunaler Krankenhäuser hat der deutsche Städtetag Anfang des Jahres eingerichtet. Im Gremium mit 15 Mitgliedern aus der gesamten Republik sind gleich zwei Amberger: Oberbürgermeister Michael Cerny, weil er im Finanzausschuss des deutschen Städtetags ist, und Klinikumsvorstand Manfred Wendl als einer der stellvertretenden Vorsitzenden der Konferenz kommunaler Krankenhäuser im deutschen Städtetag. Konkrete Forderungen der Kommission, die Pandemie-bedingt hauptsächlich Videokonferenzen abgehalten hat, sind unter anderem Rahmenbedingungen durch den Bund und Investitionsverpflichtungen der Länder. Im Positionspapier heißt es unter anderem, dass die Infrastruktur für Notfallbehandlung und medizinische Versorgung vorgehalten und grundfinanziert wird. Dazu Cerny: "Die Feuerwehr wird auch nicht nach Einsätzen finanziert."

Gerade für die Defizite forderte der Oberbürgermeister, so an den Stellschrauben zu drehen, dass diese ausgeglichen werden. Diesbezüglich habe man auch vom Amberger Stadtrat einen klaren Auftrag bekommen, da politisch tätig zu werden.

 

 

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