20.05.2021 - 14:26 Uhr
AmbergOberpfalz

Ratgeber Gesundheit des Klinikums: Schlaganfälle erkennen

Dem Thema "Den Schlaganfall erkennen, die Risikofaktoren behandeln" hat sich die zweite Ausgabe des Ratgebers Gesundheit digital des Klinikums St. Marien gewidmet. Zwei Ärzte erklärten, warum die ersten 60 Minuten ganz entscheidend sind.

Dr. Frank Huber sieht sich das Bild eines Schlaganfalls an. Beim Ratgeber Gesundheit digital des Klinikums informierte der Chefarzt der Klinik für Neurologie mit seiner Kollegin Dr. Michaela Nagel über Schlaganfälle.
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Früher war der Ausgang eines Schlaganfalls eine Schicksalsfrage, heute sind die ersten 60 Minuten ganz entscheidend. Das betonten bei der zweiten Ausgabe des Ratgebers Gesundheit digital des Klinikums St. Marien Dr. Frank Huber, Chefarzt der Klinik für Neurologie, sowie Dr. Michaela Nagel, leitende Oberärztin und Leiterin der Stroke Unit am Klinikum.

"In den vergangenen 20 Jahren hat sich in der Behandlung von Schlaganfällen enorm viel getan. Doch die Behandlungsmöglichkeiten sind extrem zeitabhängig", so Huber. Seit 1999 behandle das Klinikum Schlaganfallpatienten auf einer spezialisierten Station, der Stroke Unit.

Huber erklärte den Laien, wie sie einen Schlaganfall erkennen können: Indem sie den Betroffenen lächeln, ihn seine Arme vorhalten und vorsprechen lassen. Klappe eines davon nicht, sei das ein eindeutiges Alarmsignal. Dann müsse man umgehend den Notruf 112 wählen. Weiter erklärte Huber, wie Schlaganfälle in der Notaufnahme erstversorgt werden. Gefäßverschlüsse könnten durch Medikamentengabe (Thrombolyse), aufgelöst werden, bei größeren Verschlüssen komme die Thrombektomie (Entfernung des Blutgerinsels über einen Katheter) zum Einsatz.

Dr. Michaela Nagel sprach die Risikofaktoren und die Prävention an. "Das Risiko, einen erneuten Schlaganfall zu erleiden, ist in den ersten zwei bis drei Tagen am höchsten", betonte sie eine frühe Sekundärprophylaxe. Um einen erneuten Schlaganfall zu verhindern, bedürfe es vor allem der Identifizierung und Behandlung von Risikofaktoren. An erster Stelle nannte sie den Bluthochdruck. Circa 15 Prozent der Schlaganfälle entstünden durch Vorhofflimmern. Diese führten häufig zu schwereren Verläufen und stärkerer bleibender Behinderung. Schlaganfällen infolge von Vorhofflimmern beuge man wirkungsvoll durch Einnahme von Antikoagulanzien (Blutverdünner), erklärte die Medizinerin.

Hintergrund:

Schlaganfall-Risiko minimieren

  • Regelmäßige Kontrollen der Risikofaktoren und deren Einstellung beim Hausarzt ist laut Dr. Michaela Nagel essenziell für eine gute Schlaganfallprävention
  • Blutdruck und Puls regelmäßig selbst kontrollieren
  • Regelmäßige körperliche Bewegung (mindestens drei Mal pro Woche für jeweils 30 Minuten)
  • Verzicht auf Nikotin
  • Ernährung umstellen: weniger Zucker, weniger Salz, weniger tierische Fette und viel frisches Gemüse.

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