Diese Baustelle ist nicht zu übersehen: Wer zu Fuß, mit dem Rad, dem Bus oder dem Auto entlang der Regensburger Straße unterwegs ist, bemerkt schnell, dass direkt an der B 85 Großes entsteht. Der seit September vergangenen Jahres geschlossene Toom-Getränkemarkt ist ebenso von der Bildfläche verschwunden wie die sich darunter befindende Disco "Von & zu". Der Abriss läuft seit Mitte November, Tag für Tag verändert sich das gewohnte Stadtbild immer mehr.Das wird spätestens auch ab dem Frühjahr 2022 wieder so sein, wenn mit dem Bau des neuen Dienstleistungszentrums begonnen wird, das laut Karlheinz Brandelik Ende 2023 bezugsfertig sein soll. Der Chef der städtischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft spricht von rund zwölf Millionen Euro, die investiert werden: "Die Nachfragesituation ist sehr gut. Sonst würden wir das hier ja nicht machen", sagt er im Gespräch mit Oberpfalz-Medien und führt die von ihm erwähnte positive Entwicklung auf "die allgemeine Dynamik" zurück, die Amberg derzeit vorzuweisen habe.
Maximal 14 Gewerbeeinheiten
Brandelik meint damit, dass es keine Probleme geben werde, den Neubau auch mit Mietern zu füllen. Insgesamt stünden im dann fertigen Haus 10 bis 14 Gewerbeeinheiten zur Verfügung. Noch seien die Grundrisse individuell änderbar. Je nach Bedarf. Befürchtungen von Einzelhändlern und Gewerbetreibenden, Kaufkraft und Frequenz könnten durch dieses Vorhaben aus der Innenstadt abgezogen werden, teilt der Wirtschaftsförderer nicht. Eher das Gegenteil sei der Fall. Amberg könne und werde "als Ganzes" von diesem Millionenbau profitieren. Denn die zu erwartenden Mieter könnten sich seinen Aussagen zufolge auch in anderen Städten ansiedeln. Für sie alle käme die Amberger Altstadt als Alternative zudem gar nicht erst infrage: "Im medizinischen Bereich tut sich gerade sehr viel. Der Trend geht zu Gemeinschaftspraxen. Diese benötigen mehr und größere Flächen und eine moderne Gebäudestruktur."
Derartige Anforderungen könne die Altstadt so gar nicht erfüllen: "Wir haben momentan kein Objekt, das diese Räumlichkeiten auch in dieser Größe bieten kann." Hinzu komme die für die Branche vorteilhafte Nähe zum Klinikum St. Marien beziehungsweise zu den in der Marienstraße bereits vorhandenen Apotheken, Ärzten und Krankenkassen. Brandelik wörtlich: "Wir sind froh, dass wir diese Flächen anbieten können." Es seien in erster Linie Büros und Praxen, die an der Regensburger Straße entstehen, also Räume für Ärzte, medizinische Fachbetriebe und Dienstleister im weitesten Sinn. Namen könne er derzeit noch nicht nennen, bittet der Wirtschaftsförderer um Verständnis: "Dafür ist es tatsächlich noch zu früh. Es gibt noch keine Verträge", wenngleich die Planungen bereits weit fortgeschritten seien. Deswegen stehe schon jetzt fest, dass es in dem neuen Gebäude keine Wohnungen geben werde. Auch nicht im Obergeschoss, da dies im vom Stadtrat genehmigten Bebauungsplan gar nicht erst vorgesehen sei.
Vielleicht mit Gastronomie
Eine teils gastronomische Nutzung sei aber nicht ausgeschlossen: "Da müssen wir noch sehen, was sich ergibt." Die Ansiedlung von Betrieben oder Geschäften mit einem sogenannten Innenstadt-relevanten Sortiment werde es aber nicht geben: "Es ist kein einziger Laden geplant" - auch und vor allem wegen der nur wenige Gehminuten entfernten Innenstadt. Grundlage dieser Entscheidung seien das Einzelhandel-Entwicklungskonzept Ambergs und das integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept.
Auch eine neue Disco werde es an der Regensburger Straße nicht geben. Nach dem wegen des Neubaus zwangsläufigen Aus des "Von & zu" suche die städtische Wirtschaftsförderungsgesellschaft nun nicht krampfhaft nach einem alternativen Standort, denn mittlerweile liege den Betreibern des ehemaligen Tanztempels die dauerhafte Erlaubnis vor, wie bisher auch den Casino-Saal nutzen zu dürfen. Brandelik dazu: "Der wirklich gut gehende Club in der Altstadt bleibt."
























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