Amberg
27.02.2023 - 14:50 Uhr

Region Euregio Egrensis: Startschuss zu grenzübergreifendem Innovationsnetzwerk

Die Podiumsdiskussion in der OTH zum Thema „Was braucht es für Innovation in der Region“ brachte den Teilnehmern neue Erkenntnisse. Bild: Bastian Vergnon/OTH Amberg-Weiden/exb
Die Podiumsdiskussion in der OTH zum Thema „Was braucht es für Innovation in der Region“ brachte den Teilnehmern neue Erkenntnisse.

„Innovationen und Start-ups haben eines gemein: Sie überwinden Grenzen und sorgen dafür, bestehende Hürden und eingefahrene Denkmuster aufzubrechen, um mit neuem einen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fortschritt voranzubringen.“ Diese Antwort gab laut einer Presse-Info André Pscherer, Projektmanager der Digitalen Gründerinitiative Oberpfalz (DGO), in Amberg an der OTH Amberg Weiden auf die Frage bei der Podiumsdiskussion, „ob eine Zusammenarbeit von Start-up-Ökosystemen in Grenzregionen einen Einfluss auf die Innovationsleistung haben kann“. Genau nach dieser Vision wurde eine Veranstaltung initiiert, die federführend vom Digitalen Gründerzentrum Einstein1 in Hof und dem Start-up Inkubator KANOV in Cheb geplant und auf die Beine gestellt wurde. Um möglichst die gesamte Euregio Egrensis Region abzubilden, beteiligen sich an dieser Vision auch das Digitale Gründerzentrum in der Oberpfalz, die Digitale Gründerinitiative Oberpfalz (DGO) sowie der SüdWestDigital e. V. (SWS) aus Sachsen.

Gemeinsam konnten sich zunächst Start-ups aus Cheb dem anderen Gründerteams vorstellen. Anschließend leitetet der Vizepräsident der Hochschule Hof, Prof. Dr. Plenk und der Präsident der Euregio Egrensis, Landrat Peter Berek aus Wunsiedel, die Vorträge von Start-ups aus den deutschen Grenzregionen ein.

Vom spannenden Spin-Off NEDGEX der Netzsch-Gruppe aus Selb, welche sich als privater „Möglichmacher“ für StartUps im Industrie-Umfeld präsentierten, über die HOHPE GmbH, die als innovativer Vorreiter das betriebliche Gesundheitsmanagement revolutionieren, zur openpack GmbH, die als Plattform-Anbieter für die gesamte Branche der Wellpappen-Verpackungsindustrie digitale Lösungen bereitstellen, waren die Vorträge vor allem eines: kurzweilig und inspirierend. In diesem Zuge nutzten auch der Innovationsberater der IHK Oberfranken, Dr. Dominik Erhard, und der Vorsitzende der Handelskammer Karlsbad, Tomáš Linda, die Relevanz eines derartigen Ökosystems zu bekräftigen, weil auch etablierte Unternehmen in den Grenzregionen von einem gemeinsamen Innovationsraum fachlich und personell profitieren. Anschließend wurde im Rahmen einer Podiumsdiskussion das Thema „Was braucht es für Innovation in der Region“ diskutiert, welche von Dr. Jens Löbus, dem Geschäftsführer des Einstein1 moderiert wurde. Die Diskussionsrunde bestand aus Jana Petříková, Gymnasiallehrerin aus Asch, Christian Beier, Geschäftsführer von NEDGEX, Petr Haak, dem Gründer und Geschäftsführer des KANOV StartUp Inkubators Cheb, Norbert Eder von der GK Software AG aus Schöneck und André Pscherer, dem Leiter der DGO in den Zentren Amberg und Weiden.

Die Diskussion umfasste einerseits das Thema, wie Innovation und Start-ups zusammenhängen, aber auch genauso, welchen Einfluss Hochschulregionen auf das Gründungsgeschehen haben oder wie das Entstehen von Innovationen im Bildungssektor allgemein verankert sei.

Christian Beier beschrieb Innovation zunächst pragmatisch als „das Schaffen von Lösungen, mit der sich zukünftig Geld verdienen lassen“. Kritisch diskutiert wurde, ob der akademische Bildungssektor wirklich einen Einfluss auf Innovationen habe, weil bekannte Zukunftsgestalter wie Steve Jobs oder Elon Musk auch keinen Hochschulabschluss innehatten und diese heute als zukunftsweisende Unternehmer bekannt sind.

André Pscherer, auch als Vertreter der ländlichen Hochschulregionen Amberg und Weiden, vertrat die Meinung, dass womöglich der fehlende Abschluss selbst unerheblich für die unternehmerische Leistung der oben genannten Persönlichkeiten sei, die meisten aber dennoch Erfahrungen während eines Studiums sammelten, das aber nie abschlossen. Jana Petříková und Petr Haak fügten hinzu, dass selbst erfolgreiche Absolvierende von tschechischen Bildungseinrichtungen nach wie vor um Anerkennung ihres Bildungsabschlusses in Deutschland kämpfen müssen.

Die Teilnehmer der Diskussion verständigten sich in einem Abschlussstatement darauf, dass einerseits klar auch der politische Wille in der Euregio Egrensis Region notwendig ist, um neben physischen Grenzen auch die ideologischen Grenzen abzubauen und dass andererseits die Grundlage für innovative Zukunftsgestalterinnen und -gestalter bereits in den Schulsystemen der beteiligten Regionen verankert werden müsse.

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