13.07.2020 - 09:05 Uhr
AmbergOberpfalz

Regionaljet "Amberg" ist zurück am Himmel

Knapp vier Monate musste der Regionaljet "Amberg" der Lufthansa Cityline corona-bedingt am Boden bleiben. Zwei Wochen nach dem Airbus "Weiden" ging er nun wieder in Dienst. Der dritte "Oberpfälzer" in der Flotte ist weiterhin geparkt.

von Udo Lanz Kontakt Profil

Exakt 109 Tage herrschte Stillstand für den Regionaljet mit dem Kennzeichen D-ACNA und dem Taufnamen "Amberg". Am vergangenen Freitag, 10. Juli, hob das 90-sitzige Flugzeug vom Typ Bombardier CRJ900 erstmals wieder ab. Vom Flughafen Frankfurt aus ging es mit der Flugnummer LH1006 kurz nach 8.30 Uhr nach Brüssel. Nach der Rückkehr folgten noch Umläufe nach Ljubljana (Slowenien) und Pula (Kroatien), am Samstagmorgen ging es gleich weiter mit einem Einsatz nach Westerland auf Sylt. Am Sonntag wurde zunächst Breslau angesteuert, später flog der Jet nach München, wo er ab sofort wieder stationiert ist.

Am 22. März hatte die Maschine, die abgeleitet vom Nato-Alphabet auch "November-Alpha" genannt wird, wegen der Corona-Pandemie ihren vorerst letzten Flug absolviert. Innerhalb weniger Tage hatten die Lufthansa und ihre Tochtergesellschaften damals den Flugbetrieb weitgehend eingestellt, rund 95 Prozent der Verbindungen fielen weg.

Der Airbus "Weiden" ist seit Ende Juni wieder im Dienst

Weiden in der Oberpfalz

Mehrere Hundert Flugzeuge musste der Lufthansa-Konzern in ganz Deutschland und im europäischen Ausland parken. Obwohl dafür zum Teil Rollwege und in Frankfurt sogar eine Landebahn gesperrt wurden, reichten die Stellflächen an den Verkehrsflughäfen nicht aus. Deshalb hat das Unternehmen auch kleine Flugplätze genutzt, die sonst nie im regulären Betrieb angesteuert werden. Der Airbus A320-200 "Weiden in der Oberpfalz" etwa verbrachte seine mehrmonatige Zwangspause auf dem Fliegerhorst Nordholz bei Cuxhaven. Der Regionaljet "Amberg" dagegen blieb die ganze Zeit bis zur Reaktivierung auf dem Flughafen Frankfurt/Main geparkt.

Mit der schrittweisen Ausweitung des Lufthansa-Flugplans ab Anfang Juni kehrten mehr und mehr Flugzeuge zurück in den Dienst. Anfangs waren im Kurz- und Mittelsteckenverkehr vor allem kleinere und neuere Airbus-Maschinen sowie Regionaljets gefragt, doch der CRJ900 "Amberg" blieb anders als zahlreiche Schwestermaschinen weiter am Boden. Ende Juni wechselte der Airbus "Weiden" zurück in den aktiven Dienst, genau zwei Wochen später durfte dann auch der Regionaljet "Amberg" wieder abheben.

Trotz der zuletzt deutlichen Zunahme der Verbindungen bleibt der Großteil der Konzernflotte weiter am Boden. Nicht wenige Maschinen wurden bereits vorzeitig ausgemustert, weitere könnten je nach Verlauf der Pandemie noch folgen. So ist etwa völlig offen, ob jemals wieder ein Airbus A380 für Lufthansa fliegen wird. Anders als Amberg und Weiden herrscht in vielen Patenstädte Ungewissheit darüber, ob und wann ihre fliegenden Botschafter in den Dienst zurückkehren. Der dritte "Oberpfälzer" in der Konzernflotte etwa, der Lufthansa-Airbus A321-100 D-AIRT "Regensburg", war seit 10. März zunächst auf dem Flughafen Berlin-Schönefeld abgestellt. Anfang Juni wurde der 23 Jahre alte Airbus nach Budapest überführt, wo er mit rund 30 Schwestermaschinen bis auf weiteres geparkt bleibt.

Hintergrund:

Taufe mit Topmodel Barbara Meier

Der kanadische Flugzeughersteller Bombardier hat den damals hochmodernen CRJ900 mit der Seriennummer 15229 und dem Kennzeichen D-ACNA im April 2009 an Eurowings ausgeliefert. Am 14. Mai erhielt das Flugzeug bei einer feierlichen Taufzeremonie auf dem Flughafen Nürnberg den Namen "Amberg". Die Delegation der Stadt führte der damalige Oberbürgermeister Wolfgang Dandorfer an, als Taufpatin war Topmodel Barbara Meier dabei. Anlass für die Aufnahme Ambergs in den Kreis der Patenstädte war das 975-jährige Stadtjubiläum.

Eurowings setzte die Maschine zunächst von Düsseldorf aus im Auftrag der Lufthansa auf Inlands- und Europastrecken ein. Zwischenzeitlich kam der Jet auch für die Billigfluglinie Germanwings zum Einsatz, Anfang 2015 folgte der Transfer zu Lufthansa Cityline und das Flugzeug war fortan abwechselnd in Frankfurt und München stationiert. Anfang 2018 erhielt die Maschine die neue Lufthansa-Lackierung, seitdem trägt sie anstelle des "Lufthansa Regional"-Punktemusters den Kranich am Leitwerk. Der Name "Amberg" steht seitdem auch nicht mehr am Heck, sondern besser sichtbar für die Passagiere vorne neben der Tür.

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