23.07.2018 - 16:44 Uhr
AmbergOberpfalz

Reizgas: Casino-Saal geräumt

Im Polizeibericht war von einer Massenpanik die Rede - ganz so dramatisch hat sich die Lage in der Nacht auf Sonntag wohl nicht dargestellt. Wir haben nachgefragt.

Als die Polizei eintraf, tummelten sich auf dem Schrannenplatz rund 200 Gäste der Veranstaltung. Bei diesem Bild handelt es sich um ein Symbolfoto aus dem Archiv.

"Kommt drauf an, was man unter Massenpanik versteht", sagt eine 26-Jährige aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach, die den Vorfall erlebt hat. Im gut gefüllten Casino-Saal am Schrannenplatz hatte jemand Reizgas gesprüht.

Gegen 2.30 Uhr verließen die Gäste fluchtartig die Lokalität, strömten ins Freie. "Das war schon wellenartig", berichtete die Augenzeugin gegenüber Oberpfalz-Medien. Das Verlassen des Gebäudes sei aber geordnet vonstatten gegangen. "Es war nicht so, dass die Leute gerannt oder gar übereinander gefallen wären. Viele waren aufgeregt, aber nicht panisch." Einige Club-Gäste hätten zunächst auch gar nicht mitbekommen, dass etwas passiert ist. "Doch dann hörte man von allen Seiten: ,Da hat jemand Pfefferspray versprüht.'" Ähnliche Augenzeugenberichte gab es auch nach der Erstmeldung im Onetz via Facebook. Eine Kommentatorin schrieb: "Es sind nur die Personen schnell rausgegangen, die genau in näherer Umgebung waren, und der Rest hat nach und nach den Saal verlassen. Ein paar standen noch über 20 Minuten am Tresen. Wo ist das Massenpanik?" Allerdings schrieb eine junge Frau, die das Ganze miterlebt hat, auch: "Es war echt schlimm. So etwas möchte ich nicht nochmal erleben."

Die Polizei berichtete, dass bei ihrem Eintreffen rund 200 Personen auf dem Schrannenplatz herumstanden. Einige von ihnen hätten über Atemnot, Augenreizungen und Schwindelgefühl geklagt. Zehn Personen im Alter zwischen 18 und 27 Jahren seien auf diese Art und Weise verletzt worden. "Viele mussten niesen und husten", beschreibt die Augenzeugin die Szenerie weiter. Viele der Besucher hätten "rote, tränende Augen" gehabt. Ein Großaufgebot von Rettungskräften versorgte die Betroffenen, einige wurden ins Krankenhaus gebracht. Die Integrierte Leitstelle schickte vorsorglich sieben Rettungswagen, zwei davon kehrten aufgrund der Sachlage bereits während der Anfahrt wieder um.

Die Amberger Feuerwehr rückte aus, um das Lokal zu lüften. Laut Augenzeugen hatte auch die Sicherheitsfirma des Gaststättenbetreibers bereits bei der Räumung und Lüftung des Saals geholfen. Danach konnten die Räume wieder betreten werden. "Die Aufklärung wird einige Zeit in Anspruch nehmen", berichtet die Polizei. Zwei Beschuldigte seien inzwischen identifiziert. Im Polizeibericht war von zwei 22-Jährigen und einem vorausgehenden Streit die Rede. Weitere Geschädigte sollen sich bei der Polizei melden.

Die Erstmeldung der Polizei

Amberg
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