Die Musiker boten schmissige Märsche und anspruchsvolle Konzertmusik. Im ausverkauften Theater mit dabei: Sängerin Ottilie Niebauer. Heuer kommt der Erlös der Phelan-McDermid-Gesellschaft zugute. Das gleichnamige Syndrom ist ein seltener genetischer Defekt.
Fünf Jahre ist es her, dass auf Initiative von Christian Ziegler, einem ehemaligen Mitglied des Heeresmusikkorps 4 Regensburg, der Reservistenmusikzug der Oberpfalz ins Leben gerufen wurde. Als Stabsfeldwebel a.D. Christian Ziegler als ehemaliger Feldwebel für Reservistenangelegenheiten nach Kümmersbruck versetzt wurde, wuchs bei den Verbandsmitgliedern der Wunsch, einen Reservistenmusikzug zu gründen – dem kam Ziegler nach. Unterstützung bei Gründung und Aufbau des Ensembles, das in der Schweppermannkaserne angesiedelt ist, leistete Oberstabsfeldwebel i.R. Peter Habermeier, der den Musikern als Vorsitzender und Hornist vorsteht.
„Bei zahlreichen Konzerten und Konzertreisen wie beispielsweise nach Berlin und Koblenz sowie bei mehreren Wohltätigkeitskonzerten konnte das sinfonische Blasorchester in den ersten fünf Jahren sein Publikum jedes Mal begeistern“, ließ Habermeier wissen. Seit seiner Gründung ist der Reservistenmusikzug auf 60 Musiker angewachsen, darunter ehemalige Militärmusiker, musikbegeisterte Reservisten und Zivilisten, womit der Klangkörper alle Teilstreitkräfte abdeckt: Luftwaffe, Marine, Heer und Nato. „Ob Militärmarsch oder Swing, die klingende Reserve beherrscht ein breites musikalisches Spektrum“, betonte Habermeier. Durch das Programm führte Anton Lottner. Einen Vorgeschmack auf den außergewöhnlichen Konzertabend gab der Reservistenmusikzug mit majestätischen und festlichen Klängen der „Concert Fanfare“ von Kees Vlak. Mit der „Ouverture allemande“ folgte ein kreatives Werk mit moderner harmonischer Klangsprache.
Beim anschließenden „Marsch der Trolle“ von Edvard Grieg eroberten Fabelwesen das Stadttheater. Unterhaltung im Zwei-Viertel-Takt brachte der Militärmarsch „Eherne Wehr“ von Georg Fürst. Atemberaubend ging es weiter mit „The great locomotive chase“, bei dem die Gäste die spektakuläre große Verfolgungsjagd zweier Lokomotiven im amerikanischen Bürgerkrieg 1862 miterlebten. Mit dem Musical-Song „On the sunny side of the street“ entführten die Musiker ihre Zuhörer auf einen Spaziergang auf der Sonnenseite des Lebens. Zur Bereicherung machte Solistin Ottilie Niebauer diesen Popsong und Jazzstandard. Mit der Ouvertüre „Slava“ von Leonard Bernstein ging es in die Pause.
Weiter ging es mit „Musik ist Trumpf“. Weitere Werke waren „The girl from Ipanema“ und Filmmusik wie „The Imperial March from Star Wars Episode V“. Nach dem Defregger Marsch informierte Anton Lottner, dass sich der Reservistenmusikzug Oberpfalz schon seit 2013 für die gute Sache engagiert – dieses Mal für die Phelan-McDermid-Gesellschaft. Die Organisation betreut rund 70 Familien aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, deren Kinder an einem sehr seltenen Gendefekt leiden. Der Verein wurde unter anderem von der Amberger Familie Thiel-Mayerhofer gegründet. Deren 13-jährige Tochter Nina ist betroffen. Sie kann nicht sprechen. Das Erlernen vieler Bewegungsabläufe war und ist für sie eine Herausforderung.














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