14.10.2018 - 10:39 Uhr
AmbergOberpfalz

Ringerhalle wird die Sensation

Es ist tatsächlich ein Projekt, das weit in die Zukunft weist. Auch wenn eigentlich alles noch geheim ist und ein Landtagsabgeordneter ein bisschen Wahlwerbung für sich machen will. Doch am Bergsteig wächst demnächst eine neue Ringerhalle.

von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Die Arbeiten hinter dem Bolzplatz am Bergsteig haben längst begonnen. Kreisrund wird das Gebäude offenbar, in das die Ringer schon Anfang nächsten Jahres einziehen sollen. Ein Unternehmen aus Österreich dreht derzeit riesige Schrauben in den Boden, auf denen dann der Aufbau erfolgen wird, der offenbar nur wenige Wochen bis zur Vollendung brauchen wird.

Oberbürgermeister Michael Cerny (CSU), der seinem Parteifreund Harald Schwartz so kurz vor der Wahl noch ein wenig Unterstützung am Bergsteig zukommen lässt, kann eigentlich nicht viel sagen. Bauherr ist die Stadtbau GmbH, die das Objekt als Folge des Projekts Soziale Stadt auch finanziert. Was gebaut wird, weiß Cerny zwar, über das Material kann er im Augenblick aber noch nichts sagen, weil da noch einige Patentanmeldung nötig sind, wie er sagt. Basis sei aber die Tatsache, dass der Beton ein endlicher Baustoff sei und durch neue Materialien ersetzt werden müsse, erklärte er.

Nutzbare Luftkunst

Zum Hintergrund: Bei einem Vortrag im Luftmuseum lernte Stadtbau-Geschäftsführer Maximilian Hahn 2017 Robert Roithmayr von der Donau-Universität im österreichischen Krems kennen. Roithmayr experimentiert mit modernen Bauformen, die sich beispielsweise an die immer noch bahnbrechende Architektur des Münchener Olympiageländes anlehnen. Man kam schließlich überein, dass der Architekt in der Nähe des Gropiusbaus am Bergsteig eine Art Vorzeigeobjekt in Holz und Kunststoff errichten soll. Quasi als eine Art nutzbare Luftkunst. Und weil die Ringer schon länger nach einer neuen Trainingshalle suchen, sollen sie hier einziehen.

Sehr zur Freude von Peter Leifridt, dem Gründer der inzwischen sehr erfolgreichen Ringerszene vom Bergsteig. "Die alte Baracke, das war schon brutal", stellte Harald Schwatz fest, der die Ringer vor einigen Wochen mit seinen drei Söhnen besucht hat. "Die Trainingsmöglichkeiten und die sportlichen Erfolge sind da schon sehr unterschiedlich", fügte Schwartz hinzu. Und dabei würden die Ringer am Bergsteig sehr, sehr viel mehr leisten, als nur das Sportliche - Stichwort: Integration.

Bagger rollt endlich

Tatsächlich, so ergänzte der Oberbürgermeister, sei die Ringerhalle, der ehemalige Werksverkauf von Rosenthal, mit den sportlichen Erfolgen nicht mitgewachsen. Nun hätten sie zwar in eine andere Turnhalle umziehen können, sagte Cerny, doch das wollten die Ringer nicht. "Da muss der Bagger rollen, haben sie am Bergsteig immer gesagt."

Gesagt, getan. Nun wird gebaut. "Es wird keine rechteckige Halle, es wird ein außergewöhnlicher Bau", machte der OB deutlich. Ein erstes Bauwerk aus einem ganz neuen Baustoff. "Damit stehen wir in Amberg an der Spitze einer Entwicklung." Cerny ist sich sicher, dass künftig Architekturstudenten und -liebhaber an den Bergsteig kommen werden, um sich den Gropius-Bau, also die Glaskathedrale und die neue Ringerhalle anzuschauen. "Es ist einfach ein weiteres Puzzleteil für die Entwicklung des Bergsteigs."

RC Bergsteig Amberg:

Ganz klein fingen Peter Leifridt und seine Sportfreunde um die Jahrtausendwende herum an, im Stadtteil Bergsteig, ihrem Hobby, dem Ringen, nachzugehen. Am Bergsteig leben traditionell Menschen aus vielen Ländern, unter anderem siedelten sich hier Zuwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion an. Vor allem aus ihnen rekrutierte Leifridt die Ring-Begeisterten, die mit ihm daran gingen, von ganz unten einen eigenen Verein aufzubauen. Mit Erfolg, wie die sportlichen Ergebnisse des RC Bergsteig deutlich zeigen. Derzeit unterrichtet Peter Leifridt fast im Alleingang zwischen 80 und 90 Kinder und Jugendliche im Alter von fünf bis 15 Jahren in vier Gruppen. Darüber hinaus trainieren in der Baracke am Bergsteig noch einmal gut 30 Jugendliche und Erwachsene. Kein Wunder, dass der Ruf nach einer größeren Halle immer deutlicher zu vernehmen war. Neben der sportlichen Aktivität zählt hier aber auch das Ziel, die Integration der jungen Bergsteig-Sportler in die Gesellschaft zu erreichen. (ass)

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