10.06.2019 - 14:53 Uhr
AmbergOberpfalz

Running-Snail-Racing-Team stellt RS19 vor

Aus dem Eisenschwein von 2004 wurde ein mit modernster Technik bestückter Elektroflitzer. Obwohl: Flitzer ist untertrieben, denn RS 19 ist kein Kart und keine Seifenkiste, sondern ein hochwertiges Formel-Fahrzeug.

Stolz präsentieren die Studenten der Ostbayerischen Technischen Hochschule ihren neuen Rennwagen RS 19, der vom nahezu 50-köpfigen Team fast erdrückt wird.
von Autor GFRProfil

Das unterstrich Professor Horst Rönneberg, Teamberater des Running-Snail-Racing-Teams der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH), bei der Vorstellung des neuen Rennwagens. OTH-Präsidentin Andrea Klug erwähnte, dass heuer zwei Jubiläen zusammentreffen: 25 Jahre OTH Amberg-Weiden und 15 Jahre Rennwagen-Bau. Überhaupt sei die Hochschule eine Erfolgsgeschichte für die Region, wozu auch das Running-Snail-Racing-Team beigetragen habe. Viel habe sich vom RS 05 bis zum RS 19 verändert: Die Baustoffe selbst, die Aerodynamik und vor allem der Umstieg vom Verbrenner zum Elektromotor. Als größte Leistung nannte Klug den zweiten Platz der Weltrangliste der Formula Student Electric. Während das studentische Team jedes Jahr wechsle, sei Rönnebeck von Anfang an dabei, begleite und berate seine Studenten.

Wenn es um das Innenleben des RS 19 geht, kennt Rönneberg, der seit dem RS 05 alle Formula-Student-Projekte betreut (seit fünf Jahren die batteriebetriebenen Rennwagen), nahezu jedes noch so kleine Einzelteil mit Vornamen und im Büro des "Faculty Advisors" liegen alle technischen Details. "Wir sind stolz, was wir gebaut haben", sagte er. Nicht vergessen werden dürfe, dass mehr als 100 Sponsoren das Projekt großzügig unterstützt haben. Der RS19 habe an der OTH einen hohen Stellenwert, sei er doch eine "andere Nummer" als der vor 15 Jahren zusammengeschweißte RS04. "Meine Studenten verwirklichen hochwertige Ingenieurarbeit und das unter größtem Zeitdruck."

Jetzt wird Gas gegeben, so Teamleiter René Bieber, den Sarah Göltl bei allem unterstützt, was nichts mit Technik zu tun hat. Teamleiter Mechanik ist Timo Englhard, den elektrischen Part betreut Sebastian Ullrich und als Fahrer müssen Markus Höfler, Florian Bauer und Philip Baruth ihr Können beweisen. Gut 2000 Einzelteile seien im RS 19 verbaut, so Timo Englhard. Die Aerodynamik sei gegenüber dem Vorgänger deutlich verbessert worden. Während bisher 18-Zoll-Reifen verwendet wurden, läuft der RS 19 der besseren Dynamik wegen auf kleineren 16-Zoll-Felgen. Vier wassergekühlte Radnaben-Motoren mit einer Gesamtleistung von 140 kW und kleine, einteilige Felgen aus kohlefaserverstärktem Kunststoff bringen das maximale Drehmoment von 1450 Nm optimal auf die Straße.

Zusammengerechnet hat das gut 50-köpfige Team um die 22 000 Arbeitsstunden eingebracht, so Englhard. Mit Zahlen wartete auch Sebastian Ullrich, Teamleiter Elektrik, auf: etwa 2800 Bauteile befänden sich in der Elektrik, 294 Sensoren, 150 Meter Kabel, 196 Sicherungen und 216 LEDs.

Bis auf den RS 04 umrahmten alle bisher an der OTH Amberg-Weiden gefertigten Rennwagen den neuen RS 19, der heuer wieder für das Running-Snail-Racing-Team auf dem Hockenheim sowie in Tschechien und Spanien gegen weltweite Konkurrenz Erfolge einfahren muss.

Die alten „Renn-Schnecken“ machen schon einen etwas plumperen Eindruck, aber im Laufe der Jahre wurde die Aerodynamik und auch das „Innenleben“ ständig verbessert.
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.