22.09.2021 - 18:08 Uhr
AmbergOberpfalz

Sandra Kainz von Ten Brinke erläutert Bauvorhaben auf Bürgerspitalgelände

Bei der AZ-Podiumsdiskussion zum Bürgerentscheid um das Bürgerspitalareal blieben einige Fragen offen, die am besten der Projektentwickler beantworten kann. Die AZ hat sie Sandra Kainz von Ten Brinke in Regensburg vorgelegt.

Sandra Kainz, Leiterin der Regensburger Niederlassung von Ten Brinke, beantwortete der AZ Fragen zum Bauvorhaben auf dem Bürgerspitalgelände.
von Markus Müller Kontakt Profil

ONETZ: Frau Kainz, es wird immer wieder diskutiert, wie viel die Wohnungen in dem Gebäude kosten werden. Können Sie da eine strapazierbare Zahl nennen?

Sandra Kainz: Die Quadratmeterpreise werden sich an den ortsüblichen Verkaufspreisen zum Zeitpunkt des Verkaufsstarts orientieren. Ganz wichtig: Wir richten uns ganz klar nicht an Investoren, sondern an ortsansässige Eigennutzer.

ONETZ: In Memmingen ist 2019 ein Ten-Brinke-Projekt, das dem in Amberg geähnelt haben soll, bei einem Bürgerentscheid abgelehnt worden. Was war dort das Problem?

Sandra Kainz: In beiden Städten ist die Bezeichnung „Ten-Brinke-Projekt“ eigentlich nicht richtig, da in beiden Fällen eine Ausschreibung der jeweiligen Kommune vorausgegangen ist, die wir auf Basis der Vorgaben der Auslobung gewonnen haben. Die Rahmenbedingungen wie Größe, Anteil Handel, Gewerbe und Wohnen, Zufahrten et cetera sind durch die Ausschreibung vorgegeben. Wir haben innerhalb der Zielvorgaben ein Objekt entwickelt, welches auf Basis mehrheitlicher Stadtratsentscheidungen zum Wettbewerbssieger gekürt wurde. Grundsätzlich sind die Verfahren Memmingen und Amberg aufgrund der Wettbewerbsvorgaben nicht direkt vergleichbar. In Memmingen stand beim Bürgerbegehren nicht das Bauvolumen und die Architektur im Vordergrund, sondern die Nutzungsaufteilung zwischen drei Viertel Gewerbe und ein Viertel Wohnen. In Amberg haben wir zwei Drittel Wohnen und nur ein Drittel Gewerbe, somit liegt der Fokus in Amberg eindeutig auf Schaffung von Wohnraum in der Innenstadt.

ONETZ: Haben Sie aus dem Memminger Fall Konsequenzen für den Umgang mit dem Amberger Bauprojekt gezogen?

Sandra Kainz: Wir halten uns in Amberg – wie auch schon in Memmingen – grundsätzlich an die Vorgaben aus der Ausschreibung. Wir haben in Amberg allerdings zu einem wesentlich früheren Zeitpunkt den Dialog mit den Gremien und den Bürgerinnen und Bürgern gesucht.

ONETZ: Sie hatten ja am Freitag einen Infostand zum Projekt "Leben AM Spitalgraben" in Amberg. Was wollten denn die Leute dort vor allem wissen?

Sandra Kainz: Am Infostand haben wir ein breites Spektrum an Fragestellungen erlebt, auf die wir sehr individuell eingehen konnten, so zum Beispiel zu den geplanten Gewerbeeinheiten, zur Platzgestaltung, zu verschiedenen Fassadenelementen und zur Dachgestaltung.

ONETZ: Hatten Sie beim Infostand auch den Eindruck, dass ein großes Informationsbedürfnis bei den Ambergern da ist, aber auch vielfach etwas Ratlosigkeit angesichts der schwierigen Materie?

Sandra Kainz: Einige Bürgerinnen und Bürger waren aufgrund von Gerüchten und Pauschalaussagen von Projektgegnern verunsichert. Diese Gerüchte konnten wir durch umfassende und offene Information richtigstellen. So konnten wir beispielsweise das Gerücht, dass an der Südseite des Gebäudes am Spitalgraben keine Fenster eingeplant sind, anhand der Pläne und Ansichten ganz klar widerlegen. Wir nehmen die Rückmeldungen, Fragen und Wünsche der Bürgerinnen und Bürger der letzten Wochen ernst und werden diese in unsere weiteren Planungen als Diskussionsgrundlage mit der Stadtverwaltung aufnehmen. Dem Wunsch nach weiterer Visualisierung kommen wir gerne nach. Wir stehen auch an diesem Freitag noch einmal von 11 Uhr bis 13 Uhr an unserem Infostand, diesmal an der Krambrücke, für Fragen und Antworten bereit.

Wie die Kontrahenten bei der AZ-Podiumsdiskussion zum Bürgerentscheid argumentierten

Amberg
Mit dieser Grafik belegt Ten Brinke, dass auch die Südseite des Gebäudes am Spitalgraben Fenster haben wird.
Hintergrund:

Projektentwickler Ten Brinke in Zahlen

Quelle: Angaben von Ten Brinke

  • 1994 in den Niederlanden gegründet
  • 2010 Gründung einer Niederlassung in Regensburg (insgesamt 15 in Deutschland)
  • 725 Millionen Euro Jahresumsatz
  • 1200 Mitarbeiter, der Großteil in Deutschland

 

 

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