08.07.2020 - 15:46 Uhr
AmbergOberpfalz

Schönwerth-Realschule: Mammut-Projekt auf der Zielgeraden

Eines der größten Projekte der jüngeren Amberger Geschichte nähert sich dem Abschluss: Nach zwölf Jahren mit neun Bauabschnitten war in der erweiterten und sanierten Schönwerth-Realschule am Mittwoch Richtfest für die Dreifachturnhalle.

Richtfest in der neuen Dreifachturnhalle der Franz-Xaver-von-Schönwerth-Realschule: Heinrich Samhaber (rechts) und Mauro Pulina (links daneben) geben den Richtspruch zum Besten.
von Thomas Kosarew Kontakt Profil

Bevor Heinrich Samhaber und Mauro Pulina von der österreichischen Firma Wiehag vor geladenen Gästen an der Schönwerth-Realschule Amberg den Richtspruch im Rohbau der neuen Sporthalle aufsagten, schwelgte Architekt Alfred Lanzinger fast schon in Erinnerungen. Im Jahr 2008 habe die Erweiterung der Generalsanierung der damals rund 1150 Schüler fassenden Schule an der Fuggerstraße begonnen. Zunächst sei Platz für 16 weitere Klassen geschaffen worden. Danach folgten die energetische Sanierung des Hausmeisterhauses, die in vier Abschnitte aufgeteilte Generalsanierung der Schule und nun der Erweiterungsbau, der seinerseits in vier Abschnitte unterteilt ist. Für 14,97 Millionen Euro entstehen eine Dreifachturnhalle, Freisportanlagen, eine Mensa und die weiteren räumlichen Voraussetzungen für den Ausbau zur Ganztagsschule.

Erst Finanzkrise, dann Corona

Wie Lanzinger erinnerte sich Oberbürgermeister Michael Cerny daran, dass der Stadt anfangs die Finanzkrise in die Quere kam: "Die Maßnahme zu zerteilen war finanztechnisch nicht falsch, für die Schulfamilie ein Rückschlag und für die ausführenden Firmen eine Herausforderung." Als jetzt mit der Corona-Pandemie die nächste Krise nicht zu vermeiden war, habe sich die Stadt dazu entschlossen, das Vorhaben durchzuziehen, weil: "Im Normalfall wird's nicht billiger, sondern eher teurer." Das war das Stichwort für einen kurzen Blick in die Vergangenheit. Insider erinnern sich an die Diskussionen wegen einer enormen Kostensteigerung des letzten Bauabschnitts. Sie bewegte sich in einer Größenordnung von 9 auf knapp 15 Millionen Euro und erschienen im Gegensatz zur Bauverwaltung vielen Stadträten nicht nachvollziehbar. Die Wogen haben sich längst geglättetet. Beim Richtfest war die Rede davon, dass der Bau finanziell und zeitlich "voll im Plan" liegt, wie es auch Michael Cerny formulierte. Er freut sich auf eine mit einem Holzdach versehene helle Halle, die ein Ambiente haben wird, in dem sich die Schüler und Vereine wohlfühlen werden. "Vor allem aber die Sportlehrer", sagte Schulleiter Matthias Schall, denn zu Spitzenzeiten mussten 1150 Realschüler auf bis zu sieben andere Sportstätten ausweichen. Mittlerweile habe sich die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die an der Fuggerstraße unterrichtet werden, bei 850 eingependelt. Die neue Halle sei exakt auf diese Zahl ausgelegt.

Eröffnung im Herbst 2021

Eröffnet werden soll der Erweiterungsbau im dritten Quartal nächsten Jahres, sprich zum Start des Schuljahres 2021/22. Trotz dieser Aussichten hatte der Rektor einen Wunsch: "Vielleicht können die Abschlussprüfungen nächstes Jahr hier geschrieben werden", sagte Schall und ließ wissen, dass die Absolventen aktuell auf zwölf Räume verteilt sind. Architekt Lanzinger machte dem Pädagogen aber keine großen Hoffnungen: "Es war nie davon die Rede, dass wir schon vor den Sommerferien fertig sind."

Danach waren die Blicke auf Heinrich Samhaber und Mauro Pulina gerichtet, die den Richtspruch aufsagten. Die Firma Wiehag aus Oberösterreich, bei der beide beschäftigt sind, ist in Amberg nicht unbekannt. Sie sorgte bereits für die Dachkonstruktionen des Edeka-Centers an der Welserstraße und der neuen Jura-Werkstätten.

So sieht die neue Dreifachturnhalle mit Mensa von außen aus.

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