Schon wieder. Betriebshofmitarbeiter Alexander Ritzel kann nur den Kopf schütteln, während er mit seiner Bohrmaschine an den Spielgeräten auf dem Spielplatz an der Hans-Thoma-Straße hantiert. Am Mittwochvormittag flattert noch eine Polizeiabsperrung am Eingang, doch der Betriebshof ist bereits damit beschäftigt, die Folgen einer offenbar gezielten Manipulation zu beseitigen. Diesmal hat es unter anderem die Holzrutsche getroffen. Schutzelemente, die verhindern sollen, dass Kinder von der Rutsche fallen, waren von einem oder mehreren Tätern abmontiert worden. Auch an anderen Spielgeräten wurden zahlreiche Schrauben gelockert. Ein Holzspielgerät war nach Angaben des Betriebshofs sogar vollständig umgedreht und auf dem Kopf montiert worden.
Ritzel hat fotografisch dokumentiert, wie die Spielgeräte vor der Reparatur aussahen. Die Bilder zeigen, dass Schrauben nicht etwa gebrochen oder durch einen Defekt gelöst waren, sondern herausgedreht worden waren. „Schon wieder?“, lautet auch die Reaktion eines weiteren Betriebshoftrupps, der während der Arbeiten auf dem Spielplatz eintrifft. Die Mitarbeiter schütteln den Kopf. Regelmäßig würden die Spielplätze kontrolliert. Ritzel erinnert sich an den ersten Vorfall im Juni. Damals waren auf demselben Spielplatz ganze Schaukeln auseinandergenommen worden.
Vorsätzliche Manipulation
Dass es sich diesmal tatsächlich um eine vorsätzliche Manipulation handelt, bestätigt die Polizei auf Nachfrage. Polizeisprecher Dominik Lehmeier berichtet, eine Frau habe am Dienstag, 25. August, mit ihrem Kind den Spielplatz nutzen wollen und dabei festgestellt, dass an der Holzrutsche die Schutzplanken abmontiert worden waren. Sie verständigte daraufhin die Polizei, die den Spielplatz sperren ließ. Die Polizei werde nun die üblichen Ermittlungsmaßnahmen vorantreiben und unter anderem prüfen, ob sich Spuren sichern lassen. Eine Sachbeschädigung sei eine Straftat.
Damit ist die Polizei diesmal deutlicher als beim ersten Vorfall. Damals hatte sie zunächst offengelassen, ob die gelockerten Schrauben und Bolzen tatsächlich mutwillig manipuliert worden waren. Es wurde vor voreiligen Schlüssen gewarnt. Doch der aktuelle Fall wirft nicht mehr die Frage auf, ob, sondern wer und warum die Spielgeräte manipuliert werden. Einen Hinweis auf den oder die Täter gibt es bislang nicht. Die Polizei hat ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt eingeleitet. Auch die Stadt Amberg wird Strafanzeige stellen. Das bestätigte Thomas Graml von der Stadt Amberg auf Nachfrage.
Vor dem Spielen kontrollieren
Noch am Mittwoch sorgen die Mitarbeiter des Betriebshofs dafür, dass der Spielplatz wieder genutzt werden kann. Dennoch sind Eltern und Aufsichtspersonen zu erhöhter Aufmerksamkeit aufgerufen. Vor dem Spielen sollten die Geräte kurz auf lose Schrauben, fehlende Bauteile oder andere Auffälligkeiten überprüft werden. Tragende Verbindungen und sichtbare Befestigungspunkte könnten dabei mit der Hand auf festen Sitz kontrolliert werden. Werden Mängel festgestellt, sollten Kinder von dem betroffenen Gerät ferngehalten und die Auffälligkeit über den Mängelmelder der Stadt Amberg gemeldet werden, damit schnell reagiert werden kann. Wer darüber hinaus verdächtige Personen oder Vorgänge im Umfeld eines Spielplatzes beobachtet, sollte die Polizei verständigen.




















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