17.07.2018 - 15:14 Uhr
AmbergOberpfalz

Schützenhilfe für Studenten

Das Aus des Semestertickets für Studenten der OTH Amberg-Weiden erregt die Gemüter. Studenten wollen sich von Vertretern des Studentenwerks und des Zweckverbandes Nahverkehr nicht den Schwarzen Peter zuschieben lassen.

Mit dem öffentlichen Personennahverkehr zur OTH - das ist scheinbar gar nicht so einfach.

Am Dienstag leisteten die Jungen Liberalen (Julis) Kritikern Schützenhilfe. Juli-Vorsitzender Markus Hochholdinger bezeichnete die Äußerungen von Studentenwerk-Geschäftsführer Josef Tost und Grünen-Stadtrat Helmut Wilhelm als Unverschämtheit. Tost hatte den Studenten Egoismus vorgeworfen, Wilhelm hatte gesagt: "Und das soll einmal unsere nächste geistige Elite sein." Das Konzept des Semestertickets sei nicht auf die Bedürfnisse der Studenten zugeschnitten gewesen. Hauptkritikpunkt auch bei den Julis: Nürnberg und Regensburg waren nicht mit einbezogen.

Die Stellungnahme im Wortlaut:

Bereits seit Jahren ist das Semesterticket ein Thema für die Studenten der OTH Amberg-Weiden. Vor einiger Zeit wurde der Vorschlag konkretisiert und darüber abgestimmt. Mit dem Ergebnis waren Personen wie Josef Tost, Geschäftsführer des Studentenwerks, und Helmut Wilhelm, Grünen Stadtrat, nicht zufrieden. Die Mehrheit der Studenten lehnte das Semesterticket ab. Aus Frust heraus haben beide nun Äußerungen getätigt, die so nicht annehmbar und eine Unverschämtheit gegenüber den Studierenden vor Ort sind. Tost wirft Egoismus und Ichbezogenheit vor, Wilhelm äußert sich mit dem Satz „Und das soll einmal unsere nächste geistige Elite sein“ zu dem Thema.

Wer aber genauer auf das Konzept des Semestertickets blickt, der erkennt schnell den Irrsinn des Tickets. Für fast 84 Euro pro Semester sind die Städte Weiden, Schwandorf, Amberg und Neukirchen inklusive deren Busverbindungen einbezogen. Schnell ist zu erkennen, dass Verkehrsknotenpunkte wie Nürnberg und Regensburg nicht einbezogen sind und lediglich vergünstigt angefahren werden können. Diese Punkte sind aber gerade für auswärtige Studenten von Relevanz. Hört man sich bei den Studenten um, so ist schnell zu erkennen, dass die Busverbindung kaum benötigt wird. Selbst wer nicht Student an der OTH ist, dem sollte klar sein, dass die Studenten nicht wirklich auf den Bus angewiesen sind. Die Wohnheime sowie Altstadt und Einkaufsmöglichkeiten sind unmittelbar an der OTH und zu Fuß innerhalb weniger Minuten zu erreichen.

So ist es also falsch, davon auszugehen, dass in Amberg ein Solidaritätsprinzip unbedingt angebracht ist. In Nürnberg oder Regensburg, wo es sich für alle Studenten aufgrund von Größe und Vernetzung durch U-Bahn, S-Bahn und Busverbindungen wenigsten ansatzweise lohnt, ist ein Solidaritätsprinzip wahrscheinlich angebracht. Nicht aber in Amberg, wo kaum ein Student wirklich davon profitiert, sondern lediglich eine Mehrbelastung stattfindet. Generell ist es aber eine Unverschämtheit demokratische Prozesse und vor allem auch die Studenten nicht ernst zu nehmen und diese nur zu verhöhnen. Eher sollte man froh über die tolle Diskussionskultur und demokratischen Strukturen an der örtlichen Hochschule sein und diese schätzen.

Bericht von der Sitzung des Zweckverbandes Nahverkehr Amberg-Sulzbach.

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