Amberg
26.09.2018 - 11:04 Uhr

Mit Schwung in den Landtag

Martin Hagen? Sagt erst einmal nicht viel dieser Name. Das will der Spitzenkandidat der bayerischen FDP für die Landtagswahl nach dem 14. Oktober gründlich ändern.

FDP-Spitzenkandidat Martin Hagen zu Gast in der AZ. Bild: Wolfgang Steinbacher
FDP-Spitzenkandidat Martin Hagen zu Gast in der AZ.

"Die CSU wird nach dem 14. Oktober eine andere sein." Diesen Satz sagt nicht etwa Ministerpräsident Markus Söder, er stammt aus dem Mund von Martin Hagen, dem Spitzenkandidaten der bayerischen FDP zur Landtagswahl. Hagen machte am Dienstag Wahlkampf für seine Partei in der Fußgängerzone und schaute gemeinsam mit dem örtlichen FDP-Direktkandidaten Markus Hochholdingerin der Redaktion der Amberger Zeitung vorbei.

Zweifel, dass die FDP in den Landtag zurückkehrt, aus dem sie sich vor fünf Jahren verabschieden musste? So etwas kennt Martin Hagen nicht. Natürlich werden die Liberalen im nächsten bayerischen Parlament sitzen und natürlich werden sie Regierungsverantwortung übernehmen, wenn man sie lässt. "In Bayern wollen wir gestalten", sagt Hagen. Den Abbruch der Sondierungsgespräche in Berlin durch die FDP belasten den 37-jährigen Strategie- und Kommunikationsberater eher nicht. Er sieht das Scheitern beim ungeklärten Verhältnis zwischen CSU und CDU als bei der FDP angesiedelt.

Trotzdem will Hagen nach dem 14. Oktober notfalls mit der CSU koalieren. Setzt dabei auf den Politikstil von CSU-Vize Ilse Aigner, die aus seinem Stimmkreis stammt. "Viele Leute, die Ilse Aigner schätzen, können mit Markus Söder nichts anfangen." Die vernünftigen Kräfte in der CSU werden seiner Ansicht nach siegen. Dann wäre der Weg frei für eine Koalition mit den Liberalen. Mit der "neuen" bayerischen FDP, wie er betont. Runderneuert und losgelöst von dem Personal, das vor zehn Jahren schon einmal mit der CSU tanzte.

Positionen: Natürlich sei es in der Asylpolitik griffig und einfach eine extreme Position links oder rechts zu vertreten, steckt Martin Hagen das FDP-Terrain ab, das sich auf Linie der Arbeitgeberverbände bewegt. Gut qualifizierte und integrierte Asylbewerber hereinlassen und natürlich arbeiten lassen, Gefährder und Kriminelle schneller abschieben. "Wir können nicht die Grenzen aufmachen und alle hereinlassen, wie es die Grünen fordern", positioniert er sich gegen einen möglichen künftigen Koalitionspartner in Bayern.

In jedem Landkreis, in jeder größeren Stadt, in die er komme, höre er von gut ausgebildeten Asylberwerbern, die trotz einer Ausbildungs- oder Arbeitsstelle abgeschoben werden sollen. Und das bei dem Fachkräftemangel derzeit. Noch mehr Themen: Mehr Kitas, mehr Ganztagsschulen, flexible Arbeitszeiten, flexibler Renteneintritt, für all die, die noch länger arbeiten wollen. Ein Einwanderungsgesetz muss her, sagt Martin Hagen. Und gerade im Pflegesektor herrsche ein Riesenmangel an Arbeitskräften.

"Unser Wohlstand ist nicht für alle Zeiten in Stein gemeißelt", stellt Hagen fest und meint unter anderem die Autoindustrie. Auf dem flachen Land, klar, da werde das Auto noch lange in seiner jetzigen Form eine große Rolle spielen. Doch in den Ballungsräumen, in den großen Städten sieht er die automobile Zukunft in einer Kombination von elektrischen, autonom fahrenden Fahrzeugen, die untereinander kommunizieren und nur dann geordert werden, wenn man sie auch braucht.

Wäre dann noch die AfD. "Das ist keine Partei der zu kurz Gekommenen", stellt Martin Hagen klar. Vielmehr eine Sammelbewegung der Ängste in einer sich verändernden Welt. "Wenn wir es schaffen, unsere Probleme zu lösen, werden wir sie in Zukunft einstellig halten können."

 
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.