30.09.2020 - 15:54 Uhr
AmbergOberpfalz

Semesterstart an der OTH Amberg-Weiden: Vorlesungen vor dem Handballtor

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Eine Turnhalle, die zu zwei Hörsälen umfunktioniert wird. Hybride Veranstaltungen. Und mit Künstliche Intelligenz sowie Ingenieurpädagogik zwei neue Studiengänge. Das Wintersemester bringt an der OTH Amberg-Weiden jede Menge Neuerungen.

Andreas Heindl von der Hausverwaltung der OTH und weitere Helfer haben die Turnhalle in zwei Hörsäle umgewandelt, damit die Studierenden den Mindestabstand einhalten können.
von Christopher Dotzler Kontakt Profil

Wenn das Wintersemester am Donnerstag, 1. Oktober, an der OTH Amberg-Weiden startet, dann unter ganz besonderen Voraussetzungen. Wegen Corona waren viele organisatorische Arbeiten vonnöten. Die Hochschule ist gut vorbereitet, wie Präsidentin Andrea Klug bei einem Pressegespräch am Dienstag verriet. Ein Überblick.

Der Start:

Die Erstsemester werden an zwei Tagen, am Donnerstag und Freitag, begrüßt, um große Menschenansammlungen zu vermeiden. Klug erklärt: „Es ist uns ein großes Anliegen, unsere Neustudierenden an die Hochschule zu holen an diesem besonderen Tag.“

Die Studiengänge:

Als die OTH vor 25 Jahren zum ersten Mal Studenten aufnahm, gab es nur zwei Studiengänge: Elektrotechnik in Amberg und Betriebswirtschaft in Weiden. Ganz anders heute. Neben den 26 Bachelor- gibt es noch 13 Master-Studiengänge und 7 Weiterbildungsmaßnahmen. Neu kommen im Wintersemester Künstliche Intelligenz und Ingenieurpädagogik hinzu. Bei Künstlicher Intelligenz liegt der Schwerpunkt neben der Grundlagenausbildung laut Klug auf Vertiefungen. Konkret geht es dabei um Themen wie Smart Home, Smart Energy und Robotik. Auf den Bachelor (sieben Semester Regelstudienzeit) kann man auch einen Master „draufsatteln“.

Ingenieurpädagogik sei ein ganz neues Angebot und gebe es in Bayern bisher nur in Landshut. „Die Regierung der Oberpfalz ist auf uns zugekommen“, erklärt Klug. Ziel sei es Ausbildungskapazitäten zu schaffen. Mit dem Studiengang schaffe man die Grundlage, später eine Tätigkeit als Lehrer an beruflichen Schulen (Berufsschule, FOS/BOS) aufzunehmen. Gerade in den beiden Fachrichtungen, in denen die OTH ausbilde (Elektrotechnik und Metall) würden Lehrer dringend gesucht. Außerdem gibt es Pläne für die Zukunft. „In einem nächsten Schritt wollen wir den Masterstudiengang Educational Technology einrichten“, berichtet Klug beim Pressegespräch.

Ingenieurpädagogik: Berufspädagogin unterstützt beim Aufbau des neuen Studiengangs

Weiden in der Oberpfalz

Die Studentenzahlen:

Etwa 1000 Frauen und Männer haben sich in diesem Semester eingeschrieben. Damit bleibt die Zahl der Studierenden konstant bei rund 3000. Beim neuen Studiengang Künstliche Intelligenz sind es laut Klug um die 20. „Das ist für so einen Start und eine ganz kurze Bewerbungsphase nicht schlecht.“ Im Master sei man leider nur einstellig bei den Anmeldezahlen. Dort bräuchte es natürlich erst diejenigen, die entsprechende Bacherlorstudiengänge absolviert haben.

Bei „Ingenieurpädagogik“ ist die Zahl der Studierenden ebenfalls niedrig. Allerdings sehe sie Entwicklungspotenzial. „Das Ziel in der Zukunft ist es, dass wir mit 30 Erstsemestern beginnen.“ Als positiv bezeichnet Klug den Umstand, dass die Studienneigung in der Region gestiegen sei. „Nach wie vor ist die Anzahl an Studierenden und Akademikern hier aber deutlich niedriger als in anderen Regionen, wie etwa Oberbayern.“ So seien über 60 Prozent der Erstsemester der OTH Amberg-Weiden die ersten in der Familie, die studieren.

Umgang mit Corona:

„So herausfordernd das Sommersemester gewesen ist, so wichtig war es, um vorbereitet zu sein für das Wintersemester“, erklärt die OTH-Präsidentin. Sie sei froh, dass für Amberg und Weiden nicht erst seit März innovative Lern- und Lehrkonzepte entwickelt worden sind – Stichwort Digitalcampus. „Wir haben sehr viel in technisches Equipment investiert.“ Mit den vermehrten Zugriffen von Zuhause aus brauche man ganz andere Serverkapazitäten. Außerdem sei weitere Übertragungstechnik in Hörsälen installiert worden.

Vor allem den Erst- und Abschlusssemstern sowie Studierenden, die von ihrer praxisorientierten Ausbildung leben, sollen Präsenzvorlesungen ermöglicht werden. Dafür gibt es „zusammenhängende Stundenpläne“. Studierende sollen damit möglichst vollständig einen Tag an der OTH oder komplett digital gelehrt werden. In Hörsälen gilt natürlich die Abstandsregelung von eineinhalb Metern. Zur Kontaktnachverfolgung müssen Studierende beim Eintreten in den Hörsaal einen QR-Code scannen und sich somit registrieren.

Größere Veranstaltungen:

„Wir versuchen im Moment größtmögliche Vorsicht walten zu lassen. Die oberste Priorität ist für uns, die Gesundheit unserer Hochschulfamilie“, sagt Klug. Veranstaltungen soll es auch künftig geben, aber dann in hybrider Form. Wie das funktionieren kann, habe der Besuch von Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger an der OTH gezeigt. 25 Personen seien live vor Ort gewesen (die maximal erlaubte Anzahl von Menschen im großen Audimax), 150 weitere haben sich virtuell eingeklinkt. Das sei auch ein gangbarer Weg für anstehende Absolventenverabschiedungen, der Verleihung des Deutschlandstipendiums und Veranstaltungen zu Abschlussprojekten. Bis Weihnachten bleibt die hybride Form. „Im nächsten Jahr müssen wir neu bewerten.“

Mensa und Bibliothek:

Die Bibliothek hatte bereits im Sommersemester geöffnet. Plexiglasscheiben sind installiert worden. Eine Kontaktaufnahme per E-Mail im vorab der Ausleihe habe sich als praktikabel erwiesen. Die Bibliothek bietet weiter an, nach vorheriger Absprache, Bestellungen aufzunehmen.

Die Mensa öffnet am Montag, 5. Oktober, wieder. Allerdings gibt es nur begrenzte Sitzplätze und es dürfen nur diejenigen in die Mensa, die auch etwas verzehren. Bisher ist sie laut Klug oft als Lehr- und Arbeitsraum von Studenten genutzt worden. Externe Gäste werden zunächst auch noch nicht bewirtet.

OTH-Präsidentin Andrea Klug spricht in einem Interview mit Oberpfalz-Medien über neue Studiengänge, studieren in Zeiten von Corona und weitere Themen.
Bibliothekarin Ulla Job-Busche ist auch weiterhin Ansprechpartner für die Studierenden, die sich Bücher entleihen wollen.
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