10.01.2022 - 18:04 Uhr
AmbergOberpfalz

Sexualisierte Gewalt darf kein Tabuthema sein

Sich trauen über die eigenen Erlebnisse zu sprechen, ist ein Weg zur Selbstheilung. Sexualisierte Gewalt darf kein Tabuthema sein. Betroffene müssen gehört werden. Ein Kommentar von Celina Rieß.

Offenheit im Umgang mit dem Thema sexualisierte Gewalt ist wichtig, um Betroffenen zu helfen, kommentiert Celina Rieß.
von Celina Rieß Kontakt Profil

Ein Großteil der Frauen in Deutschland hat bisher irgendeine Art von sexueller Belästigung im Alltag erlebt - sei es auf der Arbeit, beim Feiern oder in der U-Bahn. Man muss nur mal im eigenen Freundeskreis nachfragen. Oft akzeptieren Männer kein „Nein“, weil sie der Meinung sind, die Frau will nur „erobert“ werden oder meint das gar nicht so. Nein! Ein „Nein“ ist immer zu respektieren, egal wann. Jeder sollte seine eigenen Grenzen abstecken und dabei auch die Grenzen von anderen respektieren. Nur so kann der zwischenmenschliche Umgang funktionieren.

Aber wie sieht eigentlich eine Person aus, die sexualisierte Gewalt erlebt hat? Meist doch ganz anders als wir es erwarten würden. Vielleicht sogar glücklich. Weil niemand wirklich hinter die Fassade blicken kann. Niemandem siehst du so etwas an. Genau das ist vielleicht oft das Problem. Dieses Schweigen macht die Betroffenen schutzlos. Sich zu öffnen ist für viele schwer, weil sie sich nicht trauen. Die Angst vor den Reaktionen, vor bösen Kommentaren und davor, als Opfer angesehen zu werden, ist zu groß. Verständlich – unsere Gesellschaft trägt einen großen Teil dazu bei.

Wenn Frauen vergewaltigt werden, kommt oft die Frage: Was hattest du an? Als ob es irgendein Outfit geben würde, das so etwas überhaupt rechtfertigt. Und nein, die Frau ist nicht selbst daran Schuld, nur weil sie einen kurzen Rock getragen hat und auch nicht wenn es eine Jogginghose war. Leider wird aber nur ein sehr geringer Teil von sexuellen Übergriffen zur Anzeige gebracht.

Auch Sexuelle Belästigung im Netz ist dabei nicht zu unterschätzen. Seien es sexualisierte Kommentare oder Nachrichten. Denn bösartige Beleidigungen und Hass sind oft das, was die Frauen entgegen bekommen, wenn sie nicht auf gewisse „Angebote“ reagieren.

Was wir tun können? Betroffene ernst nehmen, zuhören und über das Thema sprechen. So dass sich mehr Menschen trauen, über ihre eigene Geschichte zu reden. Ihnen muss klar sein, dass sie nicht alleine sind – auch wenn es sich vielleicht im ersten Moment so anfühlt.

Aufklärung und Hilfe bei sexualisierter Gewalt

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