Wegen Corona nahmen am Sicherheitsgespräch nur jeweils ein Vertreter der Amberger Polizisten und der zuständige Referatsleiter Bernhard Mitko teil. Thomas Lachner, Chef der Polizeiinspektion Amberg, war gemeinsam mit dem stellvertretenden Leiter der Kriminalpolizeiinspektion, Peter Krämer, und dem stellvertretenden Leiter der Verkehrspolizei, Joseph Decker, zu Oberbürgermeister Michael Cerny ins Rathaus gekommen. Gegenüber 2019 habe sich die Sicherheitslage im vergangenen Jahr nochmals verbessert, sagten die Polizisten.
Sowohl Cerny als auch Mitko machten zunächst deutlich, dass vor allem die "gute Zusammenarbeit von Polizei und städtischer Sicherheitsbehörde einen wichtigen Erfolgsfaktor darstellt". Wie ausgezeichnet die Sicherheitslage in Amberg ist, zeige sich daran, dass die Stadt hinsichtlich ihrer Fallzahlen sowohl in Bayern als auch in der Oberpfalz eine Spitzenposition einnehme. Wobei Bayern mit seiner Kriminalstatistik im bundesweiten Vergleich auf Platz eins zu finden sei.
Rückgang der Straftaten
Wie die Daten zur Kriminalitätslage zeigen, ist laut einer Pressemitteilung aus dem Rathaus die Zahl der Gesamtstraftaten 2020 im Vergleich zum Vorjahr ein weiteres Mal zurückgegangen: um 213 oder 8,4 Prozent auf insgesamt 2318 Fälle. 2014, im Jahr mit dem höchsten Wert im Zehnjahresvergleich, seien noch 3044 Straftaten gezählt worden. Die Aufklärungsquote 2020 lag bei 71,7 Prozent. Die sei zwar ein leichter Rückgang gegenüber 2019, zugleich aber eine deutliche Steigerung gegenüber dem niedrigsten Wert in den vergangenen zehn Jahren. 2013 habe die Aufklärungsquote 63,8 Prozent betragen. In Bayern liegt dieser Wert laut Pressemitteilung aktuell bei 66,4 Prozent.
Deutlich abgenommen hat die Häufigkeitszahl (Zahl der polizeilich registrierten Straftaten je 100.000 Einwohner) auf 5492. Gegenüber 2019 bedeutet das einen Rückgang von 538 Fällen (8,9 Prozent), im Vergleich zu 2014 wurden nach Auskunft der Polizei sogar 1827 Straftaten weniger verübt. Dazu hätten sowohl die positive Entwicklung bei der Gewaltkriminalität (minus 23,5 Prozent), bei den Körperverletzungen (minus 20,5 Prozent) und bei der Straßenkriminalität (minus 1,6 Prozent) beigetragen.
Wohnungseinbrüche: 13 Fälle
„Der Rückgang wäre auch bei der Straßenkriminalität sehr viel höher ausgefallen, hätte es nicht eine Brandserie im Frühjahr und eine Serie von mehr als 40 Sachbeschädigungen an Fahrzeugen gegeben“, erklärte Polizeidirektor Thomas Lachner. Dies sei auch der Grund dafür, dass bei den Sachbeschädigungen ein Anstieg um 8,6 Prozent auf 353 Fälle zu verzeichnen war. Zurückgegangen hingegen seien die Diebstähle (minus 12,8 Prozent), die Rauschgiftkriminalität (minus 20,3 Prozent) und die Wohnungseinbrüche (minus 7,1 Prozent; insgesamt 13 Fälle).
Sorgen bereiten der Polizei allerdings die Themen Cybercrime und Internetbetrügereien, wo man einen stetigen Anstieg verzeichnet, sowie die Zunahme von Fällen beim sogenannten "Enkeltrick", wo Betrüger die Hilfsbereitschaft und emotionale Notlage älterer Menschen immer professioneller und perfider ausnutzten. "Merken Sie sich: Die Polizei nimmt kein Geld!", so Peter Krämers Appell an die Bürger, vorsichtig zu sein und sich keinesfalls am Telefon unter Druck setzen zu lassen.
2020 kein Verkehrstoter in Amberg
Genauso positiv wie der Bereich der Kriminalität hatte sich laut Pressemitteilung im Vorjahr die Situation im Straßenverkehr entspannt. Die Polizeibeamten verhehlten nicht, dass das teilweise auch mit der Corona-Pandemie und dem damit verbundenen Lockdown zusammenhing. 2020 habe es keinen Verkehrstoten gegeben, die Zahl der Unfälle habe mit 1279 einen Tiefststand im Zehnjahresvergleich erreicht. Die Zahl der Alkohol-bedingten Unfälle im Stadtgebiet sei auf insgesamt elf zurückgegangen. Lediglich die Unfälle, bei denen Drogen und überhöhte Geschwindigkeit im Spiel waren, habe sich etwas erhöht: auf fünf beziehungsweise elf Fälle.
Weniger Fahrradunfälle
Die Vertreter der Polizei vermeldeten ein erfreuliches Minus bei den Schulwegunfällen: 2020 habe es nur vier Fälle dieser Art gegeben, "glücklicherweise keiner davon mit schweren Verletzungen. Auch die Zahl der Fahrradunfälle sei zurückgegangen: von 59 auf 43 zurückgegangen. Und das, obwohl sich das Fahrrad laut Thomas Lachner zu einem immer beliebteren Fortbewegungsmittel entwickelt. Was hingegen immer häufiger vorkommt, ist seinen Aussagen nach die Unfallflucht. „Es handelt sich hierbei aber keineswegs um ein Kavaliersdelikt – auch wenn der Schaden auf den ersten Blick gering zu sein scheint“, betonte der Leiter der Amberger Polizeiinspektion.
Thematisiert bei dem Treffen im Rathaus wurden auch die zahlreichen Ordnungswidrigkeits-Anzeigen wegen Verstößen gegen die Corona-Infektionsschutzmaßnahmen sowie die verstärkten Geschwindigkeits- und Fahrzeugkontrollen. Insgesamt sprach Thomas Lachner von einem hohen Maß an Sicherheit, das in Amberg tagtäglich zu beobachten sei. Außerdem zählte er positive Beispiele für die gute Zusammenarbeit von Stadt Amberg und Polizeiinspektion auf: "Die Einführung des kommunalen Ordnungsdienstes, die Rundfahrten der Critical Mass und die Veranstaltung der Demonstranten gegen die Corona-Regeln – das alles hat wunderbar geklappt."
"Merken Sie sich: Die Polizei nimmt kein Geld!"










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