Mit einem klaren Blick auf die Herausforderungen einer alternden Gesellschaft hat Simone Stelzl die Leitung des Bayerischen Landesamts für Pflege (LfP) übernommen. Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Judith Gerlach führte die Juristin am Montag in Amberg offiziell in ihr neues Amt ein. Sie folgt auf Bernhard Scheibl, der in den Ruhestand tritt.
Für Gerlach ist die Personalentscheidung zugleich ein Signal für Kontinuität und fachliche Kompetenz. „Mit Simone Stelzl gewinnen wir eine erfahrene Führungspersönlichkeit für das Landesamt für Pflege“, betonte die Ministerin. Aufgrund ihrer bisherigen Tätigkeiten sei Stelzl bereits mit zahlreichen Aufgabenfeldern des LfP vertraut. Zugleich dankte Gerlach Scheibl für dessen „engagierte Arbeit in den vergangenen zwei Jahren“.
Die neue Behördenleiterin stammt aus dem Landkreis Cham. Bei der Regierung der Oberpfalz war sie unter anderem für den Aufbau und die Leitung der Zentralen Ausländerbehörde Oberpfalz verantwortlich. Zuletzt leitete sie dort das Sachgebiet „Soziales und Jugend“. Über Förderverfahren und die Fachaufsicht über Pflege- und Behinderteneinrichtungen sammelte sie umfassende Erfahrungen in den Aufgabenbereichen des LfP.
In ihrer Antrittsrede machte Stelzl deutlich, welche Bedeutung sie dem Thema Pflege beimisst: „Pflege ist eines der zentralen Zukunftsthemen unserer Gesellschaft.“ Der demografische Wandel, der steigende Unterstützungsbedarf und die Sicherung qualifizierter Fachkräfte stellten Politik und Gesellschaft vor große Herausforderungen. Ziel müsse es sein, verlässliche Strukturen weiterzuentwickeln und Pflegebedürftige, Angehörige sowie Pflegekräfte bestmöglich zu unterstützen. Sie freue sich darauf, mit den Beschäftigten des Landesamts „die anstehenden Aufgaben anzugehen und die Pflege in Bayern weiter voranzubringen“.
Das 2018 gegründete Landesamt mit Sitz in Amberg beschäftigt knapp 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Als erste eigenständige Landespflegebehörde Deutschlands gilt es bis heute als Besonderheit im föderalen System. Seine Aufgaben reichen von der Bayerischen Demenzstrategie über die Hospiz- und Palliativversorgung bis hin zu Digitalisierungs- und Entbürokratisierungsprojekten im Pflegebereich.
Eine zentrale Rolle spielt die Behörde zudem bei der Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse. Mit der sogenannten „Fast Lane“ werden Anerkennungsverfahren für ausländische Pflegefachkräfte seit Juli 2023 zentral, digitalisiert und beschleunigt bearbeitet. Seit 2025 gilt das Verfahren auch für Pflegefachhelfer und weitere Gesundheitsfachberufe. Für Gerlach zeige die Initiative, „dass wir Verwaltung modern, schnell und bürgernah gestalten können“. Zugleich sei sie ein wichtiger Baustein im Kampf gegen den Fachkräftemangel.
Auch die zahlreichen Förderprogramme des Freistaats, etwa „PflegesoNah“ oder der Hebammenbonus, werden über das Landesamt begleitet. Gerade angesichts knapper öffentlicher Kassen werde die Bedeutung von Förder- und Anerkennungsverfahren weiter zunehmen, zeigte sich die Ministerin überzeugt.













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