14.08.2019 - 14:50 Uhr
AmbergOberpfalz

So geht faire Mode: Ein OTH-Student begleitet Produktion mit Kamera

Nürnberg, Stuttgart, Mumbai. Für einen Film verschlägt es Jonathan Ziegler bis nach Indien. Doch Ausgangspunkt ist Amberg. Hier an der OTH studiert der 26-Jährige Medientechnik. In seiner Masterarbeit befasst er sich mit fairer Mode.

Jonathan Ziegler aus Nürnberg studiert an der OTH in Amberg Medientechnik und Medienproduktion. Für seine Masterarbeit dreht er einen Dokumentarfilm über fair und nachhaltig produzierte Mode.
von Miriam Wittich Kontakt Profil

Es soll der erste Dokumentarfilm des 26-jährigen Nürnbergers werden: „Tausche T-Shirt gegen Hoffnung“. Neben seinem Master-Studium an der Ostbayerischen Technischen Hochschule in Amberg arbeitet er bereits selbstständig als Filmemacher. Produziert hier hauptsächlich Werbefilme, Image- und Eventvideos. Für seine Abschlussarbeit jedoch wagt sich Jonathan Ziegler auf neues Terrain.

Zur Website von "Tausche T-Shirt gegen Hoffnung"

„Ich wollte über etwas Sinnvolles berichten“, erzählt er. „Für das Thema faire Mode interessiere ich mich schon seit Jahren. Die Idee für den Dokumentarfilm ist dann vor rund einem Jahr entstanden.“ Mittlerweile hat Ziegler einen groben Plan, einen roten Faden, an dem sich sein Film entlanghangeln wird. Er soll „Geschichten der Hoffnung“ erzählen. „Für die Produktion unserer Kleidung arbeiten Menschen am anderen Ende der Welt unter unmenschlichen Bedingungen“, sagt der Student und stellt sich die Frage: „Geht das auch anders?“ Mit seinem Film will er zeigen, wie sich „durch fair produzierte Mode etwas im Leben von Menschen verändern kann“.

Auf der Crowdfunding-Plattform Startnext stellt Jonathan Ziegler sein Projekt vor und hofft auf Unterstützer.

Dafür reist er an verschiedene Orte – im September will er in Nürnberg und Stuttgart drehen, im Oktober soll es dann nach Indien gehen – und trifft unterschiedliche Menschen. Darunter Bernd Claude Hausmann. Zieglers erster Ansprechpartner. „Bernd hat vor 13 Jahren mit ,Glore‘ den ersten Modeladen für faire Kleidung in Nürnberg eröffnet“, erzählt der Filmemacher. „Seitdem leistet er Pionierarbeit in diesem Bereich. Das beeindruckt mich.“

Filmdreh in Indien

Nächster Drehort ist bei „Eyd“ in Stuttgart. Das „humanitäre Modelabel“ lässt seine Ware in einer außergewöhnlichen Nähwerkstatt in Indien fertigen. Dort werden Frauen beschäftigt, die aus Zwangsprostitution befreit wurden, und durch die Ausbildung zur Näherin einen Neustart wagen. „Das ist ein sensibles Umfeld und wird sicherlich spannend“, freut sich Ziegler auf die Dreharbeiten, ist aber auch aufgeregt. Es ist sein erstes Projekt dieser Größenordnung. Mit seiner Kamera will der Student die Geschichten der Frauen in Indien festhalten und zu den Konsumenten nach Deutschland bringen. „Mein Wunsch ist es, dass den Film möglichst viele Menschen sehen, davon inspiriert werden und ihr eigenes Nutzungsverhalten überdenken“, erklärt der 26-Jährige. Auch er versucht, verantwortungsvoll mit Mode umzugehen und dabei konsequent zu sein. „Das gelingt mir nicht immer“, gesteht er ein. „Aber der Markt wächst. Da ist nicht mehr nur etwas für den großen Geldbeutel dabei.“

„Tausche T-Shirt gegen Hoffnung“ lautet der Arbeitstitel für Jonathan Zieglers Dokumentarfilm. Der OTH-Student dreht für seine Masterarbeit in Nürnberg, Stuttgart und Mumbai (Indien).

Rund 30 Minuten wird sein Film am Ende dauern, im Frühjahr 2020 soll er fertig sein und dann vor allem eines: sensibilisieren. „Oft kostet ein Kleidungsstück weniger als eine Mahlzeit. Der Trend geht ja schon in Richtung Einweg-Mode“, kritisiert der Student, diese Massen und billigen Preise gehen auf die Kosten von Natur und Menschen.

Positive Projekte zeigen

Doch sein Film soll gar nicht all diese Missstände aufzeigen, betont Jonathan Ziegler. Er will sich vor allem auf die positiven Projekte konzentrieren. „Ziel ist es, einen Hoffnungsschimmer auf den Modemarkt zu werfen. Es gibt bereits Menschen, die diesen anderen Weg gehen, denen man sich einfach in großen oder kleinen Schritten anschließen kann.“

Zum Crowdfunding auf Startnext

Crowdfunding auf Startnext:

Für die Reise nach Indien und das Equipment benötigt Jonathan Ziegler ein gewisses Budget. Um seinen Dokumentarfilm finanzieren zu können, hat der Student deshalb schon unzählige E-Mails geschrieben und Anträge auf Förderungen gestellt. Zudem präsentiert er sein Projekt auf der Crowdfunding-Plattform Startnext. Über diese Internetseite hofft er, Unterstützer für seine Arbeit zu gewinnen und das erforderliche Kapital zu sammeln.

Bis Sonntag, 18. August, haben Menschen, die ihn und seine Sache fördern möchten, noch die Möglichkeit, über Startnext zu spenden. Im Gegenzug gibt es – je nach Spendenhöhe – zum Beispiel eine Einladung zur Premiere des Films im Frühjahr 2020 oder eine Postkarte aus Indien.

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