08.10.2021 - 17:10 Uhr
AmbergOberpfalz

So läuft es ohne Maske im Unterricht im Landkreis Amberg-Sulzbach

In Schulen müssen Kinder in Amberg und Amberg-Sulzbach seit Montag keine Maske mehr am Arbeitsplatz tragen. Kommen die Schüler mit den neuen Regeln klar? War es sinnvoll, die Maskenpflicht jetzt erst zu kippen? Schulleiter geben Antworten.

Die Schüler in Amberg und im Landkreis müssen keine Maske mehr im Unterricht tragen. Einige von ihnen haben aber für sich selbst entschieden, dass sie das weiterhin tun wollen.
von Wolfgang RuppertProfil

Seit Montag können die Schüler im Klassenzimmer wieder das Gesicht ihres Lehrers sehen. Anders herum bekommen es die Pädagogen aber nun auch wieder mit, wenn einer eine Grimasse schneidet, weil er den Auftrag total doof findet, den er bekommen hat. Soll heißen: Seit Beginn der Woche gilt in den bayerischen Klassenzimmern keine Maskenpflicht mehr. Das heißt nicht, dass die Kinder und Jugendlichen im gesamten Schulhaus auf die Maske verzichten dürfen. Oberpfalz-Medien hat sich bei den Schulen in Amberg und im Landkreis umgehört und wollte wissen, wie es mit den neuen Regeln läuft.

Schüler entscheiden selbst

Christoph Matz, Studiendirektor am Max-Reger-Gymnasium, sagt, in der Schule sei das Ende der Maskenpflicht generell begrüßt worden. Konkret für den Unterricht bedeutet das: Im Klassenzimmer und speziell am eigenen Arbeitsplatz müssen die Kinder und Jugendlichen keine Maske tragen. Matz: "Selbstverständlich ist es jedem Schüler selbst überlassen, weiterhin eine Maske zu tragen." Der stellvertretende Schulleiter schätzt, dass sich in einer Klasse mit 25 Kindern etwa drei bis fünf Schüler dafür entschieden hätten, sie aufzubehalten. Auch im Musik- und im Sportunterricht gilt die Pflicht seit Montag nicht mehr.

"Gerade den jungen Schülern in den fünften und sechsten Klassen gegenüber haben wir eine gewisse Sorgfaltspflicht, weil für sie noch kein Impfangebot bereitsteht", gibt er zu bedenken. So trage der Großteil aller Lehrkräfte weiterhin Maske, wenn es darum geht, im Klassenzimmer durch die Gänge zu laufen und den Schülern über die Schulter zu schauen. Im Rest des Schulhauses, also zum Beispiel während der Pinkelpause, bleibt es dabei, dass die Maske aufbleibt. Das gilt im Übrigen auch auf dem Weg zur Schule im Bus.

Sprachlehrer haben es einfacher

Matz fügt an, dass es besonders für die Sprachlehrer eine große Erleichterung ist, wieder in das Gesicht der Schüler blicken zu können. "Für sie ist es sehr wichtig, dass sie die Mimik und die Aussprache der Schüler beobachten können." Matz ist davon überzeugt, dass die Lockerung genau zum richtigen Zeitpunkt gekommen ist. "Es war sinnvoll, die Entwicklung des Infektionsgeschehens nach den Sommerferien abzuwarten", erklärt er.

Seit Start des Schuljahres habe es einen positiven Coronafall am MRG gegeben. Die Lage sei derzeit aber sehr entspannt, zudem werden die Schüler regelmäßig getestet. Deshalb sei der Wegfall der Maske am Arbeitsplatz und im Klassenzimmer gerechtfertigt. Matz' persönliche Meinung: "Sollten die Infektionen wieder nach oben gehen, dann wäre es auch sinnvoll, wenn man darüber nachdenkt, die Maskenpflicht wieder in Kraft zu setzen."

Kleine Schule mit wenig Platz

Sabine Stopfer-Birner, stellvertretende Schulleiterin an der Mittelschule in Ensdorf, sagt, dass ihre Schüler beim Masketragen relativ flexibel sind. "Die einen tragen sie, die anderen nicht. Wir haben den Eindruck, dass die Maske fast schon zum Inventar gehört." An der Mittelschule gebe es weiterhin Lehrkräfte, die mit FFP2-Masken unterwegs sind. Dafür nennt sie zwei Gründe. Erstens: "Auch wenn man geimpft ist, macht man das als Schutzmaßnahme, weil man nie sicher sein kann, was da so rumfleucht." Zweitens: Weil die Lehrer viel in Bewegung sind und zwischen den Reihen hin und her laufen, wollen sie sich und auch andere schützen.

Ob Masketragen angesagt ist, hängt Stopfer-Birner zufolge immer davon ab, wie viel Platz gerade ist - das sei besonders an einer kleinen Schule wie in Ensdorf ein Thema. So würden die Schüler in größeren Sportgruppen selbst entscheiden, ob sie mit Maske laufen wollen. "Die Schüler bekommen danach dann einfach eine neue Maske von uns", erklärt die Konrektorin.

Maske auf bis zum Ergebnis

An der Walter-Höllerer-Realschule in Sulzbach-Rosenberg haben die neuen Regeln ebenfalls nicht für Verwirrung gesorgt. Schulleiter Martin Zimmermann sagt mit einem Lachen: "Andersherum wäre es ja auch viel schwieriger." Er erklärt, dass an der Sulzbacher Schule die Regel gilt, dass die Kinder an Testtagen die Maske erst abnehmen dürfen, wenn sie ein negatives Ergebnis haben. "Das hilft uns im Ernstfall, die Kontaktgruppen einzugrenzen." Getestet wird drei Mal die Woche.

Der Rektor lobt seine Schüler, die die lange Zeit mit Maske im Klassenzimmer "stoisch" ertragen hätten. "Sie waren alle sehr routiniert, haben sich souverän verhalten und alles gelassen ertragen."

Es gibt die Möglichkeit, sich weiterhin kostenlos testen zu lassen

Amberg
Info:

Die aktuellen Regeln in der Schule im Überblick

  • Kultusminister Michael Piazolo rechtfertigt das Ende der Maskenpflicht einige Wochen nach Schulbeginn damit, dass es das Ziel war, Infektionen durch Reiserückkehrer zu verhindern.
  • Die Maskenpflicht ist außerdem im Sport- und Musikunterricht außer Kraft gesetzt worden.
  • Auf den Gängen, in der Aula und auf dem Klo gilt die Maskenpflicht für Schüler aber weiterhin. Bei Pausen im Freien braucht es nach wie vor keine Maske.
  • Kinder, die mit dem Bus zur Schule fahren, müssen dort auch weiterhin ihre Masken aufbehalten.
  • Die Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Lehrerverbände wünscht sich nun, dass die 3G-Regel (geimpft, genesen, getestet) für jeden gelten soll, der von außerhalb in die Schule kommt.

 

 

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