20.11.2020 - 15:28 Uhr
AmbergOberpfalz

So soll's in Amberg-Sulzbach mit dem Nikolausbesuch klappen: Mit Abstand, per Video, ohne Krampus

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Ein Nikolaus-Besuch in Zeiten von Corona? Das soll es auch in diesem Jahr geben, wenn man sich in den Gemeinden und Pfarreien in Amberg und Umgebung umhört.

Schokoladennikoläuse wird es auch in diesem Jahr zuhauf in den Haushalten mit Kindern geben. Doch auch auf die Nikolaus-Besuche, meist von Pfarreien und Sportvereinen organisiert, wollen die Verantwortlichen nicht verzichten. Wenngleich diese heuer unter ganz besonderen Voraussetzungen stattfinden müssen.
von Christopher Dotzler Kontakt Profil

Wenn der Nikolaus ins Haus kommt, werden die Bäckchen der Mädchen und Buben rot, die Nervosität steigt. Es ist ein Tag, auf den sich die Kleinen schon Wochen vorher freuen. Gerade für die Kinder ist dieses Jahr voller Einschränkungen und Pflichten besonders hart. Deshalb soll in den meisten Gemeinden der Nikolaus trotz Virus-Gefahr von Haus zu Haus ziehen. Ermöglichen sollen das Hygienemaßnahmen, genügend Abstand und viel Organisation. In einigen Orten muss sogar der Krampus zu Hause bleiben. Ein Überblick:

So läuft es in Hahnbach ab

Der Hahnbacher Burschenverein unternimmt alles, damit sich beim Nikolausbesuch niemand mit dem Coronavirus ansteckt. Vorsitzender Martin Wawersig erklärt: "Nikolaus und Krampus bleiben im Hof stehten und betreten das Haus nicht. Haushalte, die sich anmelden, dürfen 14 Tage lange keinen Kontakt mit Corona-Infizierten gehabt haben." Außerdem dürften keine Symptome vorliegen, die auf eine Virus-Erkrankung hindeuten. Der Abstand müsse immer mindestens eineinhalb Meter betragen. Gedichte und Geschenke müssen bereits im vorab beim Burschenverein abgegeben beziehungsweise vor die Haustüre gestellt werden. Jede Menge zu beachten also. Dafür schickt der Burschenverein fünf Nikolaus-Krampus-Paare zu den Kindern in Hahnbach und einigen Nachbarorten (etwa Luppersricht, Pickenricht, Adlholz).

So läuft es in Vilseck ab

Auch in Vilseck kommt der Nikolaus nicht in die gute Stube. Erich Gebhardt von der Kolpingsfamilie Vilseck, der die Besuche organisiert, sagt: "Wir haben das so geregelt, dass wir mit drei Nikoläusen unterwegs sind. Wird einer bestellt, läuten wir an der Haustüre." Die Eltern müssen Masken tragen (die Kinder nur, wenn sie wollen). Auch in Vilseck lautet das oberste Motto: Abstand halten. Die Geschenke sollen vor die Haustüre gelegt werden. "Wir erklären den Kindern in zwei, drei Sätzen warum das heuer so abläuft. Wir wünschen uns natürlich, dass wir nächstes Jahr wieder in die Wohnungen können", erzählt Gebhardt bei einem Telefongespräch.

Kontaktlos - und doch ganz traditionell

Amberg

So läuft es in Rieden ab

In Rieden engagieren sich sowohl die Pfarrei, als auch der Sportverein. Pfarrer Gottfried Schubach geht ähnlich vor wie die Verantwortlichen der anderen Gemeinden: "Wir wollen uns nicht alles kaputt machen lassen. Die Kinder kriegen ihren Nikolaus. Aber es ist eben so, dass wir die Hygienevorschriften einhalten müssen." Die Privathaushalte bedient die Pfarrei nicht. Dafür aber den Kindergarten. Dort soll der Nikolaus durchs Fenster schauen und bis vor die Haustüre herantreten. Die Kinder sollen in ihren Gruppen bleiben. Auch an der Schule soll es Besuche vom Mann mit dem weißen Rauschebart geben. Wie genau das ablaufen soll, sei aber noch nicht geklärt. "Was schade ist: Wir haben normalerweise Adventsmärkte in Rieden und Vilshofen." Dort könne man in diesem Jahr leider nicht vertreten sein, bedauert Schubach.

Für die Haushalte ist der Sportverein zuständig. Und der ist vorsichtig. Josef Popp erklärt: "Ob wir heuer überhaupt was machen, wissen wir nicht. Wir müssen erst noch mit dem Landratsamt sprechen. Wenn ja, dann wird die Aktion in jedem Fall ganz anders ausfallen als bisher." Waren im vergangen Jahr acht Teams bestehend aus Nikolaus, Knecht Ruprecht und Engelchen unterwegs, soll heuer nur der Nikolaus losziehen. Popp nimmt auch nur Anfragen von Familien aus einem Haushalt an, mehrere Hausstände können sich also nicht zusammentun. Außerdem dürfen maximal zehn Leute auf einmal beieinander sein (inklusive Nikolaus). "Wir sind sehr, sehr vorsichtig", sagt Popp.

So läuft es in Ursensollen ab

Ein ähnliches Konzept wie in Rieden verfolgt auch Daniel Meuler. Also: nur der Nikolaus, höchstens bis zur Haustüre, genügend Sicherheitsabstand, Geschenke können nicht übergeben werden, sondern sollen vor die Türe gelegt werden. "Wir hatten viel Diskussionen", verrät Meuler. Viele Anmeldungen gebe es bisher noch nicht. Vier an der Zahl. 2019 waren die Ursensollener mit fünf Teams bei 50 Familien. "Das ist aber schon die oberste Grenze."

So regelt es die Pfarrei Hl. Dreifaltigkeit in Amberg

Einen innovativen Weg geht die Pfarrei Heilige Dreifaltigkeit in Amberg. Sie bietet einen virtuellen Nikolausbesuch an. Familien können sich den Nikolaus per Video zuschalten lassen.

Nikolaus und Krampus bleiben im Hof stehten und betreten das Haus nicht. Haushalte, die sich anmelden, dürfen 14 Tage lange keinen Kontakt mit Corona-Infizierten gehabt haben.

Martin Wawersig, Hahnbacher Burschenverein-Vorsitzender

Martin Wawersig, Hahnbacher Burschenverein-Vorsitzender

Wir wollen uns nicht alles kaputt machen lassen. Die Kinder kriegen ihren Nikolaus. Aber es ist eben so, dass wir die Hygienevorschriften einhalten müssen.

Riedens Pfarrer Gottfried Schubach

Riedens Pfarrer Gottfried Schubach

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