13.11.2019 - 10:40 Uhr
AmbergOberpfalz

Solarförderverein Amberg-Sulzbach vor 25 Jahren gegründet

Lange vor den Fridays for Future hat sich ein Verein in Amberg dem umweltfreundlichen Strom verschrieben. Zum 25-jährigen Bestehen lässt Vorsitzender Hans-Jürgen Frey die nicht immer einfache Reise des Solarfördervereins Revue passieren.

Hans-Jürgen Frey (links), Vorsitzender des Solarfördervereins, erinnert sich an die Anfänge vor 25 Jahren. Sein Stellvertreter Lorenz Hirsch (rechts) geht auch in Schulen, um den Kindern Wissen über die Kraft der Sonne zu vermitteln.
von Kathrin Moch Kontakt Profil

Es ist das Jahr 1991: Hans-Jürgen Frey, heute Vorsitzender des Solarfördervereins Amberg, installiert auf seinem Dach eine der ersten Photovoltaikanlagen im Landkreis. 28 Jahre später läuft genau diese Anlage immer noch und produziert fleißig weiter umweltfreundlichen Strom. Genau so ungebrochen ist auch Freys Leidenschaft für Solarstrom.

1994 gründete er mit einer handvoll Mitgliedern den Solarförderverein Amberg, der dem Hauptverein in Aachen zugeordnet ist, und richtete eine Infostelle für Bürger aus der Stadt und dem Landkreis ein. Nun feierte der Verein sein 25-jähriges Bestehen. "Wir beraten firmenneutral und parteiübergreifend über die Möglichkeiten des Solarstroms", erklärt Frey. Bürgern, Politikern und Unternehmern will der Verein mit seinen 150 Mitgliedern ein kompetenter Ansprechpartner sein.

Meilensteine, an deren Umsetzung der Zusammenschluss beteiligt war, sind unter anderem die Etablierung des Klimaschutzmanagers oder die Erstellung eines Energiekonzeptes für die Stadt. Auch die Idee einer kostendeckenden Vergütung, die später von der Bundesregierung im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) umgesetzt wurde, trieb der Verein schon 1999 voran.

Wie Zinsen bei der Bank

Der Gedanke dahinter: Um den Ausbau der Photovoltaikanlagen für den Einzelnen interessant zu machen, sollen die Anlagen genau die gleichen Zinsen bringen wie eine Geldanlage bei der Bank. Heute bekommt jeder Solarstromproduzent rund zehn Cent pro Kilowattstunde, die er ins System einspeist und spart sich bei Eigennutzung natürlich auch den Bezug von Strom. Früher war das mit rund 50 Cent pro Kilowattstunde noch deutlich rentabler, weshalb der Zuspruch um die 2010er-Jahre herum in der Bevölkerung abnahm. Laut Bundesregierung wird zu viel Strom produziert - die Folge sind sinkende Vergütungen für die Erzeuger. Das Interesse an Solarstrom schwindet.

Nicht nur dank der Fridays-for-Future-Bewegung erfährt er mittlerweile aber einen deutlichen Aufschwung. Auch das Zinstief bei den Banken bringteinige dazu, wieder in erneuerbare Energie zu investieren. "Im Moment ist Photovoltaik sehr lukrativ", sagt Frey. Auch die Anschaffungskosten seien dank der Massenproduktion deutlich gesunken. Besonders einigen Solarfirmen im Landkreis habe der Aufschwung gut getan: "Die haben in den vergangenen Jahren teilweise schwer zu kämpfen gehabt", sagt der Vorsitzende. Neben der Kernaufgabe als Berater und Anreger, engagiert sich der Verein auch im Bereich der E-Mobilität. Hans-Jürgen Frey erzählt, dass es mit entsprechenden Geräten möglich ist, sein E-Auto über die Stromerzeugung des Daches zu laden. Und auch die jüngsten der Gesellschaft kommen nicht zu kurz: Stellvertretender Vorsitzender Lorenz Hirsch geht regelmäßig in die Schulen im Landkreis, um über Solarenergie aufzuklären. "Das ist mein persönliches Anliegen, schon Kinder für Solar zu begeistern", sagt Hans-Jürgen Frey. Für sein Engagement wurde der Verein bereits drei Mal mit dem Umweltpreis der Stadt ausgezeichnet.

Frey möchte mit dem Verein weitermachen wie bisher und an vielen Stellen Ideengeber für die Praxis sein, denn: "Es gibt immer noch viel zu tun und viele ungenutzte Dächer." Vor allem beim Umweltengagement der Stadt gebe es noch Verbesserungsbedarf. Potenzial sieht der Vereinsvorsitzende besonders im großen Interesse an den Bauplätzen im Landkreis Amberg-Sulzbach: "Warum macht man es nicht zur Bedingung, dass man eine Photovoltaik- oder Solaranlage auf seinem Dach installieren muss, um einen Bauplatz zu erhalten?"

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