16.06.2021 - 11:34 Uhr
AmbergOberpfalz

Sonne satt: Die Erdbeersaison im Landkreis Amberg-Sulzbach startet

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Das nasse und kalte Wetter in den vergangenen Wochen war nicht ideal für die Erdbeeren in der Region. Mit etwas Verspätung kann die Ernte jetzt los gehen. Die ersten Selbstpflück-Felder im Landkreis Amberg-Sulzbach öffnen am Wochenende.

Je mehr Sonne die Erdbeeren abbekommen, desto besser ist der Geschmack. Am Wochenende kann die Ernte endlich los gehen.
von Mareike Schwab Kontakt Profil

Im Landkreis Amberg-Sulzbach geht die Erdbeersaison erst diese Woche so richtig los - 14 Tage später als die vergangenen Jahre. "Der Winter war dieses Jahr sehr lang und kalt. Selbst im Mai waren die Böden kalt für die Erdbeerpflanzen", erklärt Rolf Schowalter, der Inhaber von Erdbeeren Funck. Das fränkische Familienunternehmen mit Sitz in Denkendorf betreibt unter anderem Erdbeerfelder in Gailoh bei Amberg, Witzlhof und Hahnbach. Doch "die Ernte verläuft momentan nur zögerlich", sagt Schowalter. Lediglich das Feld in Hahnbach war vergangenes Wochenende bereits geöffnet. Zwei Tage später gab es schon keine roten Erdbeeren mehr. "Die Beeren müssen erst wieder nachreifen", sagt Schowalter. Das Wetter sei dafür aber die nächsten Tage perfekt. Der Erdbeerbauer rechnet damit, dass am Wochenende die Felder im Landkreis Amberg-Sulzbach öffnen können. Auf der Internetseite können sich Erdbeerfreunde über die Öffnungszeiten der einzelnen Felder informieren.

Zuckersüße Erdbeeren

Rolf Schowalter hat auf seinen Selbstpflück-Feldern Sorten angepflanzt, die geschmacklich extra süß sind und viel Zucker haben. "Die Erdbeeren eignen sich weniger für lange Transporte. Die Selbstpflücker können die Erdbeeren zuhause aber gut weiterverarbeiten", sagt der Inhaber. Generell gilt: "Je mehr Sonne die Erdbeeren abbekommen, desto besser ist der Geschmack." Deshalb lohne es sich besonders noch bis zum Wochenende abzuwarten.

Die meisten Selbstpflücker seien es laut Schowalter mittlerweile gewöhnt, bereits Ende Mai schöne rote Erdbeeren auf den Feldern vorzufinden. Durch den Klimawandel habe sich die Ernte in den letzten Jahre immer weiter nach vorne verschoben. Lediglich 2018 hatte der Familienbetrieb auf seinen Feldern eine ähnlich späte Ernte. Anders als manch einer vielleicht glauben möchte, ist die aktuelle Erntezeit für den Erdbeerbauern normal. Früher habe die Erdbeersaison auch erst im Juni begonnen, sagt Schowalter.

Abstand auf dem Feld

Auch dieses Jahr müssen sich Besucher auf den Feldern an gewisse Corona-Regeln halten. Doch durch den Freilandbereich, halten sich die Einschränkungen laut Schowalter aber in Grenzen: "Die Pflücker müssen lediglich beim Kassenhäuschen eine Maske tragen. Im Feld braucht man keine. Außerdem muss mindestens 1,5 Meter Abstand zum nächsten Pflücker eingehalten werden. Wenn man aber in seiner Reihe bleibt, ist dieser Abstand sicher gegeben."

Die besten und größten Erdbeeren finden sich laut Schowalter immer am Ende der Reihe: "Die meisten Leute sehen direkt am Kassenhäuschen eine rote Erdbeere und laufen los. Deshalb sind dort die Pflanzen schon gut abgeerntet." Schowalter empfiehlt deshalb sich eine Reihe auszusuchen, bis zum anderen Ende des Felds zulaufen und dort zu pflücken. "Der Eimer ist am Anfang schließlich noch leichter. Dann kann man sich langsam in Richtung Kassenhäuschen vorarbeiten und mit dem vollen, schweren Eimer ist man so schneller beim Auto", rät der Erdbeerbauer. Außerdem könne man so gleichzeitig die Abstandsregeln gut einhalten.

Am Morgen ernten

Auf dem Erdbeerfeld von Anton Baumann in Wolfringmühle bei Fensterbach gibt es momentan nur wenige reife Früchte. "Große Mengen kann man noch nicht pflücken, aber wir haben schon geöffnet", sagt Baumann. Nächste Woche startet bei ihm dann die Haupternte. "Wenn das Wetter mitspielt", räumt der Erdbeerbauer ein. Durch den vielen Regen und die kühlen Böden habe sich die Erdbeersaison auch im Landkreis Schwandorf um drei Wochen nach hinten verschoben. Aber Baumann ist trotzdem zuversichtlich: "Es sieht gut aus. Der Regen war genau richtig. Durch das viele Wasser werden die Erdbeeren schöner und größer." Auch Erdbeerfreunde aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach sind bei ihm oft auf den Feldern unterwegs. Im Internet finden sich immer die aktuellen Öffnungszeiten. Doch frühaufstehen lohnt sich. Denn "Am Morgen haben die Erdbeeren ein besseres Aroma und schmecken frischer", empfiehlt Baumann. Außerdem weißt er darauf hin, dass auf seinen Feldern für alle Selbstpflücker Maskenpflicht gilt - Nicht nur am Kassenhäuschen.

In Ursensollen ist noch etwas Geduld gefragt

Auch auf dem Erdbeerfeld bei Ursensollen hat das kalte und trockene Wetter die Ernte verzögert. Wann genau es dort mit dem Selbstpflücken losgeht, kann Franz Strobl allerdings noch nicht genau sagen. Seine Pflanzen brauchen noch etwas Zeit und viel Sonne. Der Erdbeerbauer rechnet erst Mitte nächster Woche, mit reifen Fürchten. Ein genauen Starttermin möchte er dann in der Zeitung und auf seiner Homepage bekanntgeben. Was aber schon feststeht, sind die Corona-Regeln auf dem Feld: "Das wichtigste ist Abstand", erklärt Strobl. Ähnlich wie bei Erdbeeren Funk müsse lediglich an der Kasse eine Maske getragen werden - vorausgesetzt jeder bleibt in seiner Reihe.

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Tipps für Selbstpflücker

Woran erkannt man eine reife Erdbeere? Wann ist die beste Erntezeit? Das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) empfiehlt:

  • Die Frucht sollte voll ausgefärbt und ohne weiße Schulter oder Spitze sein. Nur in diesem Zustand hat sie ihr volles Aroma entwickelt.
  • Gepflückt werden Erdbeeren mit den grünen Kelchblättern, um das „Auslaufen“ von Saft und den vorzeitigen Verderb zu verhindern.
  • Der perfekte Zeitpunkt für die Ernte beginnt früh morgens und am besten bei Trockenheit, denn nasse Früchte verlieren ihr Aroma schnell.
  • Die Ernte endet spätestens mit der Mittagshitze, denn diese schadet den empfindlichen Früchten.
  • Da Erdbeeren sehr empfindlich sind, sollte sie so schnell wie möglich verzehrt oder verarbeitet werden.
  • Sollen Erdbeeren aufbewahrt werden, empfiehlt es sich zunächst beschädigte oder matschige Früchte auszusortieren. Die ungewaschenen Erdbeeren sollten abgedeckt an einem kühlen Ort oder im Gemüsefach des Kühlschranks aufbewahrt werden. Stiel und Kelchblätter sollten dafür nicht entfernt werden.
  • Lange haltbar kann man die Erdbeeren auch durch einfrieren machen.

 

 

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