21.07.2019 - 18:22 Uhr
AmbergOberpfalz

In Sorge um Europa und die Nato

Die europäische Sicherheit und die Zukunft der Nato prägt sein dem Amtsantritt von Donald Trump die Debatten. In Amberg befassen sich die Sicherheitspolitiker der CSU aber auch mit dem Widerstand des 20. Juli 1944.

General a.D. Dr. Klaus Naumann beobachtet einen Zerfall Europas und sorgt sich um die Sicherheit. Er sprach bei der Landesversammlung des CSU-Arbeitskreises „Außen- und Sicherheitspolitik“ am Samstag, 20. Juli 2019 in Amberg.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

(rhi) Der ehemalige Generalinspekteur der Bundeswehr Klaus Naumann hat Verständnis für die Amerikaner, die "die europäischen Trittbrettfahrer" nicht mehr länger mitnehmen wollen und ein stärkeres Engagement in der Nato fordern. Bei der Landesversammlung des CSU-Arbeitskreises "Außen- und Sicherheitspolitik" am Samstag im ACC in Amberg sagte er: "Wir leben in einer Zeitenwende, die Europäer müssen ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen und dürfen sich nicht mehr länger wegducken".

Der 80-jährige General a.D. glaubt, "dass die Sicherheit in Europa nur unter dem Schirm Amerikas gewährleistet ist". Deshalb beobachtet er mit Sorge, "wie sich die USA von Europa abwenden". Für Klaus Naumann bleibt die Nato "der Garant für den Frieden in Europa". Deshalb sollten sich die Staaten um eine gemeinsame Verteidigungsstrategie bemühen. Der langjährige Vorsitzende des Nato-Militärausschusses stellt aber das Gegenteil fest: "Europa schwächt sich selbst und zeigt deutliche Zerfallserscheinungen".

Unter Präsident Donald Trump könne sich Europa nicht mehr auf die Beistandsgarantie der Amerikaner verlassen. Nur ein vereintes, starkes Europa könne sich gegen die Großmächte USA, Russland und China behaupten. Für Naumann liegt der Ball jetzt bei den Politikern und Diplomaten, wenn er sagt: "Es ist Zeit zu handeln". Wer weiter nur schwätze, gefährde die Sicherheit Europas. Und sie sei unabdingbar für die Lösung aller anderen Aufgaben.

Am 75. Jahrestag des Attentats auf Adolf Hitler befasste sich Professor Ulrich Schlie in seinem Vortrag mit der Ambivalenz in der Beurteilung des Attentäters. Graf von Stauffenberg polarisiere mit seiner Tat, fasziniere aber gleichzeitig als Person. "Die Bundeswehr hat sich mit ihm nicht immer leicht getan", sagte der Historiker. Und es falle den Militärs heute noch schwer, zu Stauffenberg und zum 20. Juli 1944 die richtigen Worte zu finden. Was von diesem Tag bleibe, sei der Aufruf zur Zivilcourage und zur Verteidigung von Freiheit und Demokratie. Schlie verneigte sich in Anlehnung an den früheren Bundespräsidenten Theodor Heuss "vor den Männern und Frauen des 20. Juli" und wünschte sich eine dauerhaft verankerte Erinnerungskultur. Der Historiker fordert die Kommunen zu Gedenkfeiern und die Benennung von Liegenschaften nach regionalen Widerstandskämpfern auf. Er sei dankbar, "dass der Umsturz versucht worden ist".

CSU-Bezirksvorsitzender Albert Füracker betonte die Notwendigkeit der Landesverteidigung in "einer immer unsicherer werdenden Welt" und bedankte sich bei den ASP-Mitgliedern, sich dem Thema "äußere Sicherheit" zu widmen. ASP-Landesvorsitzender Florian Hahn wollte den Tag nutzen, um neben Stauffenberg auch der anderen Widerstandskämpfer zu gedenken, "die sich für Recht, Freiheit und Demokratie eingesetzt haben und dafür gestorben sind".

Professor Ulrich Schlie erinnerte an das ambivalente Verhältnis der Bundeswehr zum Hitler-Attentäter Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg. Der Historiker sprach bei der Landesversammlung des CSU-Arbeitskreises „Außen- und Sicherheitspolitik“ am Samstag, 19. Juli 2019, in Amberg
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