22.02.2021 - 15:20 Uhr
AmbergOberpfalz

Sorgearbeit ist nicht nur Frauensache

Während der Equal Pay Day, der an die Lohnungleichheit von Frauen und Männern erinnert, seit 2007 besteht, ist der Equal Care Day, der am 1. März begangen wird, ein relativ junges Pflänzchen. Allerdings eins das wächst.

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Während der Equal Pay Day, der an die Lohnungleichheit von Frauen und Männern erinnert, seit 2007 besteht, ist der Equal Care Day, der am 1. März begangen wird, ein relativ junges Pflänzchen. Allerdings eins, das wächst.

Die Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Agentur für Arbeit Schwandorf, Dorothea Seitz-Dobler, nimmt diesen Equal Care Day zum Anlass, um zu zeigen, wie viele Frauen und Männer mit unbezahlten Pflegeaufgaben zu Hause und im familiären Umfeld betraut sind. Zu den sogenannten Care-Aufgaben zählen hierbei Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen, Haushaltstätigkeiten wie Kochen, Waschen, Putzen und der Einkauf. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass rund 80 Prozent der unbezahlten Pflegeaufgaben von Frauen übernommen werden, so Seitz-Dobler in einer Presseinfo. Lediglich circa 15 Prozent der Eltern mit jungen Kindern gelingt es nach Angaben des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Erwerbstätigkeit und Arbeit in Haushalt und Familie gleichmäßig aufzuteilen.

"Dass Frauen die Hauptlast der unbezahlten Arbeiten leisten, hat viele negative Folgen. Für den Arbeitsmarkt, auf dem Frauen als Arbeitskräfte fehlen, weil sie sich um Haushalt und Familie kümmern. Für die Absicherung im Alter, denn wenn Frauen nicht oder reduziert erwerbstätig sind, haben sie auch geringere Rentenansprüche und es droht Altersarmut", so die Expertin.

Auch in der Berufswelt arbeiten in Grundschulen, Kitas oder auf Pflegestationen überwiegend Frauen. Oftmals werden diese Leistungen nicht genügend honoriert oder sind gesellschaftlich nicht anerkannt. Auch Menschen in diesen Berufsgruppen sollen an dem Equal Care Day in den Vordergrund gerückt werden. Es soll aufgezeigt werden, wie wichtig sie für eine intakte Gesellschaft sind - und dies nicht erst seit Corona. Wie groß die Kluft zwischen der gesellschaftlichen Bewertung sowie den Gehältern der Sorgeberufe und der traditionellen Männerberufe ist, zeigt der Report des Instituts Arbeit und Qualifikation an der Universität Duisburg-Essen von 2017: Bei vergleichbaren Arbeitsbelastungen verdienten Führungskräfte im Bereich von IT-Dienstleistungen rund 17 Euro pro Stunde mehr als Fachpersonal im Pflege- und Gesundheitswesen, heißt es in dem Schreiben weiter. Das Ziel der Initiative Equal Care Day ist zum einen ein Erwerb-Sorge-Modell, bei dem Männer und Frauen zu gleichen Teilen Sorgearbeit übernehmen und zum anderen die Aufwertung der beruflichen Care-Arbeit.

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